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Kritik von Martin Zopick zu 'Silkwood'

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Kritik von Martin Zopick
veröffentlicht am 09.02.2018
95%
Der beste Film über das Thema 'Frauen als Gewerkschafter' ever. Mike Nichols hat ein komplexes und durchaus realistisches Bild von der Situation, in der Karen Silkwood lebte, gezeichnet. Sie arbeitet in der Plutoniumfabrik Kerr-McGee, die 2006 geschlossen wurde, wo sie auf gefährliche Ungereimtheiten stieß, lebensbedrohliche Vertuschungen, die das Management deckte. Röntgenaufnahmen der Brennstäbe wurden so retuschiert, dass sie unbedenklich erscheinen. In den 80er Jahren war es noch kaum im Bewusstsein, dass Plutonium Krebs erzeugt. Neben diesem Hauptstrang des Films gibt es noch einen weiteren, der zusätzliche Probleme ins Leben von Karen brachte. Sie lebte mit ihrem Freund Drew (Kurt Russell) und einer lesbischen Freundin Dolly (Cher) zusammen. Das birgt genügend Sprengstoff innerhalb der WG, und außerhalb gefällt das den Hinterwäldlern im Mittleren Westen gar nicht. Karen ist geschieden, ihr Ex hat die Kinder, die sie sehr vermisst. Als man von höherer Stelle auf sie aufmerksam wird, beginnen die Schikanen. Mehrmals löst sie Nuklear-Alarm aus, was bedeutet, dass sie abgeschrubbt werden muss. Ihr Haus wird mit einem Geigerzähler durchkämmt und prompt schlägt der aus. Alles aus dem Haus wird entfernt.
Karen ist im wahrsten Sinne des Wortes allein. Drew schaut vorbei, Karen trifft sich mit Vertretern der Gewerkschaft und der Washington Post. Sie macht weiter, obwohl sie verstrahlt zu sein scheint. Unabhängige Experten wagen vage Prognosen. Sie beruhigen sie, könnten sich aber auch um plus / minus 300% verschätzen. Und dann der unheimlich bewegende Schluss: ohne Worte, ohne einen Kommentar sieht man wie Karen verunglückt. Vielleicht wurde ihr Wagen von der Straße abgedrängt?! Da war doch wer hinter ihr!? Kameraschwenk auf ihr Grab. Dazu 'Amazing Grace', was einen auch ohne diesen Hintergrund zum Taschentuch greifen lässt.
Für die grandiosen Darsteller gab es nur Nominierungen. Dennoch ist der Film unglaublich sensibel und vielschichtig. Dabei wird durchaus realistisch nur das beleuchtet, was man weiß und das ganz ohne Melodramatik. Aufgeklärt wurde ihr Tod nie. Heute würde man sie als 'Whistleblower' bezeichnen.
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