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Kritik von Dennis zu 'The Dark Knight'

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Kritik von Dennis
veröffentlicht am 21.08.2008
90%
Die Internet Movie Database (IMDb) ist eine Datenbank über Filme, Fernsehserien, Videoproduktionen und Videospiele sowie über die Personen, die daran mitgewirkt haben.
www.imdb.com

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Ein Spoiler ist eine Information zur Handlung, die wesentliche Spannungs- oder Überraschungselemente vorwegnimmt.
Das lange Warten hat ein Ende: Batman, der dunkelste aller Superhelden ist zurück auf der Leinwand. Grandioser, realistischer und atemberaubender als je zuvor.

Der Hype um diesen Film war in den letzten Monaten sehr enorm. Eine allgemeine Euphorie machte sich breit, man sprach von einem der besten Filme aller Zeiten. Regisseur Christopher Nolan habe mit seiner Inszenierung die Messlatte für Comic-Verfilmungen auf eine neue Ebene gelegt.
Zum einen dürfte die umfangreich gestaltete Cross-Promotion des Films für diesen aufwendigen Medienrummel verantwortlich sein, die sich bereits schon vor über einem Jahr im Internet mit verschiedenen Alternate Reality Games bemerkbar machte. Allerdings lassen sich die Besucherrekorde ebenso anhand des tragischen Todes des Joker-Darstellers Heath Ledger vermuten, der im Januar 2008 unerwartet an den Folgen eines versehentlich überdosierten Medikamentencocktails verstarb und in "The Dark Knight" seine letzte große Kinovorstellung abgibt. Kritiker und Fans fordern bereits eine posthume Oscarnominierung für den toten Star, der als Oberschurke Joker eine wahnwitzige und zugleich diabolisch schaurige Vorstellung abliefert und schon jetzt als einer der fiesesten Kinobösewichter aller Zeiten gehandelt wird.

Der Vergleich mit Filmen wie "Der Pate" oder "Pulp Fiction" wie ihn viele Fans und Kritiker tätigen, nur um "The Dark Knight" in den Olymp der besten Filme aller Zeiten zu hieven, ist völlig fehl am Platz. Die Top250 Liste der IMDb, welche eine derartige Diskussion überhaupt erst in Gang setzte, ist mit Sicherheit auch keine repräsentative Tabelle. Denn dort konnte "The Dark Knight" mit Hilfe der User gleich in seiner ersten Startwoche die Spitzenposition für sich behaupten. Aufgrund der Popularität dieses Internetportals bestätigt dies zumindest einen wichtigen Aspekt: Die Fans sind begeistert!

Mit dem Augenmerk auf das Superhelden-Genre ist dem Regisseur Christopher Nolan nämlich sehr wohl ein Meisterwerk gelungen: Nämlich die beste Comic-Verfilmung aller Zeiten geschaffen zu haben.
Was der Zuschauer zu sehen bekommt ist wahrlich ein grandioses Gangster-Epos à la "Departed - Unter Feinden", verpackt in einem Batman-Kostüm. Nolan schuf dadurch die bislang fesselndste und realistischste Comic-Inszenierung der Filmgeschichte - insofern dies überhaupt möglich ist.

Die Story setzt nach den Ereignissen von "Batman Begins" an. Der Joker (Oscarreif: Heath Ledger), ein manisch-verrückter Killer ohne Identität, versetzt Gotham City in Angst und Schrecken. Selbst die herrschenden Gangsterbosse müssen den Psychopathen fürchten, der offenbar die ganze Macht der Unterwelt an sich reißen möchte. Nicht, wie andere, aus Habgier, sondern lediglich aus Spaß an der Freude. Oder ist es die Freude am Spaß? Beides bedeutet für ihn, die Welt brennen zu sehen. Sein Ziel ist das totale Chaos, die komplette Anarchie und das Scheitern der guten Mächte.
Batman alias Bruce Wayne (Christian Bale) erhält im Kampf gegen seinen neuen Gegner wieder reichlich Beistand: Butler Alfred (Michael Caine) berät durch seine symbolisch philosophischen Geschichten, Lucius Fox (Morgan Freeman) stattet den Flattermann stets mit neuer High-Tech Ausrüstung aus und Lt. Gordon (Gary Oldman) unterstützt den dunklen Ritter, wo er nur kann. Zudem kommt die Hilfe des neu gewählten Staatsanwalts Harvey Dent (toll: Aaron Eckhart) gerade recht. Auch er hat es sich zur oberen Priorität gemacht, die Kriminalität und Korruption in Gotham City komplett auszulöschen. Für seinen Mut, muss dieser allerdings schon sehr bald einen sehr hohen Preis bezahlen. Denn trotz des immensen Widerstandes, hat der Joker stets ein weiteres Ass im Ärmel: Immer wieder gelingt es ihm, seine quälerischen Spielchen bis aufs Äußerste auszureizen, wobei selbst ein Held wie Batman an seine psychischen Grenzen stoßen wird.

Die Story des Films ist spannend erzählt und fesselnd inszeniert. Zudem besticht das Werk inhaltlich durch tragische Muster, wodurch Fragen nach Schuld und Unschuld, Macht und Gier und nach der Verführung des Bösen aufgeworfen werden, wofür der Film jüngst das Prädikat: "besonders wertvoll" von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) verliehen bekam.
Die Action des Films ist außerdem ein purer Genuss und an keiner Stelle überladen, was beispielsweise jüngste Comic-Verfilmungen wie "Spider-Man 3" oder "Iron Man" mit Bravour verhunzten. Hier wurde so wenig wie möglich mit CGI gearbeitet. Das meiste sind tatsächlich durchgeführte Stunts, was den Realitätsfaktor des Films noch einmal hervorhebt. Somit tut endlich mal einer das, was im Actionkino schon lange wieder einmal nötig war: Den Ball flach halten! Allein die Anfangssequenz ist sehr aufregend und optisch reizvoll gefilmt und erinnert stark an Michael Manns Regiestil aus "Heat".
Die düstere Atmosphäre des Films ist genau die richtige Richtung, die Nolan für die Franchise eingeschlagen musste um ihn dem aktuellen Zeitgeist anzupassen. Der realistische Look steht der Serie einfach besser als die knallig bunten peinlichen Popcornlichter eines Joel Schumacher.
Der bedrückende Score von Hans Zimmer und James Newton Howard gibt dem ganzen zudem einen bittersüßen Beigeschmack, wobei einzelne Sequenzen manchmal eine bedrückende Weltuntergangsstimmung erzeugen, die garantiert Gänsehaut hervorrufen.
Die sogenannten "Streiche" des Jokers, zeugen außerdem von einem sehr kreativen Ideenreichtum und setzen sich wirklich weit über den Begriff "Sadismus" hinweg. Hier treffen sich ganz klar die Grenzen von Spaß und Geisteskrankheit.

Die Besetzung ist durchweg fantastisch: Michael Caine, Morgan Freeman und Gary Oldman brillieren in starken Nebenrollen. Christian Bale gibt abermals eine wunderbare Vorstellung als gespaltener (Anti-)Held. Letztendlich stechen aber vor allem die Neuzugänge Aaron Eckhart und Heath Ledger in der Darstellerriege heraus. Letzterer ist wirklich eine Offenbarung und der von ihm aufgeführte Zaubertrick mit dem verschwindenden Stift lässt sich als ein durchaus makaber-witziger Auftritt definieren. Hype hin oder her: Eine Oscar-Nominierung für Heath Ledger wäre für diese vielschichtige und wahnwitzige Darstellung eines anarchistischen Verbrechers allemal gerechtfertigt.
Auch der Humor des Films soll an dieser Stelle noch einmal hervorgehoben werden. Denn trotz des durchweg düsteren und ernsten Themas, kam auch dieser nicht zu knapp und wurde natürlich in erster Linie durch die Figur des Jokers dominiert. Aber auch die geschmackvolle Ironie, die durch Chrsitian Bale, Morgan Freeman und vor allem durch den wunderbaren Michael Caine zu Tage kam, hat dem Film die nötige Brise Witz und Charme verliehen.

"The Dark Knight" ist mit Sicherheit keiner der besten Filme aller Zeiten, aber mit ganz großer Sicherheit einer der besten Filme des Jahres. Es ist schon etwas länger her, dass es ein Mainstream-Film dermaßen geschafft hat, die hohen Erwartungen weitreichend zu erfüllen. Die Story ist fesselnd, die Inszenierung grandios und die Darsteller herausragend. Zusätzlich wurde alles rundum durch verschiedene Genreelementen abgewogen und die verkrampft-peinlichen Dialoge bleiben dem Zuschauer dieses Mal glücklicherweise auch erspart. Im Gegenteil: Das Drehbuch ist überaus einfallsreich in Dialog und Szene und zudem voll mit gut überdachten Wendungen und fein platzierten Anspielungen. ("Will the real Batman please stand up!?")

Trotz der übermäßig positiven und lobenden Kritik zu "The Dark Knight", bleiben am Ende natürlich auch noch ein paar Wermutstropfen. Leser, die den Film bislang noch nicht gesehen haben, sollten den Teil mit den negativen Aspekten allerdings überspringen, um sich nicht schon vorweg die Spannung nehmen zu lassen.

<SPOILERANFANG>

Der erste Kritikpunkt ist der Ausflug des Helden ins ferne Hong Kong. Diese Szene hätten die Filmemacher eigentlich umgehen können oder anderweitig gestalten müssen. Batman ist der Rächer in Gotham City, einer fiktiven Stadt, und hat daher an einem realen Fleck, wie Hong Kong, nichts zu suchen.
Ebenso sollte der dunkle Rächer nicht bei polizeilichen Ermittlungen anwesend sein, erst recht nicht in einem Verhörzimmer des Präsidiums. Batman ist eine Gestalt, die sich im Hintergrund hält. Er taucht auf, erledigt das, was er tun muss und verschwindet wieder ins Ungewisse. Ein Treffen mit Gordon auf dem Dach des Polizeigebäudes ist da schon das höchste der Gefühle.

Auch im Bereich der Schurken lässt sich Kritik entdecken: Der Joker ist natürlich der Lichtblick dieses Films, kommt aber leider sogar fast ein wenig zu kurz, da die Macher sich im letzten Drittel noch dazu entschließen, mit der Verwandlung von Harvey Dent zum zwiespältigen Two-Face, einen zweiten Bösewicht einzuführen, dessen großes Potential leider fast völlig verschenkt wird. Spätestens seit "Spider-Man 3" wissen wir, dass es Gift für einen Comic-Film ist, zu viele Schurken zu präsentieren. Zum einen kann sich auf diese Weise kaum eine psychologische Tiefe der Charaktere entfalten, auf der anderen Seite raubt dadurch der eine dem anderen die Screentime.
Die paar kurzen Auftritte für einen solch grandiosen Bösewicht wie Two-Face waren leider nicht ausreichend und dessen Tod am Ende damit auch nicht befriedigend, sondern mehr eine Enttäuschung. Denn schon jetzt wissen wir, dass es mit ihm im nächsten Teil kein Wiedersehen geben wird.
Der zuvor dominante Joker rückt dadurch mehr und mehr in den Hintergrund, da gegen Ende die Fokussierung sich zunehmend auf den Charakter des Two-Face richtet. Der Joker wird so seines verdienten großen Finales beraubt und hängt stattdessen lachend und verrückt an einem Seil über den Dächern von Gotham.
Die Macher hätten sich an dieser Stelle noch intensiver auf den Clown konzentrieren sollen. Die Verwandlung von Dent zum Two-Face hätte dadurch lediglich eine Randerscheinung einnehmen können, die sich als alternative Einleitung zum nächsten Teil empfiehlt, ohne, dass dieser das Zeitliche segnet.

Letzter Kritikpunkt: Maggie Gyllenhaal. Die Schwester von Ledgers "Brokeback Mountain" Kollegen Jake Gyllenhaal konnte sich bereits zuvor durch vielfältige und innovative Rollen, wie in "Secretary", einen hervorragenden Namen in Hollywood machen. Trotz ihrer bislang beeindruckenden Darstellungen, hat Christopher Nolan mit ihr einen Fehlgriff hingelegt. Schon im Vorgänger "Batman Begins" blieb die Rolle der Rachel Dawes durch Katie Holmes blass und unscheinbar. Mit seiner Neubesetzung hat sich der Regisseur jedoch ebenfalls keinen Gefallen getan. Gyllenhaal agiert eintönig und der Funke zwischen ihr und Christian Bale will genauso wenig überspringen wie bei Aaron Eckhart. Rachel McAdams und Emily Blunt seien angeblich ebenfalls für die Rolle im Gespräch gewesen. Allein wegen der Chemie wäre die Wahl für eine der beiden anderen Darstellerinnen wohl die bessere Alternative gewesen.
Letztendlich ist dieser Kritikpunkt jedoch kaum von Bedeutung. Denn die Show des Films gehört sowieso einzig und allein der grandiosen Herrenriege...

<SPOILERENDE>

Zusammenfassend erhält der Film neun von zehn Punkten, für ein rundum unterhaltsames, spannendes und aufregendes Filmerlebnis, wie man es schon lange nicht mehr im Kino zu sehen bekam.
Bei dem grandiosen finanziellen Erfolg, darf man als Zuschauer schon mal auf den dritten Teil hoffen. Vielleicht mit Jude Law oder Johnny Depp als Riddler, Angelina Jolie als Catwoman oder auch Philip Seymour Hoffman als Pinguin? Die Gerüchteküche ist zumindest schon heiß am brodeln...

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