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Kritik von Benjamin Falk zu 'John Carpenter's Ghosts of Mars'

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Partner von Entania
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 04.12.2010
50%
"Ghosts of Mars" ist bis auf eine Episode der "Masters of Horror" Reihe Carpenters letzte Regiearbeit. Der Film floppte und hat fast überall ziemlich vernichtende Kritiken bekommen. Was hat Carpenter also falsch gemacht? Immerhin ist er für gute Horrorkost bekannt und hat so einige Klassiker im Petto. Vielleicht liegt es daran, dass er hier sehr modern sein wollte, denn "Ghosts of Mars" richtet sich doch eher an ein junges Publikum; über 18 versteht sich. Woran es scheitert, werde ich mal versuchen zu klären, aber eins sei vorweg genommen: So schlecht ist dieser Film nun auch nicht!

Die Story ist gar nicht mal so übel. Es geht um den Mars in ferner Zukunft. Hier kann man nun leben und überwiegend sind hier Menschen im Bergbau tätig. Ein Verbrecher soll dort sein Unwesen treiben. Deshalb macht sich auch ein Polizeitrupp auf den Weg dorthin. Allerdings ist hier etwas viel Schlimmeres geschehen. Die Bergarbeiter haben etwas freigesetzt. Eine Art Alien, welches in die Körper der Menschen schlüpft und diese dann böse macht. Es wimmelt also nur so von schlachtbereiten Alienkriegern und das macht der Polizei schwer zu schaffen.
Die Handlung weist Parallelen zu "Doom" auf. Gerade weil sich auch alles auf dem Mars abspielt. Ansonsten hat man auch von der "Das Ding aus einer anderen Welt" Thematik Gebrauch gemacht. Tötet man einen Besessenen nämlich, schlüpft das Aliending in einen anderen Menschen. Carpenter hat es eigentlich immer schon gut verstanden Isolation darzustellen und seine Protagonisten in engen Räumen agieren zu lassen. Auch hier macht er das wieder, nur leider nicht so gekonnt. Ansonsten ist die Handlung recht vorhersehbar, aber wirklich schlecht fand ich die Idee nicht.

In der ersten Hälfte funktioniert "Ghosts of Mars" auch ziemlich gut. Der Zuschauer weiß nicht genau, was dort vor sich geht und die Protagonisten ebensowenig. Dies sorgt schon für etwas Atmosphäre und lässt den Film auch ein wenig unheimlich wirken. Mit der zweiten Hälfte ist dann relativ klar, was dort geschieht und dann wird es leider auch etwas schlechter. Ab hier setzt Carpenter dann auf Action, was ja an sich nicht verkehrt ist, da die erste Hälfte fast komplett ohne Action auskommt. Leider ging man hier aber irgendwie sehr seelenlos zur Sache. Die Action wirkt einfach stumpf gemacht und hatte für mich keinen Reiz. Hier merkt man auch, dass sich "Ghosts of Mars" eindeutig an das jüngere Publikum richtet. Es wird geballert, es wird geschlachtet, es werden Sachen in die Luft gesprengt, nur komplett ohne Seele und nicht spannend gemacht.

Die Darsteller sind aber allesamt nicht schlecht und es warten auch einige bekannte Gesichter. Natasha Henstridge spielt die Hauptrolle, man kennt sie aus "Species" und sie macht ihre Sache souverän. Jason Statham, damals noch nicht so eine Größe in Hollywood, spielt auch solide, hat aber nicht viel zu tun. Pam Grier gibt es nicht lange zu sehen. Ice Cube, anscheinend wieder so ein Punkt, womit man junges Publikum locken wollte, spielt auch okay und recht sympathisch. Die restlichen Darsteller gehen ebenfalls in Ordnung.
Nun ist eine weitere Schwäche auf jeden Fall die Figurenzeichnung. Eigentlich hat keine Person Tiefe oder ein ordentliches Profil. Das hier geht sogar noch unter 08/15 Figurenzeichnung. Somit waren mir die Charaktere auch herzlich egal, auch wenn sie nicht unbedingt unsympathisch waren.

Die Inszenierung ist nun ein Punkt, bei dem man Carpenter meines Erachtens nichts vorwerfen kann. Er ist halt ein guter Regisseur und macht auch hier seine Sache gut. Da man anscheinend sehr einen auf hip machen wollte, war ich froh, dass es keine schnellen Schnitte etc. gab. Handwerklich ist "Ghosts of Mars" also auf jeden Fall gut. Auch die Drehorte haben mir gefallen. Die Mars-Station kommt realistisch rüber und kann sich sehen lassen. Zur Atmosphäre schrieb ich ja bereits was. Diese ist anfangs wirklich nicht schlecht, ein bisschen unheimlich und bedrohlich. Hinterher wird sie leider komplett aufgegeben und man setzt nur noch auf Coolness, die nur nicht so richtig zünden will.

Nun ist der Unterhaltungsfaktor aber okay. So richtig langweilig wird es eigentlich nicht. Die erste Hälfte ging schnell vorbei und war kurzweilig. Danach zieht sich das Geschehen etwas in die Länge, die Actionszenen sind einfach zu stumpf um zu unterhalten. Spannung fehlt auch fast komplett. Logik darf man in diesem Szenario natürlich auch nicht suchen. Ein paar Dialoge sind zudem sehr flach und stupide geraten. Aber was solls. "Ghosts of Mars" ist Trash und an sich gut anzusehen.
Ein bisschen Splatter gibt es dann auch noch. Eine Splatterwucht ist zwar nicht entstanden, aber es dürfen doch einige Gliedmaßen fliegen und Blut darf vergossen werden. Harmlos ist das nicht. Die Effekte sind gut gemacht, kaum Computer, überwiegend von Hand gemacht, was mir natürlich gefiel.
Zum Score muss man dann aber noch ein paar Worte verlieren. Carpenter ist ja oft für den Soundtrack verantwortlich und macht da oft aus simplen Melodien ganz Großes draus. Hier setzt er überwiegend auf Gitarrenriffs. Grundsätzlich finde ich einen metal- oder rocklastigen Score ja gut, aber von Carpenter darf man da sicher mehr erwarten.

Fazit: Nein, so richtig toll ist "Ghosts of Mars" nicht geworden und im Hinblick auf das, was Carpenter so alles gemacht hat, ist er sicherlich auch enttäuschend. Man muss aber auch sagen, dass dies keine Totalkatastrophe ist, denn Carpenter kann immer noch gut inszenieren, die Effekte sind gut und so richtig langweilen tut das Werk auch nicht. Dafür ist die Figurenzeichnung schlecht, es kommt nur teilweise eine gute Atmosphäre auf, das ganze Werk wirkt zu sehr auf modern getrimmt und es gibt keinerlei Spannung. Es ist ein Durchschnittsfilm geworden, nicht mehr nicht weniger. Für einen Filme-Abend mit Freunden und viel Bier, ist "Ghosts of Mars" aber gelungen!

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