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Kritik von Martin Zopick zu 'Asche und Diamant'

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Kritik von Martin Zopick
veröffentlicht am 05.05.2018
80%
Der zweite großartige Klassiker der Regielegende Andrzej Wajda nach dem 'Kanal' ist eine Elegie auf das untergegangene Polen, das nach Ende des 2. Weltkrieges eine Neuorientierung versucht. Es ist der 8. Mai 1945 und Deutschland hat kapituliert.
In Polen feiert man das Ende des Krieges, aber es gibt noch alte Rechnungen. Eine Gruppe Freiheitskämpfer unter Maciek (Zbigniew Cybulski, der polnische James Dean! Nicht nur wegen seines Aussehens sondern wegen seines frühen Todes) soll den Sekretär der Arbeiterpartei Szczuka umbringen. Sie kämpfen gegen die Kommunisten. Doch die Freiheitskämpfer töten die falschen.
Parallel dazu gibt es ein offizielles Festbankett, das die Vertreter der Presse (sic!) ins Chaos stürzen und Maciek verliebt sich in die Bardame Krystyna (Ewa Krzyzewska). Auf einem Grabstein entdecken sie ein Gedicht des polnischen Dichters Norwid: ist Polen die Asche, da das ganze Land verbrannt ist und unter der Asche liegt noch der wahre Kern des polnischen Volkes: ein Diamant.
In den 50er Jahren war der Patriotismus verständlich, heute im vereinten Europa ist er eher hinderlich.
Der Freiheitskampf endet tragisch. Maciek wird erschossen, endet auf einer Müllkippe. Zuvor hatte er noch die beiden von ihm erschossenen Arbeiter aufgebahrt gesehen. Kommunisten und die Intelligenzija samt Adel feiern bis zum Abwinken. Die Schlusspolonaise wirkt wie ein Aufmarsch von Zombies. Das Kreuz hängt verkehrt rum. Symbolträchtig trabt ein Schimmel durchs Bild.
Die s/w Optik ist äußerst beeindruckend, die Story teilweise eher kryptisch. Aber so ist das nun mal mit Elegien: man trauert um Verlorenes, hängt aber nicht bedingungslos an der Nostalgie, weil man neue Wege sucht. Andrzej Wajda hat das auch getan. Das Grübeln überlässt er dem Zuschauer.
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