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Kritik von Benjamin Falk zu 'Jack und Jill'

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Partner von Entania
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 27.01.2012
60%
Die Sitcom ist ein ursprünglich US-amerikanisches Genre im Bereich der TV-Serien. Ein Kennzeichen der Sitcom ist die ständige, schnelle Abfolge von Gags, Pointen und komischen Momenten im Rahmen einer dramatischen Handlung.
Adam Sandler ist mit seinem Brachialhumor noch immer sehr erfolgreich. "Kindsköpfe" war gut, stellte für mich aber eine kleine Enttäuschung dar. "Meine erfundene Frau" hingegen gefiel mir wieder besser. Mit "Jack und Jill" geht diese Achterbahnfahrt weiter, denn er hat mich erneut etwas enttäuscht. Ein schlechter Film ist das hier keineswegs und wer sich einen Film mit Sandler ansieht, weiß ganz genau, was er bekommt, aber so richtig überzeugen konnte mich das Werk leider nicht.

Dieses Mal geht es um das Thema Zwillinge. Jack ist im Beruf ziemlich erfolgreich, hat eine hübsche Frau und Kinder. Alles könnte so gut sein, wenn da nicht seine nervige Zwillingsschwester Jill wäre. Diese kommt über die Feiertage zu Besuch und geht Jack auch gleich mal wieder sehr auf die Nerven. Dann allerdings ergibt sich für ihn eine echte Chance. Scheinbar scheint der Hollywoodstar Al Pacino auf Jill zu stehen und da Jack Pacino für einen Werbespot haben will, wittert er seine Chance.
Die Handlung ist wirklich äußerst dünn und hat eigentlich nur das Zeug, eine Folge einer Sitcom zu füllen. Das ist bei Filmen mit Sandler allerdings desöfteren so und stellt deshalb nur bedingt einen Kritikpunkt dar. Die Hauptsache ist, dass man viel daraus macht. Auch bei "Jack und Jill" gab es wieder viele verrückte Ideen und einige davon können durchaus überzeugen. Allerdings waren mir viele Gags zu aufgewärmt. Man kennt diesen Humor einfach mittlerweile ziemlich in- und auswendig und so kommen viele Gags einfach nicht überraschend. Das ist ein Kritikpunkt, den man bei mehreren Filmen mit Sandler ansprechen kann, nur hat man es meiner Ansicht nach bei anderen Filmen besser geschafft mit recht abgenutzten Gags trotzdem noch Lacher zu erzeugen.

Die Darsteller spielen allesamt sehr gut, aber es liegt nur an zwei Darstellern, dass "Jack und Jill" über weite Strecken recht unterhaltsam ist. An erster Stelle ist da natürlich Adam Sandler zu nennen. Er spielt hier eine Doppelrolle, darf als Jack einen Normalo spielen und sich als Jill richtig austoben. Dass ihm dies Spaß gemacht hat, ist nicht zu übersehen. Sein Aussehen als Jill sieht nicht wirklich weiblich aus, was aber wohl beabsichtigt ist. Dann muss man definitiv Al Pacino nennen. Dieser nimmt sich hier so dermaßen selbst auf die Schippe, dass es einfach Spaß macht. Die Stelle, in welcher Jill seinen Oscar kaputt macht und er daraufhin sagt, dass er eigentlich mehrere haben müsste, es aber nicht so ist, gehört zu den besten Stellen des Films. Daneben gibt es noch ein paar bekannte Gesichter wie z.B. Allen Covert, was ich immer wieder ganz nett finde. Alle anderen haben allerdings kaum etwas zu tun und was eine Katie Holmes hier verloren hat, ist fraglich, weil ihre Rolle völlig belanglos ist.
Die Figurenzeichnung ist ziemlich banal und das ist sicherlich auch so gewollt. Tiefe erlangen die Charaktere hier keine. Dabei versucht man immer mal wieder, eine Prise Emotion mit ins Geschehen zu bringen, denn im Kern geht es auch um sowas wie Geschwisterliebe bei Zwillingen. Das wirkt nicht unbedingt aufgesetzt, konnte mich aber auch nicht gerade berühren.

Die Inszenierung ist in Ordnung. Dennis Dugan führte mal wieder Regie und er und Sandler sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Da verwundert es nicht, dass "Jack und Jill" handwerklich souverän gemacht ist. Der Film erinnert mehr an eine lange Sitcom-Episode als an einen Film. Eigentlich finde ich diese Machart nett, aber hier machte sie den Film ein bisschen belanglos.
Die Atmosphäre ist relativ amüsant. Wo Sandler drauf steht, ist auch Sandler drin. Das heißt es gibt wieder Brachialkomik, politisch unkorrekten Humor und auch der Fäkalhumor darf keineswegs fehlen. Das ist überwiegend recht amüsant, teilweise aber auch doof. Wie bereits erwähnt, versucht man auch Gefühle mit ins Geschehen einfließen zu lassen, was bei Filmen wie z.B. "Klick" oder "Chuck und Larry" wesentlich besser gelungen ist. Hier wirkt es ein wenig überflüssig.

Der Unterhaltungswert ist insgesamt recht gut und gelangweilt habe ich mich während der ca. 90 Minuten Laufzeit nicht unbedingt, aber so richtig begeistert war ich ebenfalls nicht. Der Funke springt einfach nicht so richtig über. Ein paar Ideen sind klasse, die Ausgangssituation wirklich komisch, aber ein paar originellere Gags wären nicht schlecht gewesen. Ich kann über den tausendsten Furzwitz einfach nicht mehr lachen, dabei würde ich nicht behaupten, dass mein Humor besonders anspruchsvoll ist. Wie das alles ausgehen wird, kann man sich denken. Natürlich folgt dem Tiefgang das große Happy-End und dann war es das auch schon. Am Ende hat man sich den Film angesehen, ist nicht verärgert, aber auch nicht schade drum, dass er zu Ende ist. Irgendwie ist "Jack und Jill" ziemlich belanglos.
Viele Effekte gibt es nicht, die vorhandenen sind aber gut.
Der Score ist ordentlich und hat gepasst.

Fazit: "Jack und Jill" bietet einen gut aufgelegten Adam Sandler in einer Doppelrolle, einen Al Pacino, der sich grandios selbst auf die Schippe nimmt, ein paar ordentliche Ideen und ein paar echte Lacher. Handwerklich ist das souverän gemacht, die anderen Darsteller enttäuschen ebenfalls nicht und die Laufzeit vergeht recht kurzweilig. Allerdings hätte ich gerne öfters lachen können und mir waren zu viele Gags aufgewärmt. Wer bisher nichts mit Sandler anfangen konnte, der sollte einen weiten Bogen um "Jack und Jill" machen, wer seine vorherigen Filme schon gut fand, kann mit seinem neusten Film seinen Spaß haben, aber der Spaß hält sich leider in Grenzen!

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