Dass der Krimi auf einer wahren Begebenheit basiert, ist relativ unwichtig. Entscheidend ist hier der Versuch eine frühkindliche, emotionale Entwicklung zu schildern, die dazu führt, dass ein Mädchen zur Mörderin wird. Der Fall wird von verschiedenen Perspektiven aus betrachtet, und zwar der des Opfers sowie der der Täterin. Darüber hinaus wird das familiäre Umfeld mit einbezogen. Der Gegensatz der beiden Mädchen könnte größer nicht sein: hier die schöne, schlanke, von allen geliebte Tänzerin Rachel (
Kate Bell), auf der anderen Seite die nicht so hübsche, fette, von allen gehänselte Caroline (überragend die wechselnde Mimik von
Ruth Bradley). Große Bedeutung hat Carolines Verhältnis zu ihrem Vater (
Sam Neill), der streng, abweisend und ohne Zuneigung zu seiner Tochter ist. Ihre Mutter taucht gar nicht auf, ist ihr aber zutiefst verhasst. Im weiteren Verlauf der Handlung wird deutlich, dass Caroline den Sinn zur Realität immer mehr verliert, ja dass sie echt krank ist. Sie ruft sich selber an und stellt überraschend fest 'Ich bin nicht da! ' Nach dem Mord sagt sie 'Mein Leben ging heute zu Ende. Ich bin neu.' Die grauenhafte Darstellung der Tat selber zeigt, wie sehr Caroline ihre Überlegenheit genießt (inklusive Lustgefühl mit Speichelfluss) und was Rachel im Moment ihres Todes durch den Kopf geht. Ob so eine tiefe seelische Störung therapierbar ist, lässt der Film offen. Und das ist auch gut so. Glaubhaft nachvollziehbar.