foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Michael Scharsig zu 'Black Swan'

WERBUNG
Partner von Entania
Kritik von Michael Scharsig
veröffentlicht am 29.01.2011
80%
Mit Golden Globes in der Tasche und jeder Menge Oscar-Nominierungen lief "Black Swan" mit einer hoch angesetzten Messlatte in den deutschen Kinos an. Von Horror war die Rede, von viel Dramatik und einer Natalie Portman in der Rolle ihres Lebens.

Und tatsächlich begeistert die junge US-Israelin mit ihrer verstörenden Darbietung der überehrgeizigen Ballerina Nina. Sie bringt diese Verwandlung eines unschuldigen liebevollen Mädchens in eine paranoide, vom Erfolgsdruck gequälte Tänzerin, so kalt und schockierend rüber, dass der Zuschauer nicht nur mitfühlt, sondern auch miträtselt, ob er sich noch in der realen Welt befindet, oder in einer von Ninas Paranoia. Natalie Hershlag (so ihr richtiger Name), macht ihrem Namen alle Ehre und verwandelt die brilliante und faszinierende Welt der Tanzbühnen in einer düstere, klaustrophobische Schattenwelt. Neben ihrer oscarwürdigen Leistung darf man aber die Darbietung Vincent Cassels als ihren brillianten wie unmoralischen Trainer nicht vergessen. Für mich persönlich ist er das Highlight des Filmes, da er mit seinem Charakter nicht nur fantastisch spielt, sondern auch inhaltlich der Verwandlung des Schwans die Türen öffnet und ihr Nachdruck verleiht. Der Mann von Monica Bellucci hätte in meinen Augen zumindest eine Nominierung als bester Nebendarsteller ebenso verdient.

Diese beiden Charaktere sind es, die "Black Swan" zu einem besonderen Film machen. Leider sorgen sie aber auch dafür, dass die ansonsten schwache Handlung übersehen wird. So wirkt vieles zu schnell, zu eindeutig. Vieles ist vorhersehbar. Auch die Dramatik bringt der Film nur halbherzig rüber. An manchen Ecken übertreibt Regisseur Darren Aronofsky (auch für "The Wrestler" und "The Fountain" verantwortlich) einfach mit der Ladung an Theatralik. Auch die erotischeren Momente kommen zu verhastet, zu plötzlich. An anderen stellen hätte man mit emotionsgeladenen Szenen nur so um sich schmeißen können. Genau diese Szenen verstecken sich aber hinter verstörenden Schockszenen (zum Beispiel der Krankenhausbesuch). Die Schockmomente, die ebenso in einen Horrorfilm hätten passen können, sind zwar sehr gut umgesetzt und bleiben im Gedächtnis, aber nötig waren sie im Prinzip nicht. Die Charaktere selbst geben dem Film schon genug Spannung und beißende Atmosphäre. Einzig die finale Verwandlung zum schwarzen Schwan ist für mich ein filmisches Kunst-Highlight des Streifens und hätte als einziges surreales Stilmittel mehr als ausgereicht.

Wer übrigens reißende Fingernägel, knickende Füße und Beine und gebrochende Hände nicht sehen kann wird zeitweise etwas Ekel empfinden. Die harte Arbeit am Schwanensee wird jedenfalls eindrucksvoll vermittelt.

Fazit: "Black Swan" hat seine Höhen und Tiefen, wird aber dank der großartigen Schauspieler zu einem Kinofilm, den man nicht so schnell vergisst. Inhaltich eher Durchschnitt. Düster, verstörend, kunstvoll!

War diese Kritik hilfreich?
7 von 12 Besuchern fanden diese Kritik hilfreich.
 
weitere Kritiken zu diesem Film
07.12.2010Thomas Jank
100%
17.01.2011Alexander Wolf
25%
20.01.2011Jutta Hannecker
100%
22.01.2011Christina Kern
75%
23.01.2011Julien Dopp
100%
29.01.2011Michael Scharsig
80%
30.01.2011Chris Erlmann
100%
01.02.2011Joachim Meßner
45%
07.02.2011Thomas Zörner
90%
08.02.2011Frederik Braun
95%
14.03.2011Christian Brecht
85%
30.05.2012Christoph Weber
95%
Eigene Kritik schreiben
Weitere Kritiken in der aktuellen Übersicht oder im Archiv
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG
Kurz-Link zu dieser Seite: http://zel.lu/k5Vs
foyer | charts | filmnews | kinostarts | kinoprogramm
kritiken | heimkino | directory | background
 
zelluloid.de • ©1998-2017 Denis Hoffmann & Alexander Jachmann
 
SitemapImpressuminfo@zelluloid.de
Hinweise zum DatenschutzNutzungsbedingungen