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Kritik von Alexander Kiensch zu 'Ju-on: The Curse'

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Kritik von Alexander Kiensch
veröffentlicht am 11.08.2017
90%
Ein Remake ist eine Neuverfilmung eines bereits existierenden, meist mehrere Jahrzehnte älteren Films.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends fegte eine regelrechte Fernost-Horrorfilm-Welle über die europäische und amerikanische Filmlandschaft hinweg - Remakes und Originale aus Japan, Südkorea oder Thailand überschwemmten den Markt. Einer der Auslöser dieses Hypes ist der Japan-Schocker "Ju-on - The grudge" - der wiederum der Kinoableger einer Reihe von TV-Horrorfilmen war. So kann man also sagen, dass mit dem knapp 70-minütigen Geister-Grusler "Ju-on - The curse" das Grauen begann.

Und dieser erste Film über den rachsüchtigen Geist einer ermordeten Mutter und ihren ebenso unheimlichen Sohn, die jede Person verfolgen, die den Ort ihres Todes betritt, hat es schon gewaltig in sich. Mit gnadenloser Effektivität werden hier sämtliche Register des modernen Gruselfilms gezogen. Schon der Soundtrack ist meisterhaft: Dunkle, schwermütige Streichmusik erzeugt in Verbindung mit der blassen Farbdramaturgie von der ersten Szene an eine extrem dichte Atmosphäre der unterschwelligen Bedrohung. Auch das Setting ist voll und ganz gelungen: Müllhaufen, das verwahrloste Haus mit seinen dunklen Gängen und verwinkelten Zimmern und düstere Andeutungen lassen von Anfang an Böses erahnen.

Bis die ersten tatsächlichen Schocksequenzen einsetzen, dauert es ein wenig, aber bis dahin ist das Nervenkostüm des Zuschauers schon durch diese finstere Inszenierung bloß gelegt. Und wenn der Geisterhorror über die Agierenden hereinbricht, zeigt sich immer wieder das handwerkliche Geschick der Filmemacher: Mit zurückhaltender, aber äußerst durchdachter Kameraarbeit gelingen ihnen immer wieder unheimliche Bildkompositionen - sei es die Außenansicht des Hauses, an dessen unterem Fenster der nichts ahnende Lehrer steht und an dessen oberem Fenster sich lautlos die Gestalt der Geisterfrau heran schiebt; oder eine von den Geistern terrorisierte Schülerin, aufgenommen von schräg oben, sodass am oberen Bildrand gerade noch die Füße des Geisterjungen hinter ihr zu sehen sind.

Mit solchen eindrücklichen Sequenzen erzeugt "Ju-on - The curse" beinahe im Minutentakt nervenzerfetzende Spannungs- und Gruselbilder. Grausiger Höhepunkt dieses visuell brillanten Albtraum-Schockers ist die finale Szene, in der sich eine blutige Leiche stöhnend die Treppe herunter auf den entsetzten Lehrer zuschiebt. Diese Szene kann zartere Gemüter lange verfolgen!

Neben dieser effektiven Inszenierung von Schocksequenzen erstaunt der Film auch mit seiner ausgeklügelten Erzählweise. Aufgeteilt in einzelne Episoden über Personen, die den Geistern zum Opfer fallen, verzichtet er auf eine leicht nachvollziehbare Chronologie der Ereignisse, sondern würfelt die einzelnen Handlungsfäden wild durcheinander. So sollte man sich an den Namen der Figuren orientieren, um nicht schnell die Orientierung zu verlieren. Das ist durchaus kompliziertes, aber eben auch sehr originelles Erzählen, das gegen Ende auch noch mit einer extrem garstigen und unvorhersehbaren Wendung aufwartet. Schade nur, dass das Ende dann so abrupt kommt und einige Handlungsfäden vollkommen im leeren Raum hängen bleiben - hier kann man nur auf den zweiten Teil der TV-Version verweisen, auf den das Ganze offensichtlich angelegt war.

Nicht nur das ist ein kleiner Wermutstropfen, auch die allenfalls durchschnittlichen Darstellerleistungen und größtenteils belanglosen Dialoge in den wenigen ruhigen Szenen fallen unangenehm auf. Aber wer braucht schon gute Dialoge, wenn er derart effektive und nachhaltig verstörende Schockmomente zu bieten hat? Insgesamt ist "Ju-on - The curse" tatsächlich einer der unheimlichsten und spannendsten Geister-Schocker aller Zeiten - Ansehen auf eigene Gefahr!

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