Nach der Hinrichtung eines Killers in der Gaskammer wird der Polizist, der den zum Tode Verurteiten festgenommen hat, von mysteriösen Ereignissen heimgesucht und die Morde im Stile des toten Mörders gehen weiter. Gregory Hoblit liefert nach "Zwielicht" dieses mal einen Mystery-Thriller im Stile von Akte-X ab.
Detective John Hobbes (Denzel Washington) hat den Killer Edgar Reese (Elias Koteas) festgenomen, der inzwischen zum Tod in der Gaskammer verurteilt wurde. Beim letzten Gespräch der beiden gesteht Reese seinem Jäger zu, er sei trotz allem ein toller Kerl, und schüttelt ihm zum Abschied die Hand.
Doch nach dem Tod des Killers gehen die Morde mit dessen Handschrift weiter. Wurde vielleicht doch der falsche Mann hingerichtet, oder versucht lediglich jemand den Stil zu kopieren? Der Kreis der Verdächtigen beschränkt sich auf Insider aus Polizeikreisen, da der neue Killer die geheime Privatnummer Hobbes anruft. Auch Hobbes selbst wird von seinem Vorgesetzten Stanton (Donald Sutherland, Enthüllung) aus dem Kreis der Verdächtigen nicht ausgeschlossen.
Mit der Zeit wird der Verdacht immer stärker, daß es sich nicht um einen normalen Killer handelt, sondern um etwas übernatürliches. Aus diesem Grund wendet Hobbes sich an Gretta Milano (Embeth Davidtz, Schindlers Liste), eine Professorin für Theologie, deren Vater ebenfalls Polizist war. Er hat sich in einer einsamen Hütte im Wald das Leben genommen. John sieht einen Zusammenhang mit den aktuellen Morden, da Reese in seinem letzten Gespräch dessen Namen erwähnte. Zuerst weigert Gretta sich zu helfen, sie fürchtet sich vor Konsequenzen , später hilft sie dann aber doch, und bestätigt die Vermutung Hobbes des Übernatürlichen: der Dämon Azazel, der durch Berührung in den Körper und den Geist eines Menschen gelangen kann, ist für die Morde verantwortlich. Auch ihr Vater war damals von ihm besessen und wollte ihn durch seinen Selbstmord töten - vergeblich.
Da die Bezeichnung "Polizist" nicht nur der Beruf sondern auch die Berufung Johns ist, setzt er alles daran, weitere Morde durch Azazel zu verhindern. Nur: wie schnappt man jemanden, den man nicht sieht und dem man keine Handschellen anlegen kann?
"Dämon" habt sich angenehm vom Einheitsbrei im Kino ab, gerade weil er für dieses Genre ungewöhnliche Besonderheiten hat: der Film lebt nicht von großen Effekten, sondern kommt nahezu ohne sie aus. Lediglich durch abgedrehte Kamerafahrten wird die Welt aus der Sicht des Dämons gezeigt. Die Handlung ist durchweg gut aufgebaut und - im Vergleich zu anderen Filmen dieses Genres - durchgehend nachvollziehbar und vom Aufbau her logisch. Auch das Ende ist alles andere als gewöhnlich, also: auf jeden Fall den Film bis zum Abspann ansehen!