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Kritik von Artur Jaworski zu 'The Dark Knight'

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Partner von Entania
Kritik von Artur Jaworski
veröffentlicht am 06.02.2009
90%
Sequel ist der englische Begriff für eine Fortsetzung.
Eine Graphic Novel (dt. meist Comicroman, auch illustrierter oder graphischer Roman) ist eine Form des Mediums Comic. Sie bezeichnet längere Comic-Geschichten, welche die Komplexität und Tiefe des literarischen Romans anstreben.
Quelle: wikipedia.org
Batman ist zurück, und mit ihm Christian Bale in der vielfach gelobten Rolle des dunklen Ritters. Doch dieses Mal stiehlt ihm ein begnadeter Nebendarsteller die Show: Heath Ledger liefert als anarchischer Joker, der wahrscheinlich populärste wie auch berüchtigste Schurke der Comic-Geschichte, die Vorstellung seines Lebens ab. Das von Regisseur Christopher Nolan meisterlich in Szene gesetzte Sequel zu "Batman Begins" beeindruckt als eine exzellent gespielte, ambitiöse Verschmelzung aus psychologisch differenziertem Drama und furiosem Actionkino mit subtilen politischen Anspielungen. Definitiv eines der imposantesten Highlights des letzten Kinojahres.

Bereits seit sieben Dekaden gehört er zur Popkultur dazu wie kaum ein anderer Comic-Held: Der von Bob Kane und Bill Finger kreierte, von Frank Miller in den 1980er-Jahren neu gedeutete Bruce Wayne alias "The Dark Knight". Nach sechs mal mehr, mal weniger nennenswerten Kinoeinsätzen ist der gesetzlose Rächer nunmehr im Post-9/11-Zeitalter angekommen. Das künstlich verfremdete Gotham City aus den vorherigen Filmen ist einer wirklichkeitsnahen Analogie zu der typischen US-amerikanische Großstadt gewichen. Einem Moloch, der die Albträume unserer aktuellen sozialpolitischen Realität überspitzt versinnbildlicht. Batmans neuer Rivale ist ein Furcht einflößender, da irrational handelnder Verbrecher. Der ultimative Terrorist, welcher nach der totalen Verwüstung giert.

Er bezeichnet sich als Joker und erinnert an einen bizarr geschminkten Psychopathen, dessen Genie und Wahnsinn sich zu einer hoch gefährlichen Mischung vereinen. Mittels einer Welle des Chaos und der Gewalt, versucht er vehement, Gotham zu destabilisieren. Um dem diabolischen Gangster wirkungsvoll die Stirn bieten zu können, verbündet sich Batman mit dem Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent (Aaron Eckhart). Ihr gnadenloser Kampf gegen den Joker beschwört eine verhängnisvolle Tragödie herauf.

Heath Ledgers ("Brokeback Mountain") dämonisch-charismatische, mit zutiefst grotesken Nuancen gespickte Interpretation des Bösewichts gleicht einem neuzeitlichen, punkigen Mephisto. Seine Performance impliziert eine ambivalente, schier verstörende Personifikation des Bösen und führt unsere ideelle Vorstellung vom friedvollen Idealismus ebenso entlarvend wie provokativ ad absurdum. Ledgers Darbietung ist exzentrisch, prägnant, einfach famos. Zu Recht wurde das Vermächtnis des äußerst talentierten und begehrten Stars mit zahlreichen Preisen honoriert. Der Nachteil eines derart dominanten und schillernden Auftrittes ist allerdings das latente Verblassen der übrigen Ensemblemitglieder. Nichtsdestotrotz machen allen voran die Charakterköpfe Christian Bale ("American Psycho") und Aaron Eckhart ("Thank you for Smoking") eine gute Figur und bringen die zwiespältigen Entwicklungen ihrer Rollen routiniert zum Ausdruck. Einzig Maggie Gyllenhaal ("Secretary") bekommt als Bruce Waynes große, unerreichbare Liebe Rachel Dawes wenig Raum für darstellerische Entfaltung. Dennoch stellt die begabte Mimin ihre apathische Vorgängerin Katie Holmes ("Batman Begins") in jeglicher Hinsicht mühelos in den Schatten.

Aber "The Dark Knight" hat jenseits seiner 9/11-Symbolik, brisanten Thematik oder der eindrücklichen schauspielerischen Akzente auch andere Vorzüge zu bieten. Christopher Nolans kunstvolle Comicverfilmung vermittelt überhaupt das Gefühl, vor Opulenz und Intensität beinahe zu zerbersten. Dementsprechend brillieren die von Peter Lando (Set Decorator) und Nathan Crowley (Art Director) gestalteten Szenenbilder stets mit einem formvollendeten, künstlerisch hochwertigen Design. Die entfesselte Kamera von Wally Pfister ("Memento") bannt das filmische Geschehen permanent in expressive, glanzvolle Aufnahmen. Lee Smiths ("Master & Commander") dynamischer Schnitt peitscht den Film regelrecht voran, und zu guter Letzt bringt ein bombastischer Score der Komponisten Hans Zimmer ("Der König der Löwen") und James Newton Howard ("King Kong") die Stimmungen der einzelnen Handlungsstränge betont auf den Punkt. Nolan treibt sein audiovisuelles Feuerwerk bis zum Extremum. In Anbetracht der daraus resultierenden dramaturgischen Rasanz und atemberaubenden Wucht, sollte es nicht übermäßig schwer fallen zu verzeihen, dass die an und für sich geistreiche Geschichte bisweilen drehbuchbedingte Defizite und konstruierte Wendungen aufweist.

Fazit: Christopher Nolans extrem düsterer Geniestreich ist sowohl hintergründig als auch komplex aufgebaut. Der neue, teils innovative "Batman" ist ein erwachsener, knallharter Actionthriller geworden, der Bruce Waynes komplizierten Charakter psychologisch präzise weiterzeichnet und in diesem Rahmen die Grenzen zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch zunehmend unscharf werden lässt. Bei aller Masse an blendenden Spezialeffekten und überwältigenden Schauwerten, stellt sich das Grundgerüst der atmosphärischen Crime-Saga gleichwohl in den Dienst eines emotionalen Dramas um zwischenmenschliche Konflikte sowie einer durchaus facettenreichen Reflexion darüber, welche Mittel moralisch vertretbar sind, wenn es darum geht, Menschenleben und ein rechtsstaatliches System zu schützen. "The Dark Knight" ist ein episches, gewaltiges und als Graphic Novel-Adaption Maßstäbe setzendes Monstrum von Film. Bedacht mit acht Oscar-Nominierungen und qualifiziert für den Status eines modernen Klassikers.

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