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Kritik von Michael Scharsig zu 'The Wolf of Wall Street'

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Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 19.01.2014
90%
Was Christoph Waltz für Quentin Tarantino ist, das ist Leonardo DiCaprio für Martin Scorsese. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Charakterdarsteller auch in dessen neuem Meisterwert die Hauptrolle trägt: Börsenbetrüger Jordan Belfort.

Wer hier aber einen trockenen Wall-Street-Thriller erwartet, der irrt. Vielmehr legt der Regisseur von "Departed - Unter Feinden" Wert auf zynischen Humor und selbstverliebte Darstellungen. "The Wolf of Wall Street" ist ein Feuerwerk an Orgien, Betrügereien und Drogenkonsum. Gier, Sucht und Maßlosigkeit werden bis zur Grenze ausgekostet und das in bunten Bildern und Kameras, die da draufhalten, wo andere schneiden.

Der Film schlägt voll in die Kerbe der aktuell erfolgreichen Geschichten, die mit Anti-Helden punkten. Ähnlich wie zum Beispiel in "Breaking Bad" verliert der von DiCaprio grandios gespielte Belfort seine ursprüngliche Antriebskraft erfolgslosen Arbeitern zu unermesslichem Reichtum zu führen. Viel mehr gefällt er sich zwischen all den Exzessen und Parties als Oberhaupt und angehimmelter Robin Hood. Als Alpha-Wolf, wenn man so will.

Vor allem die Dialoge sind es, die dem Film soviel Power geben, auch drei Stunden eine solche Story zu erzählen. So ziemlich jedes Gespräch in dem Co-Star Jonah Hill zu Wort kommt ist ein Genuss an Ironie und Idiotie. Einmal mehr beweist der Komiker auch in der Reihe der Großen gut mitspielen zu können. Aber auch Margot Robbie als Belforts zweite Ehefrau Naomi, die mehr als blondes, geldgeiles Dummchen zu sein scheint, spielt interessant. Weitere tolle Rollen verkörpern Jean Dujardin, Kyle Chandler und Matthew McConaughey, dem sein Gewichtsverlust für "Dallas Buyers Club" allerdings deutlich anzusehen ist.

Belforts Wortgefecht mit dem FBI, Naomis Drohung mit Sexentzug oder Jordans vermeintlich ungefährliche Auto-Fahrt auf Drogen sind weitere Höhepunkte. Es gibt so viele. Neben all der witzigen Einfälle und den coolen Sprüchen wird der Zuschauer aber auch immer wieder daran erinnert, dass es eine bitterböse Wandlung eines jungen Mannes ist, der seine Grenzen nicht mehr zu kennen scheint.

Spätestens als er seine Freunde auf einer Yacht fast in den Tot reißt oder seiner Frau in die Magengrube boxt wird klar, dass man sich selbst die ganze Zeit hat berauschen lassen. Jordan Belfort ist ein Charmeur, dem es am Ende bei nur einer einzigen Person nicht gelingen wird, sie zu manipulieren: FBI-Agent Patrick Denham.

Fazit: Leonardo DiCaprio und Jonah Hill präsentieren sich in dieser bitterbösen und hemmungslos überspitzten Orgie aus Gier, Sex und Drogen in Höchstform. Eine Parade an guten Nebendarstellern, dazu knallbunte Bilder und jede Menge Wortkriege machen Martin Scorseses Meisterwerk zu einem modernen Klassiker.

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