foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Benjamin Falk zu 'Machete'

WERBUNG
Partner von Entania
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 28.03.2011
70%
Ein Trailer ist ein aus einigen Filmszenen zusammengesetzter Clip zum Bewerben eines Kino- oder Fernsehfilms, eines Computerspiels oder einer anderen Veröffentlichung. Der Zweck eines Trailers ist es, dem Publikum einen Vorgeschmack auf das beworbene Produkt zu geben und natürlich Werbung für dieses zu machen.
Robert Rodriguez ist schon ein Phänomen. Auf der einen Seite dreht er harte Splatterfilme, auf der anderen Seite dann aber auch Kinderfilme. Ich mag diesen Typen echt gerne und er dreht tolle Filme. Außerdem finde ich es sehr sympathisch, dass er macht, was er will. "Machete" wurde ihm allerdings ein wenig aufgezwungen. Schon lange existierte die Planung zu diesem Film, aber er wurde nie umgesetzt. Dann gab es bei "Grindhouse" diese ganzen Fake-Trailer, einer davon war zu "Machete". Danny Trejo motivierte das geradezu und er wollte diesen Film wohl unbedingt machen. Das Publikum fand den Fake-Trailer ebenfalls sehr gut und da gehöre ich auch zu. Die Vorfreude auf "Machete" war sehr groß. Der echte Trailer gefiel mir verdammt gut und die Erwartungen schossen in die Höhe. Der einzige Grund, weshalb ich den Film nicht im Kino sah war, dass es mal wieder Gerüchte um eine härtere Version auf DVD gab. Dies ist mal wieder nicht eingetroffen, aber so ganz enttäuscht bin ich nicht, dass ich den Film nicht im Kino sah. Mir hat "Machete" zwar gut gefallen, aber die hohen Erwartungen machten den Film für mich zu einer kleinen Enttäuschung.

Machete, ein ehemaliger Polizist, wird von einem unbekannten Mann gefragt ob er einen Job übernehmen will. Der Senator McLaughlin steht kurz vor der Wahl und will natürlich wieder gewählt werden. Allerdings stößt er mit seiner Politik gegen Einwanderer nicht überall auf Gegenliebe. Machete soll McLaughlin nun erschießen und etwas wiederwillig nimmt er den Job an. Allerdings ist dies nur eine Falle, denn ein weiterer Scharfschütze ist vor Ort, schießt dem Senator ins Bein und versucht Machete abzuknallen. Das Ganze war also nur eine Falle um die Wähler auf McLaughlins Seite zu ziehen, denn Machete ist ein Einwanderer und das unterstützt die Politik des Senators erheblich. Aber Machete ist nicht tot zu kriegen und plant Vergeltung.
Eigentlich hat man da eine ganz annehmbare Story kreiert. Wenn man bedenkt, dass "Machete" letztendlich nur wegen des Fake-Trailers entstanden ist, geht das schon in Ordnung. Ich fand die Handlung okay, aber viel wichtiger ist hier natürlich die Umsetzung. Da fand ich allerdings nicht alles so gelungen.

Aber kommen wir erstmal zu den Darstellern, denn es ist schon Wahnsinn, was Rodriguez hier für Darsteller in einem Film unterbringt. Es gibt eine namhafte Besetzung, doch irgendwie wird man das Gefühl nicht los, es seien nur so viele bekannte Namen dabei, weil Rodriguez Angst hatte, Trejo würde dem Zuschauer alleine nicht reichen. Danny Trejo ist schon immer nur für die Nebenrolle gut gewesen. Oftmals hatte er nur kleine Rolle, aber ich fand ihn schon immer sehr gut und genial. Nun spielt er die Hauptrolle und ich muss sagen, dass es schon was hatte, ihn in der Hauptrolle und andere Stars in der Nebenrolle zu sehen. Danny Trejo muss nicht viel schauspielern, alleine sein Aussehen reicht für diese Rolle, aber er macht seine Sache gut und hat mir gefallen. In den Nebenrollen wird es dann aber echt abgefahren. Da gibt es Robert De Niro als Senator, der ebenfalls nicht viel tun muss, aber mir gefallen hat. Jessica Alba fand ich in ihrer Rolle nicht so sympathisch, aber sie hat gut gespielt und darf auch mal mit ihren optischen Reizen spielen. Michelle Rodríguez darf eine sehr coole Rolle spielen. Sehr schön fand ich es mal wieder Steven Seagal zu sehen. Ein guter Schauspieler ist das für mich mittlerweile nicht mehr, aber er hat eine sehr ironische Rolle und das fand ich gut. Jeff Fahey hat mir gut gefallen und sehr lustig war Cheech Marin, der ruhig eine größere Rolle hätte spielen dürfen. Don Johnson hat nicht viel zu tun, kam aber sehr cool herüber und ebenfalls genial war eine kleine Rolle von Tom Savini. Lindsay Lohan darf ebenfalls eine kleine Rolle spielen, wird die Männer mit vielen Nacktszenen erfreuen und war ansonsten auch okay. Die restlichen Darsteller waren ebenso solide.
Eine Figurenzeichnung anzusprechen erübrigt sich eigentlich, denn es ist ganz klar, dass die Charaktere hier keine Tiefgründigkeit aufweisen. Das muss hier nicht sein und stellt auch keinen Kritikpunkt dar. Allerdings hat man schon ein paar coole Figuren kreiert. Was ich noch ein wenig kritisieren muss, ist die deutsche Synchronisation. Bei einigen Personen kam mir das ein bisschen zu gewollt auf tiefe Stimme getrimmt vor.

Die Inszenierung ist insgesamt gut und etwas anderes erwatet man von Rodriguez sicherlich auch kaum. Es ist schon echt faszinierend wie er die Gewalt umsetzt. Wenn Machete etliche Menschen umbringt und danach im Pool mit zwei nackten Frauen zu sehen ist, dann ist das bei Rodriguez einfach geil. Gewalt ist hier Stilmittel, Sexismus ebenso. Das ist ein echter Machofilm im Stile der Exploitationsfilme, die gerade in den 70ern ihren Höhepunkt hatten. Handwerklich ist das sehr cool und gut gemacht. Allerdings will ich nicht leugnen, dass hier langsam Abnutzungserscheinungen auftreten, denn im Endeffekt bietet "Machete" kaum etwas anderes als "Desperado" vor langer Zeit oder auch "Planet Terror", nur dass der im Horrorgewand daherkam.
Die Atmosphäre ist soweit ganz ordentlich, doch habe ich mir hier mehr erhofft. Das ganze Gemetzel kann man natütrlich zu keiner Sekunde ernst nehmen und darauf ist es auch nicht angelegt. Hier ist die Action immer over the top und gnadenlos überzeichnet. Aber ich habe ein bisschen den Spaßfaktor vermisst. Sicherlich sind ein paar Oneliner sehr cool, aber Rodriguez hat seine Filme auch schon mal mit mehr Coolness gemacht. Es gab mir ein bisschen zu wenige amüsante Szenen.

Der Unterhaltungswert ist gut, aber nicht so gut, wie ich es erwartet habe. Mir fehlte bei "Machete" ein wenig das Tempo. Es gibt insgesamt gar nicht mal so viel Action, aber genau diese habe ich erwartet. Die Actionszenen sind meist recht kurz ausgefallen. Immer wieder wird das Tempo herausgenommen und es gibt ruhigere Szenen. Das ist zwar nicht wirklich schlecht, aber entgegen meiner Erwartungen. Natürlich ist die Action geil gemacht und es gibt recht viel davon, aber meines Erachtens dennoch zu wenig. Oftmals nimmt die Handlung viel Platz ein und wenn man ehrlich ist, ist diese nicht so gut, dass sie soviel Platz eingeräumt bekommen müsste. Spannung gibt es wenig, aber diese ist auch nicht notwendig. Ein bisschen hat mir der Humor gefehlt. Es gibt zwar ein paar Lacher und ein paar coole Ideen, aber was das betrifft, war Rodriguez auch schon kreativer und witziger.
Schön ist, dass "Machete" eine richtige Schlachtplatte geworden ist. Hier wird gemetzelt, was das Zeug hält und Blut fließt sehr viel. Da das allerdings Stilmittel ist und so übertrieben dargestellt wurde, wirkt das kaum richtig hart. Somit wäre auch erklärt, weshalb der Film ungeschnitten im Kino lief. Die Effekte sind gut, aber ein bisschen schade finde ich es schon, dass Rodriguez mittlerweile auch viel auf Effekte aus dem Computer setzt. Dass das Blut oftmals nur künstlich spritzt kann man nämlich gut erkennen.
Der Score ist gelungen und viel von der Musik stammt von Rodriguez' Band "Chingon". Diese Musik ist sehr passend und hat mir gefallen.

Fazit: Ich liebe übertriebene Filme von Rodriguez, weil ich finde, dass er es einfach drauf hat, diese coole, übertriebene Action stimmig umzusetzen. Dennoch war "Desperado" um einiges cooler und "Planet Terror" um einiges kreativer als "Machete". Die Handlung ist okay, die Darsteller sehr gut und eine Kombination dieser Schauspieler wird man so schnell sicher nicht wieder sehen. Die Inszenierung ist toll, die Action gut gemacht, aber ein bisschen scheinen Rodriguez die Ideen auszugehen. "Machete" ist ein überaus brutaler, übertriebener, verrückter Actionfilm, der ziemlich kurzweilig ist, Blut und nackte Haut präsentiert und mir gut gefallen hat. Allerdings habe ich zu hohe Erwartungen gehabt und im Endeffekt sind die 70 Prozent für mich ein wenig enttäuschend!

War diese Kritik hilfreich?
 
weitere Kritiken zu diesem Film
25.10.2010Martin Egon Döringer
100%
08.11.2010Mathias Borbely
70%
08.11.2010Frederik Braun
80%
18.11.2010Christopher Koellner
80%
18.12.2010Jens Giermann
75%
25.03.2011Dirk Hoffmann
75%
28.03.2011Benjamin Falk
70%
30.04.2011Markus Dilger
80%
16.05.2011Marko Rados
65%
08.11.2011Kevin Zindler
65%
Eigene Kritik schreiben
Weitere Kritiken in der aktuellen Übersicht oder im Archiv
 
 Teil der Serie 'Machete' 
 Machete (2010)  
 Machete Kills (2013)  
 Machete Kills Again... In Space! (Drehbuchphase)  
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG
Kurz-Link zu dieser Seite: http://zel.lu/k66A
foyer | charts | filmnews | kinostarts | kinoprogramm
kritiken | heimkino | directory | background
 
zelluloid.de • ©1998-2014 Denis Hoffmann & Alexander Jachmann
 
SitemapImpressuminfo@zelluloid.de
C
Hinweise zum DatenschutzNutzungsbedingungen