Ein Remake ist eine Neuverfilmung eines bereits existierenden, meist mehrere Jahrzehnte älteren Films.
Der Zombiefilm hat schon viele Variationen erhalten. Seit
George A. Romero einen Kulthit mit "
Dawn of the Dead" 1978 landete ist das Genre irgendwie nicht totzukriegen. Beginnend mit
Zack Snyders ("
300")
Remake von 2004 erhielt das tot geglaubte Dasein des Zombiefilms neue Impulse. Mit Fortsetzungen wie "
Land of the Dead" vom Altmeister persönlich oder auch neue Beiträge wie "
28 Days Later" machten das Geschehen auch für Kultregisseur
Robert Rodriguez interessant, der bereits seit Jahren an der Umsetzung für einen klassischen Zombiefilm arbeitet.
Das Ergebnis ist jetzt der zweite Film des sogenannten Grindhouse Projekts, das Rodriguez zusammen mit Tarantino entwickelt hat. "Planet Terror" ist insgesamt auch besser und vor allem unterhaltsamer als Tarantinos Beitrag "Death Proof". Auch dem Konzept des Grindhouse-Kinofeelings dürfte wohl eher "Planet Terror" am nächsten kommen.
Zimperlich ist der Film nicht. Und letztenendes wird über die gesamte Laufzeit gemetzelt, gemeuchelt und geballert was das Zeug hält. Die Story ist unwichtig. Gott sei Dank kommt sie wenigstens etwas erfrischend anders rüber als bei den Genrevertretern. Das größte Bonus des Films sind sicherlich seine verschrobenen Charaktere und die unkonventionelle Erzählweise: Da kommt mitten im Film eine Texttafel die berichtet das eine ganze Filmrolle fehlt(!). Daher geht der Film dann ein Stückchen vorwärts weiter. Das mag einigen aufstoßen, jedoch kann man hoffen das der Film auf der DVD Version wieder komplett sein wird, da dort das Fehlen einer Filmrolle schlecht begründet werden kann.
Der Ton macht die Musik. "Planet Terror" geht einen anderen Weg als seine Konkurrenz. Er macht sich einfach über alles lächerlich. Eher mit "Shaun of the Dead" zu vergleichen als mit "Dawn of the Dead". Der Gewaltfaktor ist enorm hoch. Selbst "Land of the Dead" erprobte Zuschauer könnten das eine oder andere Mal schwer schlucken. Allerdings ist das Ganze so überzogen, so comichaft inszeniert, dass das Geschehen etwas abmildert. Man lacht eher darüber als einfach nur angeekelt wegzusehen.
Extrem schade nur, dass sich das Geschehen nur auf das abgenudelte Szenario einer amerikanischen Kleinstadt konzentriert. Hoffen wir, dass das Setting im kommenden "Alien vs. Predator" Film neue Impulse erhält. Zwar passen die vielen abgründigen Charakter gut herein, aber schlussendlich hat man alles irgendwie schon mal gesehen. Nächster Kritikpunkt ist der Cameoauftritt von Tarantino. Tut mir Leid, aber eine billige Kopie seiner "From Dusk Till Dawn" Rolle. Im Deutschen macht zudem seine Synchronstimme einiges kaputt. Bruce Willis dagegen ist cool wie immer und Fergie macht als Zombiefutter auch eine gute Figur. Als Hauptdarstellerin ist Rose McGowan sicherlich die tragende Figur des Films. Sie spielt sehr gut und mit genug Augenzwinkern. Und ihr finaler Auftritt ist zudem an Coolness kaum zu überbieten.
Ein kleines Meisterwerk wie "Sin City" ist Rodriguez mit seinem ganz persönlichen Zombiefilm nicht gelungen. Dennoch bietet der Film viele coole und originelle Momente die ihn sicherlich ebenfalls zum Kult werden lassen. Der ultimative Zombiefilm ist es allerdings jetzt nicht geworden. Es bleibt bei einem kleineren Genrebeitrag. Aber einen, den man als Fan schon gesehen haben sollte.