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Kritik von Benjamin Falk zu 'Fantasia'

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Partner von Entania
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 10.01.2017
80%
The Walt Disney Company (WDC), umgangssprachlich meistens Disney genannt, ist ein US-amerikanischer Medienkonzern mit Sitz in Burbank, Kalifornien. Gegründet wurde die Firma als Disney Brothers Cartoon Studio (1923) und Walt Disney Productions (circa 1930) von den Brüdern Walt und Roy Disney. Am 6. Februar 1986 wurde sie in The Walt Disney Company umbenannt.
www.disney.com

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Was Walt Disney damals erreichte, ist wirklich beachtlich und wie ambitioniert dieser Mann war, wird gerade am dritten abendfüllenden Disneywerk ersichtlich. Mit "Fantasia" ging man komplett neue Wege und der Film erbrachte dem Studio fast den Ruin, aber zum Glück nur fast. Mir gefiel dieses Werk nicht so gut, wie die zuvorigen beiden Filme von Disney und woran das liegt, kann ich innerhalb dieser Kritik auch gut erklären, aber ein beachtliches Meisterwerk ist hier dennoch irgendwie entstanden.

Man löste sich nun komplett vom normalen Film und erzählt keine zusammenhängende Geschichte mehr. Stattdessen schwebte Walt Disney Großes vor. Er wollte das Kino zu einem Ereignis machen, welches es so in der Form noch nicht gab. In "Fantasia" werden klassisches Musikstücke vom Philadelphia Orchestra gespielt, dirigiert von Leopold Stokowski. Musik kann Bilder vor dem inneren Auge entstehen lassen, doch der Mensch sollte hier nicht seine eigene Fantasie benutzen, sondern beobachten, was das Studio zu diesen klassischen Stücken gezeichnet hat. Sehr unüblich für einen Zeichentrickfilm gibt es so auch einige Realszenen zu sehen. Hier führt uns der Musikkritiker Deems Taylor durch den Film und erzählt immer mal ein paar Sachen, was er echt gut gemacht hat. Wo Disney zuvor die Filmtechniken revolutionerte, tat man dies bei "Fantasia" nun im Ton und aus handwerklicher Sicht ist das erneut nicht weniger als eine Meisterleistung geworden. Da im Film verschiedene Segmente zu sehen sind, will ich diese auch etwas näher beschreiben.

Wir starten mit Taylor, der uns erklärt, was uns erwartet. Das erste Stück von Johann Sebastian Bach startet nun mit ein paar Bildern des Orchesters und geht dann über zu einigen abstrakten Zeichnungen. Das war neu für Disney und fühlt sich wirklich ein bisschen wie ein Trip an. Lustigerweise wurde der Film Ende der 60er Jahre, als der Drogenkonsum populärer wurde, sogar damit beworben. Eigentlich gar keine so doofe Idee, doch das zeugt auch davon, dass "Fantasia" lange Zeit einfach keine Gewinne machen konnte.
Weiter geht es mit der Nussknacker-Suite, die man toll bebildert hat mit den verschiedenen Jahreszeiten. Schon hier fällt auf, was für ein Aufwand hinter dem Werk gesteckt haben muss, denn Musik und Bilder sind perfekt aufeinander abgestimmt und lässt man sich darauf ein, wird man schon von einer fantastischen Welt gefangen genommen.

Wie uns Taylor am Anfang des Filmes bereits erklärte, gibt es unterschiedliche Videos zu der Musik und so kommt mit "Der Zauberlehrling" eine Passage, die auch eine echte Geschichte erzählt und nicht nur Bilder entstehen lässt. Erstmals in einem Disneyfilm war dabei auch Micky Maus zu sehen. Das ist kreativ gezeichnet und harmoniert wieder bestens mit der Musik. Walt Disney wollte, dass "Fantasia" mehr als ein Konzert, als wie ein Kinofilm wirkt, weshalb es hinterher sogar eine Pause gibt und einen absichtlichen Patzer beim Orchester hat man auch mit eingebaut. Es folgt eine Nummer von Igor Strawinski, in welcher man die Entstehung der Erde bis hin zum Aussterben der Dinosaurier beobachtet. Wieder toll gezeichnet, aber so langsam ergibt sich für mich ein kleines Problem. Ich bin echt kein großer Fan von klassischer Musik und nach ungefähr einer Stunde Laufzeit beginnt das Ganze ein klein wenig zu langweilen. Das ist natürlich rein subjektiv empfunden, aber "Fantasia" ist mit seinen zwei Stunden Laufzeit auch nicht gerade kurz, wobei der Film ursprünglich noch viel länger laufen sollte.

Es ist und bleibt meine einzige Kritik an "Fantasia", dass er mich auf Dauer nicht ansprechen konnte, aber das soll das Resultat in keinster Weise schmälern. Es geht weiter mit einem Stück von Ludwig van Beethoven und die Zeichnungen sind schon reichlich niedlich. Die Musikstücke hat man teilweise dann auch etwas verändert, was jedoch als künstlerische Freiheit durchgehen darf, denn man hat das so schon sehr gut gestaltet. Es folgt ein weiteres, sehr bekanntes Stück von Amilcare Ponchielli, welches passenderweise auch als Ballett mit vielen, verschiedenen Tieren gezeichnet wurde. Sehr kreativ gestaltet und auch schön anzusehen. Kurz vor Schluss wird es dann noch mal düsterer und die Bilder gehören zusammen mit der zu hörenden Musik zu einem Höhepunkt des Filmes. Wirklich toll gemacht. Beendet wird "Fantasia" dann noch von einem kurzen Stück von Franz Schubert, welches ebenfalls wieder ein paar enorm aufwendige Zeichnungen besitzt. Da das Ganze ohne Vorspann anfing, endet es auch ohne Abspann, was nochmals das Konzertfeeling steigen lassen sollte!

Fazit: "Fantasia" ist ein überaus ambitioniertes Werk, ein Kunstfilm und im Endeffekt auch ein krasser Experimentalfilm, der viel Mut beweist. Entstanden ist dabei eigentlich kein Kinderfilm mehr und das ist etwas, was man von Disney so eigentlich gar nicht kennt. Walt Disneys Wagnis hat sich im Endeffekt leider nicht sehr bezahlt gemacht, aber dafür haben wir heute einen Klassiker, der mit seiner Art und Weise ziemlich einzigartig ist, ja sogar als frühe Variante eines Musikvideos gelten könnte. Freunde von Klassik dürfen auf meine Wertung gerne ein, zwei Punkte hinzurechnen, aber da mich die Musik persönlich nicht ganz anspricht, hatte ich kleinere Probleme mit dem Unterhaltungswert. Die einzelnen Passagen sind zwar stark gezeichnet, sehr kreativ gestaltet und harmonieren perfekt mit der Musik, aber nach zwei Stunden hat es mir dann ehrlich gesagt auch gereicht. Ein normaler Disneyfilm wäre mir lieber gewesen, doch man muss dieses Werk einfach anerkennen, denn das ist schon enorm starkes Filmgut, welches von einem Mann mit großen Visionen realisiert wurde. Hut ab!

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