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Kritik von Tobias Lischka zu 'The Dark Knight'

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Kritik von Tobias Lischka
veröffentlicht am 04.01.2011
100%
Der Pate der Comic-Verfilmung! So könnte man es zutreffend formulieren! Diese mittlerweile allgemeingültige Ansicht gilt deswegen, weil "The Dark Knight" die erste Comicverfilmung ist, die sich ebenso episch traut in die Tiefe zu gehen und von der Handlung und den Figuren verschachtelt ist wie das große Original! Selbst "Gladiator" gilt als Pate des Historienfilms, lt. Kommentar von Ridley Scott. Und es ist auch gut so, das diesen beiden Filme auf der Grundlage des Paten basieren, er ist nämlich ein zeitloses und prima Vorbild. Und auch ersterer Film erweist den besten Filmen wie dem Paten, nur in einem anderen Genre, alle Ehre! Wer hätte vor Jahren gedacht, dass das Batman-Franchise wiederbelebt werden könnte? Persönlich hat man, Hand aufs Herz, doch gar nicht mehr dran geglaubt!
Und "Batman Begins" übertreffen? Das war wohl eher Wunschdenken als Realität!
Was macht die beste Comic-Verfilmung "The Dark Knight" also fantastisch?
Im Grunde genommen greift diese die Stärken des Vorgängers auf und baute dieser weiter aus, der Cast ist wie im Vorgänger Batman begins fast derselbe, Haupt- und Nebendarsteller machen ihre Sache hervorragend. Einzig Maggie Gyllenhaal ist neu hinzugekommen und ersetzt Katie Holmes, spielt aber weniger eindimensional, was dem Film gut tut. Sie spielt nicht überragend, aber solide. Und das reicht an der Stelle.
Im Drehbuch wird sie eh als Proganostin geopfert, zuviel Leinwand wäre eh nicht mehr gut gewesen. Die Grenze an Sentimentalität wurde mit ihrem Ableben in "The Dark Knight" schon erreicht. Das lag aber auch an einer im Vergleich zum Original schlechteren deutschen Synchronisation. Das muß ganz klar so sagen! Im Original wirkt das Ganze doch schon erheblich besser!
Klarer Pluspunkt: Aaron Eckhart als zu Beginn sympathischer Rechtsanwalt mit der "knackigen Rechten", einfach super charismatisch. Zitat: "Sie wollen mich töten, Mr. Maroney, dann nehmen sie 'ne amerikanische." Der schon zu Beginn einsetzende Realismus, der schon in "Batman Begins" zu tragen kanm, wird durch eine nochmals handwerkliche verbesserte Arbeit beim Set-Design, Kamera etc. übertroffen. Dies ist gleich auch spürbar in der ersten Szene von "The Dark Knight", dem jetzt schon legendärem Einbruch in die Mafiabank, der partout im Gedächtnis haften bleibt. Mit einem grandiosen Twist schliesst dieser Einbruch ab. Zitat: "alles was einen nicht tötet, macht einen ... komischer."
Ein evtl. leiser Kritikpunkt und ein Punkt über den man sich streiten kann: wird Scarecrow zu Beginn zum Clown degradiert, als er mit den Nachahmern Batmans festgesetzt wird? Ich finde nicht, man kann es so sehen, wenn man die Anfangssequenz mit Batmans Erscheinen unverhohlen ernst, nüchtern und ohne Anflug von Humor, durch die Literatenbrille betrachtet. Es sei jedoch gestattet zu erwähnen, das auch ein wenig Humor zur Auflockerung der düsteren Stimmung durchaus beitragen kann. Die Grenze zur Selbstironie wurde aber Gott Sei Dank nicht überschritten und währt nur einen kurzen Augenblick, und daher ist ein Qualitätsabzug nicht gerechtfertigt.
Die Handlung gestaltet sich auch im weiteren Verlauf stringent, präzise, wird mit zahlreichen Twist und Wendungen versehen, bleibt aber immer in sich logisch und schlüssig und nachvollziehbar. Zu der Performance des Jokers wurde bereits alles gesagt, der Zaubertrick mit dem Bleistift wird ebenfalls im Gedächtnis haften bleiben.
Die gewisse passende Krankhaftigkeit und Genialität des Jokers wird erst durch diesen absurden Kunstgriff dem Kinogänger erst zugänglich gemacht.
Der nächste evtl. kleine Kritikpunkt und die Frage die sich stellt ist, hätte man den Film um die Passage kürzen können/dürfen, in der der Geldwäscher der Mafia von Hongkong wieder nach Gotham City gebracht wird? Aus meiner Sicht fügt sich dieser Part ebenfalls stimmig in die Handlung ein, während man als Zuschauer gebannt verfolgen kann, wie der Joker während Batmans Abwesenheit in Gotham City langsam die Fäden zieht. Das was man kritisieren könnte, ist das neben dieser Szenerie, die eigentlich kaum Zeit opfert, allenfalls Zeit verplempert wird, um eine IMAX-Technik Demonstration dem Publikum vorzuführen. Das ist aber so atemberaubend und im Nachhinein dann doch zu verschmerzen, da der Effekt weitaus besser wirkt als hohle 3D-Präsentationen von Filmen, die erst nachkonvertiert wurden. Es steht also pari mit "Avatar", wobei man doch lieber IMAX meines Erachtens nach vorziehen sollte, um wieder mehr Nähe zum Publikum zu schaffen. Gute Filme finden im Kopf statt, siehe "Inception", und nicht nur mit den Augen an vorderster Front, siehe "Avatar"!
Es gibt wohl auch ein klein wenig überspitzte technische Spielereien im Nachhinein bei der Verfolgungsjagd mit Dent, bei der Batman zum allerersten Mal das Batpod einsetzt. Die dynamische Wendung an der Mauer hat wohl für einige Lacher im Kino und unfreiwillige Komik gesorgt, ein paar passende Dialoge kamen auch dazu: "hey, hier sitzen wir doch wie die Hühner auf der Stange!" Joker: "da ist ja ein Batman."
Okay, die Macher hatten wohl sichtlich Spaß an der Sache und haben technischen Schnickschnack etc. nicht noch weiter übertreiben ab einem gewissen Punkt! Das sollte man Ihnen zu gute heißen! Die Balance ging nur für einen kleinen Augenblick verloren.
Was aber wohl wirklich hätte ausgearbeitet werden müssen, ist der Part, in dem Dent gezeichnet im Krankenhaus von der fast schief gegangen Rettungsaktion Batmans dem Wahnsinn immer weiter verfällt, zehn Minuten mehr erzählerische Tiefe hätten nicht geschadet, um die Psychologie Dents und die Wandlung zu Two Face noch einen Tick greifbarer zu machen, um den Zuschauer entgültig zu packen, was am kurz vor Ende des Films aber ausgebügelt wird.
Aber alles in allem sind die angesprochenen Punkte in der Summe zu gering, das dem Film wirklich ein Abzug von einem halben Punkt zugestanden werden müsste.
Fazit: wie schon oft thematisiert und diskutiert ist "The Dark Knight" nicht weniger als die beste Comic-Verfilmung aller Zeiten, (mal schauen wie lange, denn es stehen wieder eine Reihe von Comic-Verfilmungen an), also eine Weiterentwicklung des Genres, das erwachsen geworden ist. Ein Meisterwerk also! Wenn man sich heute die ersten beiden Burton Verfilmungen im Vergleich anschaut, kommen diese nicht über einen Stand an schlechtem Kasperletheater hinaus (trotz Jack Nicholson und einer guten Performance, Ausstattung, Set-Design, Nebendarsteller, die Performances anderer Darsteller könne nicht mehr standhalten) sie sind auch stililistisch ein Fehlgriff gewesen. Das beste Beispiel: Der Joker im Ur-Batman benutzt eine immer länger werdende Pistole, um Batman im Flugvehikel den Garaus zu machen. Das alles wurde viel zu überstilisiert. Das gab Tim Burton längst selber in einem Interview wieder. Tim Burton wirkt aus "heutiger Sicht" mit seinen Interpretationen zu abgedreht und zu märchenhaft (man denke nur an den alten Batman im steifen Gummi-Kostüm, der den Hals nicht drehen konnte mit einer Zielscheibe in Gelb auf der Brust, das ist auch nicht als Abwertung der Arbeit von Burton gemeint, die als barockes Comic-Fest damals durchaus Laune gemacht hat, sondern solche "Details" können dem heutigem Publikum nicht mehr standhalten). Das liegt an der Tatsache, dass auch das Publikum in Bezug auf die Filmemacherei immer abgebrühter und erfahrener wird! Die Entwicklung beim Medium Film bleibt einfach nicht stehen und wird auch in Zukunft noch schneller voranschreiten!
Zitat: "Sie haben an an einen neuen Anzug gedacht!" "Oh, sie wollen den Kopf drehen können?" "Ja, das rückwärts einparken wäre dann schon mal leichter."
"The Dark Knight" ist schlicht und ergreifend ein Meisterwerk. Punkt. Aus. Ende!
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