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Kritik von Benjamin Falk zu 'The Virgin Suicides - Verlorene Jugend'

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Partner von Entania
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 01.06.2012
70%
Es ist schon eine Weile her, dass ich diesen Film gesehen habe. Als ich ihn damals zufällig im TV sah, hatte mir "The Virgin Suicides" ziemlich gut gefallen und das ist auch so geblieben. Das Werk ist interessant, relativ unkonventionell und lässt sich wirklich gut ansehen.

Im Zentrum des Geschehens steht die Familie Lisbon. Mr. und Mrs. Lisbon haben fünf Töchter im Alter von 13 - 17 Jahren. Die jüngste von ihnen, Cecilia, unternimmt einen Selbstmordversuch, der jedoch scheitert. Kurz darauf versucht sie es erneut und es gelingt ihr. Fortan sind die Eltern sehr vorsichtig mit ihren Töchtern. Als sie es dennoch mal erlauben, dass ihre Töchter auf eine Party gehen, kommt eine erst am nächsten Morgen zurück. So werden die Schwestern eingesperrt und es soll kein gutes Ende nehmen.
Dass die Töchter nicht überleben, wird bereits am Anfang erzählt und so weiß der Zuschauer es sofort. Das macht das Geschehen natürlich schon ein wenig bitter. Das Thema Suizid wurde eigentlich ganz ordentlich genutzt. Sehr schön fand ich es, dass man es weder verherrlicht oder verurteilt. Man ging da relativ objektiv an die Sache heran. Das Drehbuch basiert auf einem Roman, welchen ich nicht kenne und deshalb kann ich keine Vergleiche ziehen. Alles in einem ist die Handlung aber wirklich nicht uninteressant und nett geschrieben. Man bekommt zwar nicht unbedingt etwas Besonderes geboten, aber alleine durch die Thematik Selbstmord, wird es etwas unkonventioneller und das hat mir gut gefallen.

Sehr gut sind die vielen Darsteller, die allesamt stark spielen. Kirsten Dunst war zwar schon vor diesem Film erfolgreich, dennoch stellt er ein älteres Werk mit ihr dar. Sie braucht gar nicht so viel machen, kann aber dennoch vollkommen überzeugen. Hanna R. Hall ist zwar kaum zu sehen, konnte mich in ihren wenigen Szenen aber irgendwie faszinieren. Die restlichen drei Schwestern werden von A.J. Cook, Chelse Swain und Leslie Hayman ebenfalls sehr souverän verkörpert. Es gibt jedoch noch weitere bekannte Gesichter. So fand ich James Woods sehr überzeugend und Kathleen Turner macht ihre Sache auch gut. Es gibt einen noch recht jungen Josh Hartnett zu sehen, der ebenfalls überzeugen kann und in einer ganz kleinen Rolle sieht man Danny DeVito. Das sind noch nicht alle Darsteller, aber weitere will ich nicht nennen. Auf jeden Fall machen alle ihre Sache sehr überzeugend und gut.
Die Figurenzeichnung ist zwar nicht großartig ausgeprägt, kann aber dennoch überzeugen. Weshalb die Schwestern sich umbringen, bleibt ein Geheimnis. Man kann hier zwar Vermutungen anstellen, aber eine echte Erklärung gibt es nicht. Sowieso erfährt man nicht gerade viel über die Charaktere und das macht sie teilweise ein wenig geheimnisvoll. Die Zeichnung hätte für meinen Geschmack zwar intensiver ausfallen dürfen, aber trotzdem haben die Figuren ihren Reiz und sind allesamt sehr sympathisch.

Die Inszenierung hat mir gut gefallen. Sofia Coppola hat ihre Sache da wirklich nicht schlecht gemacht. "The Virgin Suicides" ist sehr ruhig aufgemacht, was sicherlich passend ist. Immer mal wieder gibt es kleine surreale Einlagen und das fand ich gut. Immer wieder spricht jemand aus dem Off und es wird sogar mal jemand interviewt. Das waren alles gute Ideen, die man ordentlich umgesetzt hat. Handwerklich ist der Film also durchaus gelungen.
Die Atmosphäre besitzt aber ebenfalls ihren Reiz. Es dreht sich hier um das Thema Selbstmord und dafür ist das Resultat doch ziemlich heiter, lebens- und farbenfroh geworden. In erster Linie hat man ein Drama vor sich. So richtig traurig wird es aber irgendwie selten. Das Ende ist natürlich bitter, aber große Emotionen sucht man hier dennoch vergebens. Das macht aber nicht viel aus, weil der Film auch so gut funktioniert. Überwiegend geht es locker und manchmal auch amüsant zur Sache. Wer nun aufgrund des Themas einen vollkommen pessimistischen und traurigen Film erwartet, den wird das vielleicht wundern, aber irgendwie hatte das was.

Der Unterhaltungswert ist gut. Keine Szene wirkt belanglos und die Laufzeit vergeht relativ schnell. Dennoch muss man sagen, dass es auch nicht unbedingt viele Highlights gibt. "The Virgin Suicides" unterhält gut, aber manchmal hätte ich mir das Geschehen etwas intensiver gewünscht. Action oder Spannung gibt es hier keine und nur manchmal gibt es ein wenig Humor. Ich empfand das Werk als kurzweilig, aber großartige Unterhaltung stellt das hier ebenfalls nicht dar.
Effekte gibt es eigentlich keine und sie spielen auch überhaupt keine Rolle. Dafür gibt es eine Prise Erotik, die man sehr gut umgesetzt hat.
Der Soundtrack ist wirklich sehr gut und hat stets gepasst.

Fazit: "The Virgin Suicides" ist ein Drama über das Thema Selbstmord. Für dieses Thema ist die Atmosphäre wirklich sehr locker und heiter geraten. Gerade das sorgt dafür, dass das Werk eine gewisse Faszination besitzt. Die Handlung ist gut geschrieben, die Darsteller spielen stark und die Figurenzeichnung ist interessant. Handwerklich wurde das Geschehen sehr gut umgesetzt und der Unterhaltungswert ist gut. Im Endeffekt also ein wirklich sehenswerter Film, der mir nur nicht intensiv genug war und der leider ein wenig die Highlights vermissen lässt!

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