foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Elke König zu 'Auf brennender Erde'

WERBUNG
Kritik von Elke König
veröffentlicht am 17.09.2017
95%
Inhaltsangabe:

In dieser tragischen Geschichte steht ein Wohnwagen im Mittelpunkt. Ein Wohnwagen, der irgendwo in der Wüste von New Mexico steht. Er ist verlassen und heruntergekommen und doch ist er das Synonym für Sünde und Schuld. Der Wohnwagen ist komplett abgebrannt und im Innern hat man zwei Leichen entdeckt, die wohl gerade beim Liebesspiel gewesen waren.

Sylvia (Charlize Theron) leitet an der Westküste ein Restaurant und tut dies mit aller Freundlichkeit, die sie aufbieten kann. Niemand ahnt, wie kaputt sie sich im Inneren fühlt. Ihre Verletzlichkeit zeigt sich durch lieblose Bettgeschichten und gelegentlichen Suizidgedanken. Eines Tages taucht Carlos (José María Yazpik) auf - im Schlepptau das Mädchen Maria (Tessa Ia). Der Vater des Mädchens (Danny Pino) hatte einen schweren Unfall mit seinem Sprühflugzeug und es ist ungewiss, ob er heil aus der Sache heraus kommt.

Sylvia lehnt zuerst jeden Kontakt zu dem Mädchen ab, bis sie schließlich ihre Freundin Laura (Robin Tunney) bittet, ihr zu helfen. Währenddessen wird in Rückblenden die Geschichte von Gina (Kim Basinger) erzählt. Gina, Mutter von vier Kindern und gerade von einer schweren Krebserkrankung genesen, lernt Nick (Joaquim De Almeida) kennen. Eine heiße Affäre entsteht und sie treffen sich im Wohnwagen mitten in der Wüste. Die älteste Tochter Marianna (Jennifer Lawrence) spioniert der Mutter hinterher und trifft dabei eine folgenschwere Entscheidung.

Santiago (JD Pardo) ist im Nachhinein schockiert von der Niedertracht des Vaters. Bei der Beerdigung sieht er Marianna und er kann sie dazu bewegen, mit ihm gemeinsam die Geschichte der untreuen Eltern aufzuarbeiten. Dabei kommen sie sich gefährlich nahe, sehr zum Missfallen der übrigen Familienmitglieder. Bis sie zu einer Entscheidung gezwungen werden, die ihr Leben für immer verändert.

Mein Fazit:

Puh, was für eine Geschichte!

Ich habe mich im Vorfeld zu diesem Film ein bisschen damit beschäftigt und erfahren, dass es im Grunde ein Episodenfilm ist. Es gibt mehrere Zeitebenen, die die Geschichte um diesen Wohnwagen in allen Facetten erzählt. Es folgt eine gewisse Chronologie, die Zeitebenen wechseln jedoch immer wieder. Allerdings ist dies ziemlich klar zu verfolgen, es gibt da keine Missverständnisse oder ähnliches.

Was soll man zu einer Geschichte schreiben, die mich zum Teil fassungslos zurückgelassen hat? Fassungslos deshalb, weil die ganze Dramatik der Geschichte sich zum Ende hin immer weiter aufbaut. Auch wenn ich geahnt habe, wohin es führt, wollte ich es nicht wahrhaben, weil es einfach so schrecklich war. Es geht im Grunde genommen um diese drei Frauen: Sylvia, Gina und Marianna. Alle drei haben sie ungeheure Schuld auf sich genommen. Schuld, die man teilweise kaum in Worte beschreiben kann. Und doch ist es auch menschlich und nachvollziehbar. Und diese Schuld wurde nicht immer bewusst herbeigeführt, sondern entstand auch aus einer besonderen Situation!

Kim Basinger und Jennifer Lawrence als Mutter-Tochter-Gespann hat mir dabei besonders gut gefallen. Beide haben ihre Rollen glaubhaft und authentisch ausgefüllt und ihre seelische Not haben sie sehr gut transportiert. Der Regisseur, der auch gleichzeitig das Drehbuch geschrieben hat, bewies bei der Rollenverteilung ein sehr gutes Händchen. Gina führt eigentlich ein gutes Leben, der Mann hat Arbeit und sorgt gut für die Familie, aber er ist selten zu Hause. Die überstandene Krebserkrankung schwelt noch über ihnen und im Bett klappt es auch nicht mehr so richtig. Wenn Gina unterwegs ist, sorgt die älteste Tochter Marianna für die Geschwister. Offenbar hatte es sich durch die Krankheit zuvor gut eingespielt. Allerdings stellt Marianna Veränderungen an ihrer Mutter fest und wird misstrauisch. Ihrem Vater sagt sie nichts dazu, sondern trägt es ganz allein mit sich aus. Sie mag ihre Mutter nicht, aber was letztendlich passierte, hat sie schlichtweg nicht gewollt.

Die männlichen Figuren in dem Film sind eher nebensächlich und begleiten die Frauen nur, was deren Schuld nur noch mehr unterstreicht. Gespielt haben sie jedoch alle gut und überzeugend. Alle gaben mir das Gefühl, sie ein Stück weit auf ihrem Weg zu begleiten. Durch die atmosphärischen und eindringlichen Bilder fühlte ich mich manchmal wie eine Voyeurin, die sich verbotenerweise still und leise dazugesellt hat. So ein Gefühl habe ich selten bei einem Film!

Mit dem Ende bin ich nicht ganz zufrieden, dass ging mir an der einen oder anderen Stellen dann doch etwas zu glatt. Ansonsten kann ich den Film empfehlen und bewerte ihn daher mit 95%.

War diese Kritik hilfreich?
2 von 3 Besuchern fanden diese Kritik hilfreich.
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG
Kurz-Link zu dieser Seite: http://zel.lu/k8LD
foyer | charts | filmnews | kinostarts | kinoprogramm
kritiken | heimkino | directory | background
 
zelluloid.de • ©1998-2017 Denis Hoffmann & Alexander Jachmann
 
SitemapImpressuminfo@zelluloid.de
Hinweise zum DatenschutzNutzungsbedingungen