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Kritik von Pablo Knote zu 'Irgendwann in Mexico'

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Partner von Entania
Kritik von Pablo Knote
veröffentlicht am 05.10.2011
70%
Schon am Set trat Regisseur Quentin Tarantino an Robert Rodriguez heran, um ihm den Vorschlag für einen dritten Teil zu unterbreiten. Die drei Teile zusammen sollten, in Anlehnung an Sergio Leones berühmte "Dollar Trilogie" eine Robert Rodriguez Mexico- oder El Mariachi-Trilogie werden. "El Mariachi" wäre "Für eine Hand voll Dollar", Desperado " "Für ein paar Dollar mehr" und "Irgendwann in Mexico", der sich schon im Titel an die Klassiker Sergio Leones entlehnt, müsste dann "Zwei glorreiche Halunken" sein. Ein großes Epos also, mit vielen Stars, Dramatik und Überlänge. Robert Rodriguez bemühte sich dann auch redlich den epischen Ansprüchen gerecht zu werden, doch gelingt ihm das nur halbwegs. Die Stars hat er - doch ausgerechnet bei der Lauflänge macht er einen entscheidenden Fehler, was das Ergebnis auf einen spaßigen, aber leider auch schlechtesten Teil der Trilogie drückt.

Story: Der mexikanische Drogendealer Barillo (Willem Dafoe) versucht die Regierung Mexicos zu übernehmen und den Präsidenten (Pedro Armendáriz Jr.) zu töten. El Mariachi (Antonio Banderas) erhält nun vom zwielichten FBI-Agenten Sands (Johnny Depp) den Befehl Barillo zu beseitigen, aber erst nachdem dieser den Präsidenten erfolgreich getötet hat. Mit einem seiner Mannen hat Mariachi allerdings noch eine Rechnug offen, denn dieser tötete einst Mariachis Kind und Frau (Salma Hayek). Ein guter Grund für ihn wieder ins Gefecht zu ziehen.

Das Starensemble, welches Robert Rodriguez hier auftreiben konnte, ist beeindruckend. So lässt er unteranderem Antonio Banderas, Johnny Depp, Salma Hayek, Mickey Rourke, Danny Trejo, Eva Mendes in den staubigen Straßen Mexicos gegeneinander antreten, sich gewohnt comicartige und blutige Shootouts liefern, und sich gegenseitig mit coolen Dialogen zu beharken. Die Fülle an Ideen, die Robert Rodriguez hier zündet, ist beeindruckend und das alles in nur 90 Minuten. Hier offenbart sich dann aber auch der größte Fehler Rodriguez' im ganzen Film. Wie bitte kommt Robert Rodriguez auf die Idee, die unzähligen Figuren, Motive und Handlungsstränge in nur 90 Minuten Film zu packen? Das Resultat dieser Schnapsidee ist ein teilweise furchtbar konfuser Mix, in dem die Hälfte der Stars völlig verfeuert wird. Handlungsstränge werden nicht richtig aufgelöst und Figuren schnell beseitigt, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, oder einfach nur um Platz für die anderen dutzende Stars zu schaffen. Oftmals stehen die Figuren auch in beinahe keiner Relation zum Geschehen, so ist Danny Trejo völlig sinnlos für die Geschichte, sein Tod schnell und belanglos, ebenso Eva Mendes, deren Rolle als Polizistin blass und als unnötiges Füllmaterial erscheint. Dass der Film nicht völlig auseinanderfällt, ist vor allem der gekonnten Regie von Robert Rodriguez zu verdanken. Er schafft es, dem Film zumindest einen leichten epischen Anstrich zu verpassen, seine Ideen und Shootouts sind nicht neu, aber weiterhin furios und toll inszeniert. Von den Schauspielern ist es neben Antonio Banderas vor allem Johnny Depp, der den Film zusammenhält. Die Geschichte um seine Figur des FBI-Agenten ist von der Idee her klasse, sein Charakter ist ambivalent, er spielt ihn erfrischend, beinahe märchenhaft und der entscheidende Plotpoint um seine Figur ist vielleicht der Beste des gesamten Film. Auch das Ende ist zufriedenstellend, Rodriguez schafft es, die Handlungsstränge, manchmal allerdings mehr schlecht als recht, alle aufzulösen, und nicht den Überblick bei der Fülle an Personen zu verlieren - auch eine Leistung. Unnötig zu erwähnen, dass der ganze Film bei nur 90 Minuten Länge, in die ein dutzend Handlungsstränge eingeflochten sind, auch absolut kurzweilig ist. "Irgendwann in Mexico" hätte wirklich ein epischer und toller Film werden könne, wenn er nur eine Stunde länger gewesen wäre. So wird seine Fülle an Personen zu seinem größten Nachteil, und was bleibt, ist ein etwas unausgegorener, konfuser, allerdings auch weiterhin sehr kurzweiliger, cooler und furioser Film, der mit guten Ideen und coolen Figuren beinahe inflationär um sich wirft.

Fazit: "Irgendwann in Mexico" ist zu kurz, um epische Ansprüche zu entwickeln und seine Fülle an Figuren und Ideen ausreichend zu beherbergen. Das Resultat ist konfus und etwas unausgegoren, aber weiterhin hochgradig unterhaltsam, vor allem dank Robert Rodriguez' furioser Regie.

7 von 10 Punkten = sehenswert!

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