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Kritik von Tobias Lischka zu 'Memento'

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Kritik von Tobias Lischka
veröffentlicht am 11.01.2011
95%
Ein Spoiler ist eine Information zur Handlung, die wesentliche Spannungs- oder Überraschungselemente vorwegnimmt.
Eine schlechte Kritik zu "Memento" und der evtl. nicht notwendigen Erzählstruktur ist meiner Meinung nach nicht nur überflüssig an dieser Stelle sondern zielt meines Erachtens auch völlig an der Thematik dieses Films vorbei! Kein Netz und Spiel mit doppeltem Boden? Darauf komme ich später nochmal zurück. Und: mit konventioneller Erzählstruktur wäre "Memento" dramaturgisches Harakiri! Dazu kommt, dass zwei Handlungsstränge sich sehr bewußt aufeinander zu bewegen und wenn diese sich treffen, der Film perfekt aufgelöst wird! Der schwarz-weiß gehaltene Teil bewegt sich auf der Zeitachse konventionell nach vorne, der andere farbige, von Ende des Filmes zum Anfang des Filmes. Das ist in höchstem Maße originell und herausfordernd für den Zuschauer, jede andere Kritik an der Zeitachse des Films ist gewollt an den Haaren herbeigezogen und lässt wenig objektives erkennen. Der persönliche Geschmack scheint wohl eher eine übergeordnete Rolle zu spielen. Punkt. Aus. Ende.

Um auf den Film zu kommen (Achtung Spoiler, wer nicht weiterlesen möchte ist nicht gezwungen dazu!): Ein Mann bekommt bei einem Überfall in sein Haus durch einen Verbrecher die Kopfnuss seines Lebens, vergißt immer wieder im Laufe des Films was er getan hat, auch, dass er seiner Frau mehr als einmal eine Insulinspritze gegeben hat und so zum Mörder wurde!
Quintessenz des Ganzen was die Doppelbödigkeit des Films untermauert: Er wird ewig auf der Jagd nach dem Mörder sein, sich ewig weiterhin die falsche Fährte legen und sogar Menschen auf dem Gewissen haben, die es a) entweder gut mit ihm meinen oder b) wie einige zwielichtige Personen ihn ausnutzen wollen! Weil er sich Aufzeichnungen anfertigt über alles und andere Personen für die Mörder seiner Frau hält! Die Jagd nach dem Mörder wird nie aufhören!
Zitat: "Ich muss an eine Welt außerhalb meiner eigenen Gedanken glauben. Ich muss daran glauben, dass das, was ich tue, auch einen Sinn hat - selbst wenn ich mich nicht erinnern kann. Ich muss daran glauben, dass, wenn ich die Augen schließe, die Welt noch da ist. Glaube ich, dass die Welt noch da ist? Ist sie immer noch da? Ja. Wir alle brauchen Erinnerungen, damit wir nicht vergessen, wer wir sind. Das gilt auch für mich."

Fazit: brillante Kopfnuss von Christopher Nolan in ungewöhnlicher Erzählstruktur! Brillantes Eintauchen in die menschliche Psyche gemäß der Frage: Was wäre, wenn der Mensch über kein Langzeitgedächtnis mehr verfügen würde? Was wäre der Mensch noch wert? Wäre man dann noch Herr seiner selbst?" Es entsteht ein faszinierendes Psychopuzzle, das fesselt und brillant auch auf die Möglichkeiten hinweist, wie manipulierbar der menschliche Geist ohne Erinnerungsvermögen auch durch Außenstehende ist, wie leicht man dann der Willkür anderer ausgesetzt sein kann. Wie verletztlich man werden kann und welche Rolle man in so einer Situation als Opfer spielt, wird durch Guy Pearce perfekt verkörpert. Das ist das Faszinierende an "Memento". Nebenbei unterstreicht der Film seine Noir-Anlehnung perfekt.
Nach zwei- bis dreimaligem ansehen sollte der Fillm zu verstehen sein und ist dann auch zu recht schockierend!

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