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Kritik von Mathias Broxtermann zu 'John Carpenter's Ghosts of Mars'

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Partner von Entania
Kritik von Mathias Broxtermann
veröffentlicht am 17.01.2013
25%
Es ist etwas schmerzhaft zu sehen, was aus dem Regisseur geworden ist, der uns "Halloween", "Escape from New York" und "The Thing" gegeben hat. Aber dass seine Film inzwischen damit beworben werden müssen, dass sie vom "Master of Terror" sind, ist wie ein Geständnis, dass wir daran erinnert werden müssen, dass der Name John Carpenter schon lange kein Markenzeichen mehr ist. "John Carpenter's Ghosts of Mars" ist ein Science-Fiction Horror Film, der eine Beleidigung für die Worte "Science", "Fiction" und "Horror" ist, und definitiv näher bei den "Resident Evil" Filmen als an Carpenter's ikonischen "The Thing" liegt.

Also, tauchen wir in die Materie ein, in der Reihenfolge "The good, the bad, and the ugly".

Auf der Plusseite haben wir Natasha Henstridge (Melanie) und Jason Statham (Jericho) in zentralen Rollen als harte Cops (Mars Police Department, MPD?!), die einen Gefangenen abtransportieren sollen. Henstridge ist das coole Zentrum des Filmes, ihre Rolle als harte, aber sexy Polizistin ist vielleicht etwas klischeebeladen, aber sie spielt sie solide und ohne Übertreibungen. Jason spielt ihr männliches Gegenstück ebenfalls gut, hat aber die undankbare Aufgabe Henstridge in jeder Situation sexuell zu belästigen. Es verlangt schon etwas Respekt ab, wie er diese furchtbaren Dialoge über die Lippen bringt und dabei nicht schief grinst (zum Stichwort "Dialoge" komme ich noch). Clea DuVall ist perfekt eingesetzt als die Anfängerin Bashira, hat allerdings wenig Spielraum für ihren Charakter. Viele Szenen auf der Marsoberfläche sind atmosphärisch und in dunklen Rottönen gemacht, und mir gefällt sogar die Synthesizer-Musik, die Carpenter oft selber entwirft und, wenn richtig eingesetzt, durchaus unheimlich ist.

Jetzt zu "the bad", wo fange ich an. Warum nicht mit Ice Cube in einer Hauptrolle. Sagt was ihr wollt über seine Musik, aber der Man hat so unbewegliche Mund-, Backen- und Augenpartien, dass man das Gefühl bekommt, für den Mann könnte Sprechen tatsächlich schmerzhaft sein. Die Schauspieler in den Nebenrollen variieren von "vergessbar" bis einfach schlecht und hemmungslos übertrieben, vor allem wenn sie zu viel Make-up drauf haben (Richard Cetrone). Die besessenen Minenbewohner ("Handlung" bitte der Startseite entnehmen; und ja, "Handlung" steht beabsichtigt so da) sehen eher lustig als gruselig aus, mit einem Anführer der direkt aus einen Black Metal Musikvideo entsprungen ist. Die Dialoge sind fast schon aggressiv platt und lächerlich gekünstelt (z.B. "Plan A ist für'n Arsch, gibt's auch nen Plan B?" - "Ja, derselbe wie Plan A!" oder "Tja, dann hätte man eine kleine Atombombe, die Bumm macht."), es ist schmerzhaft. Und spätestens, wenn bei der ersten längeren Actionszene schallend laute Rockmusik einsetzt weiß man, dass man in einem herrlichen Stück Schlock gelandet ist. Mit dem Problem, das ich immer noch dachte in einem Horrorfilm zu sein.

Kommen wir zu "the ugly", und jetzt muss das Drehbuch endlich dran glauben. Nicht nur, dass die ganze Story im Grunde eine "08/15 Zombies gegen Menschen" Routine ist, Carpenter zerstört die narrative Struktur unnötigerweise mit einer Reihe von Flashbacks, sodass die Handlung dauernd zwischen eigentlich parallel laufenden Handlungszweigen vor- und zurückspringt. Um das Ganze noch konfuser zu machen, lässt er die Charaktere für die Handlungsentwicklung immer wieder Dinge tun, die für ihre Rolle und ihren Charakter völlig abwegig sind. Teilweise werden dadurch riesige Handlungslöcher gerissen, die erst durch Flashbacks wieder erklärt werden müssen. Hier ein Beispiel, ohne dass ich zu viel verrate. Wenn die Kommandantin Helena (Pam Grier, schwache Performance) ganz nach alten Horrorfilmregeln alleine einem Geräusch nachgeht und einfach verschwindet, geht (scheinbar) niemand diesem Geschehen für 20 Minuten nach. Erst nachdem wir die Person fast vergessen haben, wird durch einen Flashback dieser Handlungszweig wieder aufgegriffen (da war doch was). Aber wartet, es wird noch irritierender! Nach alter Horrorfilmregel werden Überlebende gefunden, die natürlich mitbekommen haben was passiert ist. Nachdem klar wird, dass die Cops und die Überlebenden hoffnungslos unterlegen sind, ziehen die drei Fremden plötzlich ihre Waffen, um Ice Cube, ich meine James Williams, zu befreien. Wie die Priorität von "Überleben" so plötzlich zu "Kumpel raushauen" wechseln konnte, naja. Die Cops legen erst ihre Waffen nieder, um sich danach, ich scherze nicht, zu weigern, Ice Cube frei zu lassen (gut durchdacht). Natürlich öffnen sie seine Zelle trotzdem, können jedoch die bösen Jungs sogar ohne eine Finte einsperren, woraufhin die zwei Gruppen sich endlich zusammenraufen und kooperieren (hat irgendjemand die mordende Horde Besessener draußen vergessen?). Das ganze beobachtet man als Zuschauer mit zunehmendem Augenrollen und zunehmender Irritation. Hat irgendwer außer mir das Gefühl, dass Carpenter das Drehbuch nach einem harten Tag und ein paar Bieren geschrieben hat?

"Ghosts of Mars" ist definitiv eher lächerlich als gruselig, mit vielen Szenen die sehr in die Nähe des "so bad, it's good" Territoriums kommen. Aber er ist nicht lustig genug um sich für diese Kategorie zu qualifizieren, aber mit einer Laufzeit von 97 Minuten auch nicht so schmerzhaft wie sagen wir mal die letzten Transformers Filme (4+ und 25%). Ein schlock-tastisches Stück Horror-trash.

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