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Kritik von Benjamin Falk zu 'The Dark Knight'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 26.03.2012
95%
Mit "Batman Begins" verhalf Christopher Nolan Batman zu einer fulminanten Rückkehr auf die Kinoleinwand. Der Film war realistischer als es in Comicverfilmungen üblich ist und ließ die bösen Werke von Joel Schumacher schnell vergessen. Eine Fortsetzung war von vornherein gedacht und da der Film auch sehr erfolgreich war, stand dieser nichts im Wege. Die Erwartungen waren fast unendlich hoch. Dazu gab es noch den Hype um Heath Ledger, der den Joker spielt und noch vor dem Erscheinen des Filmes verstarb. Den ganze Hype um seine Performance und all den hohen Erwartungen kann "The Dark Knight" locker standhalten, denn dieser Film ist einfach nur geniales Kino, welches man so viel zu selten zu sehen bekommt!

Natürlich dreht es sich weiterhin um Bruce Wayne alias Batman. Er ist nun sehr bekannt und verteidigt Recht und Moral. Doch bald sieht er sich einem echten Problem ausgeliefert. Ein Irrer macht die Stadt unsicher und dieser Irre nennt sich der Joker. Er fordert, dass Batman seine wahre Identität bekanntgibt, ansonsten bringt er immer weiter Menschen um. Wayne zweifelt so langsam an dem, was er tut. Ansonsten dreht es sich sehr um Harvey Dent, einem Anwalt, der dem Verbrechen den Kampf ansagt. Er ist ausgerechnet mit Waynes alter Flamme Rachel zusammen. Dent verkörpert das Gute für Gotham City und das will der Joker nutzen. Er spielt ein wirres Spiel mit der Polizei und mit Batman und gerade dass dieser Joker keine Regeln kennt, macht ihn so gefährlich.
Die Drehbuchautoren, worunter sich auch Nolan selbst befindet, haben sich selbst übertroffen, denn in Sachen Handlung hat "The Dark Knight" noch um einiges mehr zu bieten als der Vorgänger. Sowieso lässt sich "Batman Begins" eher als Einleitungsfilm bezeichnen, der die Figur Batman erklärte. Nun ist diese Figur eingeleitet und man kann sich größeren Dingen widmen. Die Story ist wirklich wahnsinnig gut. Das liegt daran, dass man als Zuschauer (natürlich nur, wenn man den Film noch nicht gesehen hat) einfach nie weiß, was hier als nächstes geschieht. Doch selbst wenn man es weiß, macht diese Handlung einfach Spaß, weil einfach alles stimmt. Da gibt es so manch eine Überraschung und einige Wendungen, die man so sicherlich nicht vermuten würde. Nach wie vor setzt Nolan dabei auf Realismus. Wieder gibt es nichts Übernatürliches und im Grunde genommen, wäre das alles so ähnlich möglich. Und nach wie vor finde ich diesen Weg einfach sehr stark. Komplett realistisch ist das natürlich nicht, aber ich kann mich nur wiederholen: Für eine Comic-Verfilmung ist das wirklich sehr nahe am Realismus. Das gesamte Drehbuch ist einfach nur eine Freude.

Wozu sich aber wohl am meisten schreiben lässt, sind die Figuren und die Darsteller, die diese verkörpern. In "Batman Begins" stand Batman komplett im Vordergrund und selbst die Bösewichte waren nur Nebenfiguren. Daran hat sich nun deutlich etwas geändert, denn der Hintergrund zu Bruce Wayne wurde bereits erzählt. Trotzdem ist die Figurenzeichnung von Batman nicht weniger komplex, weil er hier an sich selbst zweifeln muss und seinen Gegner quasi selbst erschaffen hat. Das ist dramatisch und sorgt für viel Tiefgang. Christian Bale verkörpert Bruce Wayne nach wie vor bestens, ist dieses Mal aber öfters maskiert zu sehen und macht dabei weiterhin eine sehr gute Figur. Die größte Sensation ist allerdings Heath Ledger. Ich habe diesen Schauspieler immer gerne gesehen und es ist wirklich schade, dass er kurz nach den Dreharbeiten verstarb. Man muss aber sagen, dass er hier eine geniale Abschieds-Show bietet. Ich fand schon Jack Nicholson als Joker in "Batman" wirklich genial und hätte nie gedacht, dass Ledger das toppen kann, aber er kann. Er lebt diesen Joker und bietet dabei eine Leistung, die einfach unvergesslich ist. Eine solch übermäßig starke Performance sieht man wirklich nur sehr selten. Dabei ist der Joker aber auch wirklich eine gute Vorlage für einen starken Schauspieler. Dieser Joker hat keine Identität und besitzt eigentlich keine Figurenzeichnung. Gerade das macht ihn aber so interessant. Er ist schizophren, verrückt, aber auch sehr schlau und kennt keine Regeln. Der Joker ist die pure Anarchie und damit wohl der gefährlichste Gegner für Batman. Dieser Charakter unter der genialen Leistung von Ledger ist schon jetzt Kult. Gary Oldman kehrt zurück als Gordon und befindet sich ebenfalls mehr im Mittelpunkt als im Vorgänger. Nach wie vor gefällt er mir sehr gut. Auch Michael Caine und Morgan Freeman sind wieder mit dabei und spielen ebenso sympathisch wie im Vorgänger. Katie Holmes wurde von Maggie Gyllenhaal abgelöst, was sich als sehr positiv herausstellt, weil sie einfach besser in diese Rolle passt und auch sehr gut spielt. Last but not least muss noch Aaron Eckhart erwähnt werden, der eine sehr wichtige Rolle spielt und diese wirklich bestens verkörpert.
Wie bereits erwähnt, befindet die Figurenzeichnung weiterhin auf einem sehr hohen Niveau, denn alle Charaktere besitzen Tiefe und jegliche Handlung lässt sich nachvollziehen. Eine Tatsache, die für eine Comic-Verfilmung schon ziemlich beeindruckend ist, aber selbst bei Filmen anderen Genres nicht immer vorhanden ist.

Die Inszenierung ist weiterhin bestens. Christopher Nolan macht seine Sache als Regisseur einfach überwältigend gut. Wie er die Dinge darstellt und das alles inszeniert, ist einfach meisterhaft. Handwerklich ist "The Dark Knight" nicht zu übertreffen und absolut genial.
Die Atmosphäre empfinde ich zusätzlich ebenfalls als genial. Schon "Batman Begins" war ziemlich düster, doch dieser Film ist noch viel düsterer. Ab und zu wird das Geschehen mit ein wenig Humor aufgelockert. Das hat mich nicht gestört, doch es hätte auch nicht unbedingt sein müssen. Im Grundton ist der Film allerdings wirklich böse und sogar noch dramatischer als sein Vorgänger. Dies ergibt sich mal wieder aus der starken Figurenzeichnung, denn die Charaktere sind einem nicht egal und ihr Schicksal berührt einen. Insgesamt wirkte "The Dark Knight" auf mich teilweise fast wie eine Art Thriller, was durchaus kein schlechter Vergleich ist. Es wird zuweilen sehr emotional, dramatisch und das geschieht immer in einer finsteren und düsteren Atmosphäre, so dass man eine Gänsehaut bekommen kann. Wo ich den lockeren Humor nicht unbedingt gebraucht hätte, da ist der sarkastische Humor durchaus angebracht und sehr schwarz, was mir gut gefallen hat. Trotz der grimmigen Grundstimmung fehlen Gefühle wie Hoffnung allerdings nie komplett.

Der Unterhaltungswert ist nahezu perfekt. Die Einleitung ist schon mal sehr stark und danach muss ich zugeben, dass mich das Geschehen noch nicht ganz so sehr gepackt hat. Die Figur Scarecrow arbeitet man z.B. ein wenig lieblos ab und hier ist ein wenig Kritik durchaus angebracht. Aber danach wird es von Sekunde zu Sekunde fesselnder. Es ist einfach überwältigend wie Nolan die Spannungsschraube anzieht und dafür benötigt es nicht mal Action. Alleine die cleveren Dialoge, die jederzeit tiefgründig erscheinen, fesseln ungemein. Dabei gibt es dieses Mal deutlich mehr Action, was sehr angebracht ist und nie zum Selbstzweck mutiert. Das ganze Treiben ist ernorm spannend und das selbst nach mehrmaligem Schauen. Man ist sofort wieder drin in der Welt von Batman und möchte diese auch gar nicht mehr verlassen. Die Laufzeit ist mit ca. 150 Minuten nicht gerade kurz ausgefallen, doch meinetwegen hätte das Werk auch noch länger laufen können, denn keine Minute empfand ich als überflüssig.
Dass es düsterer und auch härter zur Sache geht, zeigt sich schon bei der FSK, denn "The Dark Knight" ist erst ab 16 Jahren freigegeben. Explizite Gewalt gibt es zwar nicht so sehen, doch irgendwie ist diese Freigabe dennoch berechtigt, weil das Geschehen teilweise wirklich nicht harmlos ist. Die Effekte können sich mal wieder mehr als sehen lassen und sehr schön ist, dass die meiste Action von Hand gemacht wurde und nicht aus dem Computer stammt. Bei Two-Face stammen die Effekte zwar schon aus dem Computer und das Ganze sieht etwas übertrieben, aber auch einfach sehr geil aus.
Der Score ist wie im Vorgänger gut und sehr passend.

Fazit: "The Dark Knight" ist ein genialer Film, der den ohnehin schon mehr als starken Vorgänger ohne Probleme das Wasser reichen kann und ihn sogar noch übertrifft. Das Drehbuch ist eine wahre Freude, die Darsteller spielen bestens und gerade Ledger gibt eine Leistung für die Ewigkeit. Dabei ist die Figurenzeichnung ziemlich ausgefeilt und das gibt dem Werk eine ordentliche Portion Anspruch, die man bei den meisten anderen Comic-Verfilmungen vergeblich sucht. Die Inszenierung ist meisterhaft, die Atmosphäre richtig schön düster und der Unterhaltungswert einfach stark. Für mich ist "The Dark Knight" eine der besten Comic-Verfilmungen, wenn nicht sogar die beste Comic-Verfilmung überhaupt. Für die Höchstnote reicht es noch immer nicht ganz, aber ich will Nolan auch die Chance lassen mit "The Dark Knight Rises" einen noch besseren Film abzuliefern. Bis dahin heißt es noch ein paar Monate warten und die Vorfreude ist nach diesen beiden genialen Filmen schier unendlich groß!

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