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Kritik von Benjamin Falk zu 'Godzilla - Das Ungeheuer aus der Tiefe'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 11.08.2017
65%
Viel Zeit hat man sich auch für den siebten Teil der Godzilla-Reihe nicht genommen, der dann bereits 1966 erschien. In Deutschland mal wieder unter dem schwachsinnigen Titel "Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer" herausgekommen, wird der Fan schon wissen, dass das mit Frankenstein nichts zu tun hat. Ich war gespannt, was für Wege man dieses Mal einschlagen würde und erneut wurde ich nicht wirklich enttäuscht.

Es geht um einen jungen Japaner, der seinen Bruder sucht, weil er plötzlich die Hoffnung hat, dass dieser doch nicht bei einem Bootsunfall ums Leben kam. Zusammen mit ein paar Freunden stiehlt man eine Yacht und fährt hinaus auf's Meer. Doch dort werden die Freunde von einem Monster aus dem Meer angegriffen und man muss auf eine Insel flüchten. Hier ist die Gefahr jedoch noch nicht vorüber, denn eine geheime Organisation treibt hier ihr Unwesen, versklavt die Einheimischen und ach ja, Godzilla ist natürlich auch noch mit von der Partie.
Was ich von der Handlung halten soll, weiß ich nicht so richtig, denn auch wenn sie gute Seiten besitzt, gefällt mir das persönlich doch weniger. Dünn waren die Drehbücher schon immer, aber meistens auf eine so herrlich naive Art und Weise erzählt, dass dies gar nicht störte. Bei "Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer" fehlt mir dieser kindliche Charme teilweise etwas und ich fand es auch nicht so gut, dass Godzilla erst so spät mit in die Handlung integriert wird. Wenigstens hätte man zuvor schon öfter über ihn sprechen können, doch er wirkt dann ziemlich hineingezwungen in die Story und somit leider auch austauschbar, wobei sein Auftreten natürlich trotzdem zu den Highlights des Filmes gehört.

Das kennt man von der Reihe ja aber sowieso so langsam. Mit Monsteraction hat das vorerst nichts zu tun; diese kommt wie meistens erst im letzten Drittel auf. Zuvor spielt die eigentliche Story erst mal eine größere Rolle und im direkten Vergleich zum Vorgänger kann "Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer" hier mehr punkten, weil das stimmungstechnisch vielseitiger ist. Ein bisschen Science-Fiction bleibt sowieso immer erhalten, doch durch die Insel und diese seltsamen Leute wirkt das zusätzlich wie eine Mischung aus Abenteuer und Agentenfilm. Die Atmosphäre kann mit ihrem trashigen Charme jedenfalls wieder punkten und es wirkt so, als hätte man eigentlich gar nichts anders gemacht. Dabei hat sich hier tatsächlich mal etwas getan. Die Regie wechselte nämlich an Jun Fukuda, so dass Ishiro Honda seit langem mal nicht mehr die Inszenierung übernahm. Merkt man dies? Eigentlich kaum, trotzdem tun ein paar leichte Änderungen dem Sehvergnügen ganz gut. Aus handwerklicher Sicht kann man sich darüber so wenig beschweren wie immer. Es gibt die typische Tricktechnik, die mir wie immer gut gefallen hat, ein bisschen Zerstörungswut, aber auch schöne Kulissen, welche die Abenteuerstimmung verstärken. Es ist jedenfalls sympathisch gemacht.

Anfangs ist das leider wie meistens nicht so richtig interessant. Die Story wird minimal vorbereitet, nimmt dann hinterher größere Züge an, interessiert dabei aber schon alleine wegen der Charaktere nicht sonderlich. Diese sind zwar nicht unsympathisch, konnten mich allerdings nicht erreichen und bleiben etwas zu blass. Dass das solide gespielt wird, spielt dabei keine große Rolle. Wenigstens bekommt man das neue Monster, Ebirah schon recht früh kurz zu sehen und dieses Krabbenvieh hat mir ganz gut gefallen. Danach folgt immer mal ein wenig Leerlauf und wie immer ist es dann vor allen Dingen das letzte Drittel, welches vieles rettet. Da erwacht dann endlich Godzilla und das erste Aufeinandertreffen von ihm und Ebirah ist schon ziemlich witzig geraten. Es wird nun nicht mehr langweilig, denn es ist immer etwas los, Mothra taucht noch kurz auf, es gibt ein großes Vogelmonster zu sehen und ich frage mich nur, weshalb man immer so lange warten muss, bis man diese Zutaten präsentiert. Ein etwas temporeicherer Aufbau, der sich zwischendurch dann Pausen nimmt, würde mir persönlich viel besser gefallen. So gibt es eben eine knappe Stunde lang keine besonders spektakuläre Unterhaltung und dafür noch eine tolle halbe Stunde, die mit ein paar kultigen Szenen nicht geizt. Godzilla ist jedenfalls so richtig gut drauf und macht mit seinen Handlungen reichlich Spaß.

Fazit: In der Godzilla-Reihe nichts Neues. "Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer" verliert zwar seinen Stammregisseur, doch das wird dem Zuschauer kaum auffallen. Am Aufbau hat sich wenig geändert, die Tricks bleiben gleich und die Monsteraction macht so viel Spaß wie immer. Der Rest drumherum ist weniger überzeugend und etwas langweilig, lässt aber wenigstens eine Abenteueratmosphäre aufkommen. Highlights gibt es jedoch erst im letzten Drittel, dafür dann aber richtig. Aus handwerklicher Sicht wie immer eine solide Arbeit, passabel gespielt und mit einigen Lachern versehen. So wird der Fan hier doch gut bedient, aber mich nervt es ein wenig, dass es immer so eine lange Anlaufzeit benötigt, bis diese Filme an Fahrt aufnehmen!

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 Befehl aus dem Dunkel (1965)  
 Godzilla - Frankenstein: Zweikampf der Giganten (1966)  
 Godzilla - Das Ungeheuer aus der Tiefe (1966)  
 Godzillas Todespranke (1967)  
 Godzilla - Frankenstein jagt Godzillas Sohn (1967)  
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