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Kritik von Martin Zopick zu 'Kolya'

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Kritik von Martin Zopick
veröffentlicht am 08.11.2017
100%
Obwohl der fünfjährige Kolya (Andrei Chalimon) der Titelheld ist, ist es kein Kinderfilm.
Die Sveraks (Vater Zdenek und Sohn Jan) haben einen warmherzigen preisgekrönten Film gemacht, in dem letztendlich die Menschlichkeit siegt. Es gibt kein Herz-Schmerz Finale, sondern die Vernunft siegt.
Weil der alte Louka (Zdenek Sverak), Musiker auf Beerdigungen, eingefleischter Junggeselle, der weder Tiere noch kleine Kinder mag, Geld braucht, geht er eine Scheinehe mit einer Russin ein. Die geht gleich nach der Hochzeit stiften und hinterlässt ihm ihren Sohn Kolya.
Der Film erzählt, wie sich die zwei anfreunden. Es beginnt mit Verärgerung des Alten, der lieber die jungen Musikstudentinnen vernaschen würde, als auf Kolya aufzupassen, über Hilflosigkeit und Verständnis bis zu einer innigen Opa-Enkel Zuneigung.
Dabei gibt es Sprachprobleme, sie müssen vor der Stasi auf der Hut sein, Loukas Mutter und Freunde bieten Unterschlupf. Später machen sie einen Ausflug, grillen und zelten. Sie gehen Schuhe kaufen, sie verlieren sich aus den Augen in der U-Bahn und gehen ins Kino. Kolya erkrankt. Die Fieberträume des Jungen sind Anlass für optische Spielereien des Kameramanns. Im Grunde machen sie alles durch, was Eltern mit ihren leiblichen Kindern auch so erleben.
Als Roter Faden zieht sich Loukas Cellospiel auf der Empore bei Beerdigungen durch den ganzen Film. Und hier haben die Sveraks lustige Einfälle, in denen auch Loukas Freundin und Solistin Klara (Libuse Safrankova) eine nicht ganz unwichtige Rolle spielt.
Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass Tschechen und Russen nicht gerade Freunde sind. Das gipfelt in Massendemos der "Samtenen Revolution" 1989, dem Umbruch in Osteuropa.
Durch viele nette Regieeinfälle wird erreicht, dass man den Alten und den Jungen ins Herz schließen muss. Z.B. wird Kolyas Heimweh deutlich, wenn er in der Badewanne mit Babuschka telefoniert. Die Brause ist der Hörer.
Die Mutter kommt Kolya holen, Louka spielt wieder im Philharmonischen Orchester. Alle, Jung, und Alt, sind gewachsen und gereift im Sinne höherer Werte. Vernunft und Emotionen müssen nicht nota bene Gegensätze sein. Oscar!
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