Die Bezeichnung ARD steht für "Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland". Gegründet wurde die ARD mit sechs Landesrundfunkanstalten sowie RIAS Berlin. Heute gehören der ARD neun regionale Anstalten sowie die Deutsche Welle an.
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Nahe an der historischen Wahrheit
Eine Filmkritik von Frank Klawonn, gewidmet seinen guten Freunden Daniel Lukina (der mich jedesmal wie in einem Déjà-vu optisch und von seiner fußballerischen Klasse her an Miroslav Klose erinnert), dem ... attraktiven Michael Küchler, der mit seinem Charme die Herzen der Frauenwelt erobert.
Unser gemeinsames geschichtliches Interesse verdanken wir auch unserem Geschichtslehrer Herrn Fred Maurer, bei dem ich mich im Namen unserer Klasse und unserer Schule hier höchst offiziell für sein großes Engagement und für sein geschichtliches Wissen bedanke, das er an uns auf liebevolle Art und Weise weitergebt; Dank auch für sein jederzeit offenes Ohr und dafür, dass aus uns sogar Freunde geworden sind.
Meiner Meinung nach sollte diese Information auch über unsere Schule hinaus verbreitet werden: Denn Lehrer bekommen viel zu selten positive Rückmeldungen.
Eine engagierte Verfilmung nahe an der historischen Wahrheit über das entführte Flugzeug "Landshut", deren Passagiere sich in einer aussichtlosen Lage befinden und gegen den Tod ankämpfen
Der junge Familienvater Schumann verabschiedet sich von seiner Familie (Frau und zwei Kinder), denn er muss als Pilot einen Routineflug von Palma de Mallorca nach Frankfurt bestreiten. Dies sollte für ihn der vorerst letzte Flug sein, weil er eine Woche später Urlaub mit seiner Familie machen will. So geht er mit viel Freude und dem Gedanken, dass er nach der Arbeit in den Urlaub darf, in seinen Job. Während des Fluges schreit eine Terroristin laut los, das war das Signal für ihre Komplizen. Die drei anderen springen auf, ziehen ihre Waffen, die einen halten die Passagiere in Schach, der Anführer besetzt das Cockpit. Die Entführung hat einen Erpressungshintergrund; sie wollen damit erreichen, dass die in Deutschland inhaftierten Terroristen freigelassen werden, im Gegenzug lassen sie die Geiseln im Flugzeug frei. Sie machen mehrmals Station in verschiedenen Ländern, aber natürlich sind sie nirgends willkommen. Unter schwersten Bedingungen müssen die Passagiere fünf grausame Tage aushalten, die sie ihr Leben lang nicht vergessen werden und die gewiss auch Schäden hinterlassen. In Mogadischu stürmt die GSG9 das Flugzeug und befreit die Geiseln. Die Stammheimer Terroristen begehen Selbstmord; ihre Paladine ermorden Schleyer und verspielen so die letzten endgültig unangebrachten Sympathien in allen Kreisen der Bevölkerung.
Am 18.Oktober 1977 konnte die GSG9 schon jahrelang Eingeübtes umsetzen und befreite Passagiere und Besatzung der entführten Lufthansa-Maschine "Landshut" in Mogadischu. Diese Truppe stand unter dem Kommando des hohen Grenzschutzoffiziers Ulrich Wegener. Damals war sie nicht so gut ausgestattet, wie man das heute als selbstverständlich empfinden würde. Einige Geräte mussten erst noch beschaffen werden, es wurden sogar zu wenig kugelsichere Westen angeliefert, sodass einige keine hatten. Der menschliche Offizier Wegener gab seine Weste einem jungen Familienvater, dass war ein sehr mutiger und respektabler Schritt, den er vielleicht mit seinem Leben zahlen hätte müssen. Doch wie vorher gesehen, bekam genau dieser Mann einen Schuss ab und diese Weste rettete ihm das Leben (die Kugel durchdrang 14 von 16 Stofflagen). Tagelang ist die GSG9 der entführten "Landshut" hinterher geflogen, doch erst in Somalia bekamen sie die Erlaubnis zum Einsatz, weil die anderen Länder nichts mit Terroristen zu tun haben wollten. Es wurde zuerst ja in Frage gestellt, ob die GSG9 überhaupt eingreifen darf. Denn der somalische Präsident wollte diesen Fall seinen eigenen Truppen überlassen. Doch das wäre fatal gewesen, bei ihnen scheitert es schon an der mangelnden Ausbildung schon bei den Vorbereitungen. Was wäre passiert, wenn die somalischen Truppen das Flugzeug gestürmt hätten? Das möchte ich mir gar nicht ausmalen.
Es waren insgesamt vier palästinensische Terroristen, die an der Entführung beteiligt waren. Der Anführer der Organisation war der selbsternannte "Captain" Machmud. Er war jederzeit von seinem Vorhaben überzeugt und hätte gegebenenfalls auch mit seinem Leben bezahlt. Seine Geiseln behandelte er psychisch wie physisch brutal, setzte sie sehr unter Druck und schrie sie an.
Sein Druckmittel gegenüber den Geiseln war eine Pistole. Als die Regierung der BRD die gefangenen RAF-Mitglieder immer noch nicht freiließ, installierte er eine Bombe, die nach einer halben Stunde gezündet werden sollte. Um das Ultimatum zu verlängern, gab die BRD an, die Gefangenen seien auf den Weg nach Somalia. So hatte die GSG 9 noch Zeit sich auf den Einsatz vorzubereiten. An diesem Beispiel sieht man, dass die Entführer genauso Angst vor dem Tod hatten, denn sonst hätten sie niemals die Bombe entschärft. Von Gott haben sie auch keine hohe Intelligenz mit auf den Weg bekommen, denn sonst wären sie niemals in die Forderungen eingegangen. Das heißt, die Bombe zu entschärfen, damit die Zeit verlängert wird, in der Hoffnung die BRD rückt die Gefangenen raus, obwohl es jeder "letzte Idiot" gemerkt hätte, dass es nur ein billiger Trick war. Sie untersuchten die Pässe, ob sich ein Jude am Bord befindet. Sie mochten nämlich keine Juden, weil sie angeblich ihr Land zerstört hatten. Eine Frau mit einem kleinen Jungen hatte von ihrem Arbeitgeber "Mount Blanc" (eine Firma aus der Schweiz) einen Kugelschreiber mit in ihrem Handgepäck, der mit einem Logo geschmückt war. Das Firmenlogo ist eine Blume, doch die Entführer konnten dies nicht als Blume erkennen und dachten dies wäre ein Judenstern und daraus schlossen sie, dass sie eine Jüdin sein müsse, was aber keineswegs der Fall war. Sie hatten sogar vor sie umzubringen und setzten eine Frist von einem Tag. Doch der Kapitän Schumann bat ihn um Gnade, die er letztendlich auch walten ließ. Ich weiß ja nicht, ob das so schwer sein dürfte eine Blume von einem Stern auseinander zu halten. Es war eine echte Jüdin dabei, doch konnte die Freundin die Terroristen davon überzeugen, dass sie nur eine "religiöse Pilgerin" sei.
Am Ende starben drei Terroristen, nur eine Terroristin überlebte den Kugelhagen der Anti-Terror-Einheit GSG9. Als sie schwerverletzt auf einer Trage abtransportiert wurde, streckte sie die Hand in die Luft und machte mit ihren Fingern das Siegerzeichen und schrie laut "Kill me, tötet mich". Es ist vielleicht richtig, dass man die Frau nicht anschließend noch umbrachte, denn Gott hat die Menschen geschaffen um zu leben und Gott ist auch jederzeit bereit zu vergeben. Doch das Schlimme daran ist, dass sie nicht einmal ihre gerechte Strafe absitzen musste. In Somalia wurde sie für 20 Jahren Haft verurteilt, kam aber schon nach knapp zwei Jahren wieder frei. 16 Jahre später spürten sie deutsche Fahnder auf und brachten sie in ein deutsches Gefängnis, wo sie dort zwölf Jahre verbleiben sollte. Nach gut zwei Jahren wurde sie aber nach Oslo überstellt und ein Jahr später wegen angeblichen Gesundheitsschäden wieder auf freien Fuß gesetzt. Sie ist sich wahrscheinlich nicht einmal im Klaren darüber, was für eine schlimme Tat sie begangen hat; dies hätte ihr im Gefängnis bewusst werden können.
Der Kapitän Jürgen Schuhmann konnte unbemerkt die Anzahl der Kidnapper nach draußen melden. Mit viel Geschick bringt er Mahmut so davon ab, eine jüdische Passagierin zu ermorden. Während die hygienischen Zustände an Bord unerträglich werden, fliegt die Maschine weiter nach Aden im damaligen Südjemen. Die dortige Regierung will nicht in den Konflikt verwickelt werden und lässt das Rollfeld mit Panzern blockieren. Aufgrund des Treibstoffmangels ist Schumann zu einer hochriskanten Notlandung auf einem Sandstreifen neben dem Rollfeld gezwungen. Kapitän Schumann inspiziert das ramponierte Fahrwerk und nutzt die Chance, Scheich Ahmed zu kontaktieren, den Kommandeur der südjemenitischen Sondereinheit vor Ort. Er fleht ihn an, das offenbar beschädigte Flugzeug um das Leben der Passagiere willen nicht mehr starten zu lassen. Achmed lehnt ab, Schumann hatte schon einmal sein Vertrauen missbraucht und kehrte zurück, in banger Gewissheit, was nun geschieht: Rasend vor Wut erschießt Mahmut den Kapitän. Kopilot Jürgen Vietor fliegt die Maschine weiter nach Mogadischu. Er erhält später das Bundesverdienstkreuz, das er wieder zurückgibt, als er erfährt, dass die Gefangenen freikommen. Die Hauptverantwortlichen sollten nach seiner Ansicht eigentlich für immer hinter Gittern sitzen.
Hat die BRD richtig gehandelt, indem sie die RAF-Terroristen zum Eintausch nicht freigelassen hat? Im Nachhinein kann man sagen: "Natürlich, ist doch alles gut gelaufen!" Doch was wäre passiert, wenn es schief gelaufen wäre und die alle Passagiere ihr Leben hätten lassen müssen? Könnte man das der BRD verzeihen? Was ist einem wichtiger?: das Leben der Geisel unmilitärisch retten oder die staatsgefährlichen Terroristen nicht freizulassen?
Die eindrucksvollen Szenen im Flugzeug sind dem großartigen Regisseur Roland Suso Richter zu verdanken. Er ließ die Schauspieler in Original-Zustandssituationen drehen, es war eine stickige Luft, es war heiß und er ließ nicht vorher besprochene Szenen drehen, um es so realistisch darzustellen, wie es nur geht. Man sieht die Personen in dem Film richtig leiden und das ist auch das Qualitätsmerkmal dieses Films. Dadurch hebt er sich auch von dem "Baader-Meinhof-Komplex" ab, weil er in der Perspektive der Terroristen inszeniert ist. Hoffentlich folgen zu diesem Thema noch ein paar interessante Filme, vielleicht beim nächsten Mal wieder aus einer anderen Perspektive.
Den einzigen negativen Kritikpunkt der mir zu diesem Film einfällt, ist dass am Ende des Films wichtige Eckdaten, wie die Ermordung von Schleier, den Selbstmorden der RAF- Mitglieder Baader, Meinhof, Ennslin so kurz eingeblendet gewesen sind, dass man nur Bruchteile davon lesen konnte.
Ein bewegender Film, bei dem gezeigt wird wie hart die Entführung für die Passagiere war, welche die Grausamkeit der Entführer ertragen mussten. Er lief am Sonntagabend, in der besten Sendezeit um 20.15, in der
ARD. Rund 7,34 Millionen Zuschauer verfolgten das Schicksal der Entführten Lufthansa- Maschine im Fernsehen. Ein Film für jung und alt, angefangen von einer kleinen Liebesgeschichte, über die in Todesangst stehenden Geiseln bis zu den gefühlskalten Terroristen.
(Meine sehr gute Freundin Carolin Fritz hat diesen Film auch gesehen, wobei mich das bei ihr nicht wundert, denn sie ist schon mit jungen Jahren zu einer Geschichtsexpertin herangereift. Nur das besondere an ihr ist, der Kopf ist nicht nur pralle mit Informationen "voll gestopft", sondern der ist auch noch so ansehnlich, dass es den Männern und auch mir schwer fällt, ihr nicht hinterher zu schauen - ganz zu schweigen von ihrer charmanten, liebevollen Art.)
Das Dokudrama ist eine gute Möglichkeit den Leuten deutsche Geschichte nahe zu bringen und das sollte vielleicht eine Anregung sein, um den nächsten Geschichtsfilm anzusehen. Denn das ist auch ein Art den Leuten Geschichte in Verbindung mit einem Film schmackhaft zu machen. Kleine Anekdote dazu, mein kleiner unwissender Bruder dachte dies wäre ein Fantasyfilm der Kategorie "Hollywood". Dank diesem Film weiß er jetzt über dieses Thema bestens Bescheid. Also Leute: Schaut diesen Film an, es lohnt sich!