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Kritik von Benjamin Falk zu 'Jay und Silent Bob schlagen zurück'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 01.08.2011
85%
2001 brachte Kevin Smith den bereits fünften Teil der New Jersey Reihe heraus und hat damit mal wieder einen echt tollen Film erschaffen. "Dogma" hatte ein etwas ernsteres Grundthema, aber hier wird einfach nur die Sau rausgelassen. "Jay und Silent Bob schlagen zurück" ist ein reiner Spaßfilm, der dabei aber wirklich so viel Spaß macht, dass es fast kriminell ist.

Jay und Silent Bob erfahren, dass man nun einen Film über sie macht. Holden McNeil hatte die Beiden als Vorlage für seine Comics "Bluntman and Chronic" benutzt, aber von einem Film wussten sie bisher nichts. Im Internet lesen Jay und Silent Bob zahlreiche schlechte Kritiken von Leuten, die meinen, der Film kann nur scheiße werden. Das stört die Beiden wirklich sehr. Also entschließen sie sich dazu, nach Hollywood zu reisen um den Dreh des Filmes zu verhindern. Auf dem Weg dorthin geraten sie allerdings in jede Menge Ärger.
Die Story ist eigentlich sehr dünn, aber das macht überhaupt nichts. Nachdem die beiden Figuren Jay und Silent Bob bisher in jedem Film von Smith eine größere Rolle spielten, spielen sie nun komplett die beiden Hauptrollen. Das hätte nach hinten los gehen können, ist es aber absolut nicht. Die Handlung, die man darum gebastelt hat, ist simpel und sicherlich dünn, aber dafür gibt es so viele Ideen, die man allesamt klasse umgesetzt hat, dass diese Tatsache wirklich überhaupt nicht mehr stört.

Die Darsteller machen alle großen Spaß. Kevin Smith hat sich mit den New Jersey Filmen schon ein recht großes Filmuniversum geschaffen und das merkt man hier deutlich. Es gibt nahezu jede Figur zu sehen, die vorher schon mal in seinen Filmen mitspielte. Da gibt es sogar Doppelrollen. Ben Affleck spielt seine Figur aus "Chasing Amy" und sogar sich selbst. Eine sehr selbstironische Rolle, in der er sich überhaupt nicht ernst nimmt. Von dieser Art gibt es aber noch mehr. Gus van Sant und Wes Craven spielen sich selbst und nehmen sich auf die Schippe. Genauso machen das Jason Biggs und James van der Beek. Das macht schon mal reichlich viel Spaß. Jason Lee spielt auch gleich zwei Rollen, nämlich die aus "Mallrats" und die aus "Chasing Amy". Im Vordegrund stehen natürlich Jason Mewes und Kevin Smith als Jay und Silent Bob. Bisher haben sie mir immer gefallen und daran ändert sich auch nichts. Sie spielen wirklich sehr passend und machen Spaß. Auch der Running-Gag, dass Silent Bob fast nie etwas sagt, aber plötzlich sprudelt es aus ihm heraus, sitzt immer noch bestens und wurde hier sehr lustig umgesetzt. Will Ferrell spielt einen trotteligen Möchtegern-Cop und macht in der Rolle viel Spaß. Shannon Elizabeth hat mir gut gefallen und Eliza Dushku und Ali Larter machen ihre Sache ebenfalls ordentlich. Desweiteren gibt es eine herrlich lustige Rolle von Seann William Scott und selbst Mark Hamill und Carrie Fisher, die man aus "Krieg der Sterne" kennt, haben einen kleinen Auftritt. Ebenfalls noch sehr witzig sind kleine Rollen von Matt Damon und Chris Rock. Am Ende sieht man auch noch kurz Joey Lauren Adams. Man liest es wohl schon, dass es hier so viele bekannte Gesichter gibt, wie dies wohl nur in den seltensten Filmen der Fall ist. Die Figurenzeichnung steht dabei sicherlich hinten an. Die Charaktere sind nicht glaubhaft gezeichnet, aber alle sympathisch und Realismus wird hier sowieso nicht verlangt.

Die Inszenierung ist nichts Besonderes, aber brauchbar. Kevin Smith macht seine Sache solide, die Optik stimmt und auf handwerklicher Basis ist hier alles im grünen Bereich. Öfters wird dann auch mal mit dem Publikum selbst gesprochen. Hier zeigt sich erneut wie selbstironisch das ganze Werk ist, denn hier nimmt sich wirklich niemand ernst, nicht mal Smith selbst.
Die Atmosphäre ist nahezu unschlagbar gut. Alleine der Anfang macht enorm viel Spaß. Hier spielt das Geschehen am Kiosk aus "Clerks". Da gibt es auch ein Wiedersehen mit Brian O'Halloran und Jeff Anderson. Es sind kaum zehn Minuten vergangen, da gab es schon so viele Anspielungen auf Filme von Kevin Smith, es ist der pure Wahnsinn. Diese ganzen Anspielungen machen wirklich sehr viel Spaß. Doch Smith zitiert sich nicht nur selbst. Es gibt Zitate auf "Scooby-Doo", "Krieg der Sterne", "Good Will Hunting", "E.T.", "Auf der Flucht", "Planet der Affen" und zahlreiche weitere Filme. Viele der Stars im Film nehmen sich dabei selbst aufs Korn und diese ganzen Szenen sind einfach nur stark. Deshalb ist "Jay und Silent Bob schlagen zurück" auch so wahnsinnig amüsant. Hier gibt es keinen Tiefgang, die Love-Story ist Humbug, hier zählt einfach nur der Spaß und das ist dem Film durchaus gelungen.

Es ist also kein Wunder, dass der Unterhaltungswert so hoch ist. Die Gagdichte ist wirklich ziemlich hoch. Nicht jeder Witz sitzt, manche Dinge sind auch eher doof, aber das stört überhaupt nicht. Smith hatte auf jeden Fall mal wieder enorm viele, bescheuerte, dämliche, aber einfach geniale Ideen gehabt. Die Dialoge sind nicht unbedingt der Hammer, doch "Jay und Silent Bob schlagen zurück" setzt nicht ausschließlich auf Dialoge wie dies z.B. noch in "Clerks" der Fall war. Hier kommt zuweilen auch ein richtiges Road-Movie-Feeling auf. Es ist dauernd was los, das Tempo ist hoch und man stolpert von einer verrückten Idee in die nächste. Der Film war wirklich enorm kurzweilig.
Sehr viele Effekte gibt es nicht, aber gegen Ende nimmt dies noch etwas zu. Die Effekte sind gut gelungen.
Der Score ist solide und der Soundtrack passt sehr gut.

Fazit: "Jay und Silent Bob schlagen zurück" ist in erster Linie ein Film für Fans der New Jersey Reihe, denn es gibt einfach enorm viele Anspielungen auf diese Filme. Desweiteren ist er ein Film für Freunde von Filmanspielungen allgemein. Wer also weder die vorherigen Filme von Smith gesehen hat oder allgemein nicht so viel sieht, dem kann der Film gar nicht gefallen. Bei mir ist dies nicht der Fall. Ich habe die vielen, bekannten Gesichter genossen, fand die Darsteller toll, fand die Anspielungen auf Smiths eigene Filme grandios und die absurde Story darum hat mir ebenfalls gefallen. Zusätzlich war die Inszenierung gut, die Atmosphäre perfekt und der Unterhaltungswert sehr kurzweilig. "Jay und Silent Bob schlagen zurück" ist ein Film zum Gehirn ausschalten, zum genießen und einfach zum Spaß haben. Toll!

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