foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Fred Maurer zu 'Schwarzfahrer'

WERBUNG
Partner von Entania
Kritik von Fred Maurer
veröffentlicht am 06.03.2011
100%
Wer anderen eine Grube gräbt...: Satirischer Kurzfilm mit moralischem Mehrwert

Eine Filmkritik von Dipl.-Päd. Fred Maurer auf die grundlegenden Werte Toleranz, Akzeptanz und gegenseitiger Respekt

Selbst wir Filmfans kennen nicht alle deutschen Oscar-Gewinner - insbesondere wenn es sich um satirische Kurzfilme mit moralischem Mehrwert handelt.
Soeben läuft im 'Süddeutschen Rundfunk' wie immer die regionale Talk- und Unterhaltungsshow 'Samstagabend'; hier erleben wir erstmals den angesichts seines sensationellen Erfolgs in Hollywood bescheidenen und liebenswerten deutschen Regisseur Pepe Danquart: Wann macht der seinen nächsten dermaßen originellen Film?

Hätten Sie gewusst, was 'urban legends' sind?: moderne Sagen, Großstadtlegenden, skurrile Anekdoten. Diese verfilmte 'Urban Legend' thematisiert das Problem versteckter oder wie hier auch offenen Fremdenfeindlichkeit. Auch der Filmtitel ist originell - als Wortspiel um den hier mehrdeutigen Begriff 'Schwarzfahrer': Der sympathische junge Mann mit dunkler Haut ist sicher keiner, wird jedoch von der intoleranten Alten als solcher verdächtigt und diffamiert - bis er den Spieß umdreht und ihre Wahrheit wie eine dumme Ausrede klingt: Wer anderen eine Grube gräbt...: . (Eine Pointe mehr: Dabei sitzt in der Bahn ein wirklicher Schwarzfahrer - aber der bleibt durch die Ablenkung unbehelligt.)

Die Handlung (siehe 'Filmportal'):
"Ein junger Mann fährt in einer überfüllten Straßenbahn durch eine deutsche Stadt. Aufgrund seiner schwarzen Hautfarbe zieht er die rassistischen Ressentiments einer älteren Frau auf sich, die ihm das Recht auf den Sitzplatz abspricht.
Der Mann lässt die üblen Diffamierungen scheinbar wehrlos über sich ergehen, doch als es zu einer Fahrkartenkontrolle kommt, entreißt er der fremdenfeindlichen Mitfahrerin ihr Billet und verschluckt es. Als Schwarzfahrerin gerät sie nun in Erklärungsnotstand gegenüber den Kontrolleuren..."

Die eher typisierenden Darsteller kennen wir kaum - und das tut diesmal der Filmabsicht gut: Paul Outlaw als junger Schwarzer; Senta Moira als ältere Frau; Klaus Tilsner als Fahrkartenkontrolleur; Stefan Merki als Biker, Andreas Schmidt als Walkman...
Viel besser lässt sich diese besondere Alltagsgeschichte filmisch nicht 'erzählen'.
Er ist amüsant, lehrreich und pädagogisch so wertvoll, dass er in unseren Schulen zur besseren Integration der uns oft überlegenen 'anderen' eingesetzt wird, zur Förderung der grundlegenden Werte Toleranz, Akzeptanz und gegenseitiger Respekt.

Falls Sie diesen soziologisch, philosophisch und pädagogisch bedeutenden Film noch nicht kennen sollten - wir finden ihn im Internet, in voller Länge (wobei die zwar nur 10 Minuten beträgt; aber wir müssen die Zeitspanne mitrechnen, während der uns der Film nachgeht: Bringt er's so doch noch zum abendfüllenden Programm?)

War diese Kritik hilfreich?
9 von 20 Besuchern fanden diese Kritik hilfreich.
 
weitere Kritiken zu diesem Film
Neben obiger Besprechung gibt es noch keine weiteren Kritiken - möchtest Du Deine eigene Meinung loswerden? Hier erfährst Du, wie:
Eigene Kritik schreiben
Weitere Kritiken in der aktuellen Übersicht oder im Archiv
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG
Kurz-Link zu dieser Seite: http://zel.lu/k62G
foyer | charts | filmnews | kinostarts | kinoprogramm
kritiken | heimkino | directory | background
 
zelluloid.de • ©1998-2014 Denis Hoffmann & Alexander Jachmann
 
SitemapImpressuminfo@zelluloid.de
Hinweise zum DatenschutzNutzungsbedingungen