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Kritik von Thomas Zörner zu 'Green Zone'

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Partner von Fantastic Zero
Kritik von Thomas Zörner
veröffentlicht am 23.03.2010
50%
"Green Zone" hat ein großes Problem und es heißt "The Hurt Locker". Wo letzterer bei den Oscars groß abräumte, da wird sich ersterer wohl endlosen Vergleichen mit Kathryn Bigelows Irakkrieg-Thriller stellen. Leider verliert Paul Greengrass' Polit-Militär-Krimi aber eben diese auf allen Ebenen.

Um erstaunlich wenig Story spinnt der Regisseur seinen Film. Roy Miller ist Soldat im Irakkrieg, und damit beauftragt, Massenvernichtungswaffen zu finden. Wie aber selbst jedem letzten Bildleser inzwischen bekannt sein sollte, gibt und gab es nie, etwa seit dem Jahre 1991, Massenvernichtungswaffen im Irak. Und genau um diesen Umstand dreht sich der Plot.

Diese Tatsache stellt bereits einen ersten Stolperstein für "Green Zone" dar. Der Seher kennt die Wahrheit bereits, denn sie wurde dem fleißigen Kinogänger unter anderem schon in Michael Moores "Fahrenheit 9/11" präsentiert. Dementsprechend langsam wirkt der Aufbau der Geschehnisse, auch wenn Greengrass wieder seine altbekannten, oder auch verhassten, temporeichen Stilmittel einsetzt.

Was bei "Flug 93" noch ohne Probleme funktionierte, wird bei "Green Zone" streckenweise zur regelrechten Geduldsprobe: die Wackelkamera. Greengrass versteht es nach wie vor wie kein anderer, seinen Filmen einen dokumentarischen Touch zu verleihen, der auch diesmal zum Tragen kommt, allerdings wirken die Bilder von "Green Zone" teils als hätte der Kameramann und massivem ADS gelitten.

Dennoch muss man dem Ganzen eine schöne Optik zusprechen. Die Farben sind rau, die Aufnahmen teils körnig und die Feuergefechte blitzen im Dunkeln wie Stroboskope. Hier fährt Greengrass wieder die ganze Breitseite auf. Wenn sich die Kamera in der Nacht langsam gen Himmel hebt und die Salven aus den Flaks in der Dunkelheit aufleuchten, dann sind dies Gänsehautmomente. Oder auch die Szenen in Camp Copper, dem man eine gewisse Ähnlichkeit zu Guantanamo nicht abstreiten kann.

Wo Bigelow auf nervenzerreißende Stille setzt, da packt Greengrass den Pathos aus. In den dramatischen Szenen des Films fiedeln im Hintergrund die Geigen, dass es nur so ein Fest ist. Das wirkt im ersten Moment zwar packend, aber im Endeffekt doch etwas zu dick aufgetragen. Ebenso dick aufgetragen ist der verzweifelte Versuch von "Green Grass", antiamerikanisch zu wirken, aber am Ende doch keinem weh zu tun. Faszinierende diese Antihaltung des Regisseurs, der erst kürzlich noch eine amerikanische Tragödie so großartig aufarbeitete.

Ein Wort noch zu Hauptdarsteller Matt Damon. Eigentlich ist ihm nichts vorzuwerfen, denn er gibt einen routinierten Auftritt. Allerdings wurde ich den gesamten Film hindurch nicht den Gedanken los, dass ich Jason Bourne im Irakkrieg sehe.

"Green Zone" ist nach Greengrass' letzten Filmen doch eine Enttäuschung. Zu flach die Story, zu wackelig das Bild, zu gezwungen.

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