Der Hype war enorm. Die Publicity nach dem
Tod Ledgers gigantisch. Der Film brach in den USA in den ersten vier Wochen alle Rekorde. Platzierte sich sofort auf
Platz 2 auf der Liste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Überflügelte damit All-Time Classics wie "
Star Wars", "
E.T." etc.; selbst "
Titanic" könnte noch ein wenig zittern um den ersten Platz. Gerechtfertigt? Sicherlich, die ganzen schlimmen Geschichten, die sich um den Film anhäuften, trugen ihren Teil bei. Jedoch sollte man nicht vergessen: Dieser Film ist wirklich das erwartete Meisterwerk. "The Dark Knight" ist mit Abstand der beste Film des Jahres 2008. Sicherlich auch die beste Comicverfilmung aller Zeiten.
Der Film ist wie ein Wirbelsturm, am Anfang noch verhalten. Jedoch, spätestens nach den ersten Auftritten des Jokers, entfaltet sich eine Sogwirkung, eine Kraft die ihresgleichen sucht. Und das ist gar nicht mal in den tollen Actionszenen des Films begründet, sondern es sind die Darsteller, die Story, die so mitreißen. Christian Bale hält sich dezent zurück. Sein Batman ist eine gebrochene Figur die gegen einen unaufhaltsamen Sturm zu kämpfen scheint. Jedesmal wenn es ihm gelingt den Joker aufzuhalten oder auf die Schliche zu kommen, hat der noch etwas viel Schlimmeres in petto. Bale spielt genial, jedoch ist es nicht er, der den Film zu so einem Erlebnis macht. Es ist tatsächlich Heath Ledger, dessen Perfomance fast schon nicht zu beschreiben ist. Sein Joker ist eine der bösesten und fiesesten Geschöpfe Hollywoods seit langem. Vergessen ist Jack Nicholsons Comedy Version. Auch wenn der Joker auch in TDK für einige Lacher sorgt. Oft genug bleibt einem das Lachen im Halse stecken.
Die nächste tragende Figur des Films verkörpert Aaron Eckhart als Harvey Dent. Seine Entwicklung im Laufe des Films ist die eigentliche Geschichte von TDK. Eckhart spielt seine Figur als perfekte Identifikation für den Zuschauer. Er ist der wahre Held des Films, der tief fällt.
"Welcome to a World without Rules" ist der martialische Untertitel des Films. Und es passt, Dent, Batman und alle anderen "guten" Charaktere werden, nachdem der Joker sein Inferno inszeniert hat, nicht mehr die selben sein. Überhaupt ist die enorme Stärke der Story Jokers Plan, bzw. das nicht vorhandensein desselbigen. Der Joker will die Welt brennnen sehen, heißt es Film. Und das ist letztenendes seine Motivation. Ein höchst interessanter Schachzug von Nolan. Im Gegensatz zu anderen Superschurken die einen genialen Plan haben, sich zu bereichern oder die Weltherrschaft zu übernehmen sind die Motive des Jokers so wahnsinnig und doch irgendwie deswegen so interessant und fesselnd.
Abstriche sind eigentlich nicht auszumachen. Two-Face sieht mit der CGI Maske wirklich etwas over the top aus. Das ist aber auch der einzige, wirklich echte Kritikpunkt.
Schon "Batman Begins" war nicht nur einfache Superheldenkost. "The Dark Knight" jedoch entfernt sich vom Mainstream schon recht deutlich. Die Charaktere sind vielschichtig, stellenweise schwer zu durchschauen. Überraschende Wendungen kommen im Minutentakt und in seinen 152 Minuten nimmt der Film sich massig Zeit für seine Figuren. Der Erfolg, ob ausgelöst durch den Hype oder nicht, TDK ist ein Meisterwerk. Der beste Film Christopher Nolans, es ist ein Muss den Film zu sehen. Und es spricht immerhin für den Erfolg, dass das Publikum nach intelligenter Unterhaltung dürstet. Hoffentlich mal wieder ein Signal für Hollywood ...