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Kritik von Dirk Hoffmann zu 'Massai'

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Kritik von Dirk Hoffmann
veröffentlicht am 11.05.2018
70%
Bevor Robert Aldrich (1918-1983) mit Filmen wie "Hollywood-Story" (1955), "Das dreckige Dutzend" (1967) und "Die Chorknaben" (1977) Meilensteine in seiner Karriere setzte, fasste er nach einigen Engagements für Fernsehserien 1954 mit zwei Western in Hollywood Fuß, in denen er Burt Lancaster jeweils in den Hauptrollen besetzte. In "Massai - Der große Apache" mimt Lancaster den Apachen-Indianer Massai, der sich mit der Kapitulation seines Stammes vor den Weißen nicht abfinden kann.
Im Jahr 1886 gibt sich Apachenhäuptling Geronimo (Monte Blue) nach zermürbenden Kriegen mit den Weißen geschlagen und willigt in das Kapitulationsabkommen ein, zu dem die Zwangsumsiedlung der Indianer nach Florida gehört. Doch der überzeugte Krieger Massai (Burt Lancaster) will sich dieser Schmach nicht beugen und versucht auf eigene Faust, dem Schicksal der Deportation zu entfliehen. Während die Weißen unter Führung von Al Sieber (John McIntire) versuchen, den unbequemen Aufrührer zu finden, unternimmt Massai eine anstrengende Wanderung durch die Berge, um sich vor seinen Verfolgern zu verstecken. Dass die Indianerin Nalinle (Jean Peters) dabei nicht von seiner Seite weichen mag, erleichtert die Sache nicht gerade, zudem sie nichts unversucht lässt, Massai davon zu überzeugen, es wie die Cherokee, die in friedlicher Eintracht mit den Weißen leben, mit dem Anbau von Mais zu versuchen, um auch im Winter Nahrung zu haben.
Robert Aldrich hat mit "Massai - Der große Apache" einen stimmungsvollen Western inszeniert, der anhand des Einzelschicksals eines Indianers eindrucksvoll die Nöte eines in die Enge getriebenen Volkes beschreibt, das seines angestammten Lebensraums beraubt und gezwungen wird, sich dem zivilisierten Leben der Weißen anzupassen. Dass dies durchaus funktionieren kann, erlebt Massai, als er auf der Suche nach Essen auf der Farm des Cherokee-Indianers Dawson (Morris Ankrum) landet, der ihm zum Abschied einen Beutel voll Mais-Körner in die Hand drückt, um Massai zu einem Farmer-Leben in friedlicher Koexistenz mit den Weißen zu ermutigen. Doch auf Massai wirkt die Zivilisation nur verstörend, wie Aldrich meisterhaft mit dem städtischen Treiben in St. Louis veranschaulicht. Im Gegensatz zum hektischen und ausgelassenen Trubel der Großstadt stehen die großartigen Aufnahmen der oft noch unberührten Landschaft, in der sich Massai mit Nalinle durchschlagen muss, in der gerade im Winter die Suche nach vereinzeltem Wild zur Überlebensfrage wird.
Burt Lancaster überzeugt in der ungewohnten Rolle des wilden Indianers, der sich nicht zivilisieren lassen will, ebenso wie die starken Bilder von Ernest Laszlo, der mit Aldrich auch an den Filmen "El Perdido", "Vor uns die Hölle" und "Vier für Texas" zusammengearbeitet hat. Einzig das unglaubwürdige Happy End, das Produzent Harold Hecht und Regisseur Robert Aldrich auf Drängen des Studios United Artists statt des ursprünglich inszenierten einsetzen mussten, wirkt wie ein Wermutstropfen in einem ansonsten überzeugenden Western.
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