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Kritik von Benjamin Falk zu 'Crank 2: High Voltage'

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Partner von Entania
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 11.04.2012
85%
"Crank" war schon echt ein verrückter Film und nebenbei auch noch ein Überraschungserfolg. Also durfte eine Fortsetzung nicht lange auf sich warten lassen und kam dann 2009 auch. Dabei muss man sich selbst fragen: Kann es eigentlich noch verrückter und abgefahrener werden als im ersten Teil? Und die antwortet lautet definitiv: Ja, kann es! "Crank 2" ist noch verrückter, noch freizügiger, noch blutiger und hat noch mehr irrwitzige Ideen.

Das Geschehen setzt direkt an den ersten Teil an. Chev hat den Absturz mehr oder weniger überlebt, wird sofort von irgendwelchen Typen von der Straße gerissen und findet sich kurz darauf in einer Operation wieder. Ihm wird sein Herz entnommen und es wird durch ein künstliches Herz, welches mit Strom betrieben wird, ersetzt. Das soll ihn nur ein paar Tage am Leben halten, damit man ihm auch noch andere Organe entnehmen kann. Als Chev hören muss, dass sein bestes Stück als nächstes dran glauben muss, reicht es ihm. Er flieht und befindet sich fortan auf der Suche nach seinem Herzen. Nebenbei muss er ständig darauf achten, dass seine künstliche Pumpe genügend Strom bekommt.
Eigentlich war Chev ja tot, aber Neveldine und Taylor, die erneut für Regie und Drehbuch verantwortlich waren, pfeifen weiterhin auf Realismus und nutzen das Medium Film aus. Hier kann man halt auch eigentlich schon tote Protagonisten erneut auf die Leinwand holen. Wem schon der erste Teil zu unrealistisch war, der wird an "Crank 2" noch wesentlich weniger Freude empfinden. Statt Adrenalin braucht Chev nun Strom und auch diese Idee entpuppt sich als genial. Sowieso gibt es wieder so viele, zahlreiche Ideen, dass man nur staunen kann. Das ist bizarr, teilweise schon grotesk und so maßlos übertrieben, gleichzeitig aber auch so dermaßen kreativ und verrückt-genial, dass es einfach Spaß macht. Das Drehbuch ist stark, die Story super weitergeführt und so kann der zweite Teil den ohnehin schon abgefahrenen ersten sogar noch überbieten.

Die Darsteller können erneut allesamt überzeugen. Jason Statham passt einfach perfekt in seine Rolle und hat mir vollkommen gut gefallen. Die Figur Chev dürfte zudem wohl die härteste in der Filmgeschichte sein, denn selbst ohne Herz kämpft sich der Kerl durch die Gegend. Auch Amy Smart ist wieder mit von der Partie, ist hier noch freizügiger und kann ebenfalls sehr überzeugen. In einer sehr lustigen, kleinen Rolle gibt es David Carradine zu sehen. Wirklich jeder Darsteller macht seine Sache sehr ordentlich und schwache Leistungen gibt es hier nicht.
Die Figurenzeichnung steht weiterhin hinten an. Profil oder Hintergründe bekommt hier kaum jemand. Da hätten leicht belanglose, blasse Figuren entstehen können, aber die Charaktere sind allesamt so verrückt und kreativ gezeichnet, dass dies niemals der Fall ist. Auf seine ganz eigene Art und Weise besitzt "Crank 2" sogar eine gute Figurenzeichnung.

Wirklich abgefahren ist auch mal wieder die Inszenierung geworden. Weiterhin ist die hektische Handkamera ein Stilmittel, es gibt erneut Split-Screens und viele weitere Spielereien. Wenn Chev und sein Gegner dann plötzlich übergroße Puppen sind und sich ganz im Stile von "Godzilla" und Co. bekämpfen, dann kann man dies eigentlich nur genial oder schlecht finden. Ich fand es genial. "Crank 2" steckt voll von Filmanspielungen und Zitaten der gesamten Popkultur und das macht einfach enorm viel Spaß. Handwerklich ist das ganz stark gemacht. Wer es aber ruhiger mag, wird den Film hassen, denn die Schnitte sind schnell, das Tempo ist rasend und das ganze Geschehen ist stets hektisch. Manchmal gleicht es einer Sinnesüberflutung.
Die Atmosphäre ist ebenfalls erneut sehr stark ausgefallen. Ernst nehmen kann man das schon lange nicht mehr und auch wenn der Grundton meist sehr böse ist, lässt sich "Crank 2" mittlerweile eher als Komödie bezeichnen. Es gibt nämlich viel Humor und dieser ist immer sehr derb und äußerst schwarz. Im Grunde genommen ist das reiner Trash, aber eben verdammt gut gemachter Trash.

Der Unterhaltungswert ist enorm hoch. Wieder mal beginnt das Treiben ohne Einleitung und es geht sofort richtig zur Sache. Vom Gas gehen Neveldine und Taylor in den folgenden 80 Minuten nicht mehr. Es gibt reichlich Action, eine gute Portion Spannung und viel Witz. Einige Szenen zeugen von einer gewissen Experimentierfreude und konventionelles Kino sieht echt anders aus. Die Laufzeit vergeht wahnsinnig schnell und es gibt keine einzige Länge. Wieder mal sind es die vielen Ideen, die den Film tragen. Wenn dann am Ende sogar ein Kopf am Leben erhalten wird, wie man das aus "Futurama" kennt, gibt man der Logik endgültig den Gnadenstoß.
"Crank 2" ist erneut nicht gerade harmlos ausgefallen und bietet sogar eine größere Portion Splatter als der Vorgänger. Es wird oft ziemlich blutig, desöfteren auch ziemlich grafisch und das hat mir sehr gut gefallen. Die Effekte sind überwiegend von Hand gemacht und sehr gut gelungen. Nur der brennende Chev am Ende sieht etwas sehr künstlich aus.
Der Soundtrack treibt das Geschehen wieder ordentlich an und ist sehr gut ausgewählt.

Fazit: Abgefahren, abgefahrener, "Crank", "Crank 2". So muss die logische Weiterentwicklung aussehen. Die Handlung ist noch verrückter und die Ideen noch irrwitziger. Die Darsteller spielen mal wieder allesamt sehr gut, eine tiefgründige Figurenzeichnung wird da nicht benötigt und die Inszenierung ist genial. Was Neveldine und Taylor hier abgeliefert haben, bekommt man wirklich nur selten zu sehen. Ich kenne kaum einen vergleichbaren Film. "Crank 2" ist voll von bösem Humor, Zitaten, Action, nackter Haut, Blut und fällt dabei enorm kurzweilig aus. Somit toppt er den ohnehin schon starken, ersten Teil sogar noch. Ein dritter Teil war mal im Gespräch und die Idee scheint immer noch am Leben zu sein. Wenn es sich auf einem ähnlich hohen Niveau abspielt, dann hoffe ich doch sehr, dass es noch zu einem dritten Teil kommt!

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