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Kritik von Kevin Shinji Goldstein zu 'Brüno'

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Partner von Fantastic Zero
Kritik von Kevin Shinji Goldstein
veröffentlicht am 03.07.2009
80%
Casting bezeichnet den Vorgang, bei dem die Besetzung der Rollen eines Films oder eines anderen Werks mit Schauspielern festgelegt werden.
Ein Trailer ist ein aus einigen Filmszenen zusammengesetzter Clip zum Bewerben eines Kino- oder Fernsehfilms, eines Computerspiels oder einer anderen Veröffentlichung. Der Zweck eines Trailers ist es, dem Publikum einen Vorgeschmack auf das beworbene Produkt zu geben und natürlich Werbung für dieses zu machen.
"Borat" was so 2006 - heute, im Jahre 2009 ist die Zeit reif für einen neuen Helden aus der Feder des britischen Komikers Sacha Baron Cohen: Brüno.

Sowohl im Anbetracht des Trailers als auch der massiven PR-Stunts, die schon im Vorfeld der Premiere für Schlagzeilen sorgten, dürften die meisten Zuschauer bereits wissen, dass sie mit "Brüno" kein 82-minütiger Besuch auf dem sprichwörtlichen Ponyhof erwartet.

Doch bevor wir an dieser Stelle auf sprechende Penisse zu sprechen kommen, sei das Setting des Films kurz erklärt. Der Protagonist Brüno, übrigens Cohens erste und somit älteste Figur, ist ein erfolgreicher Modejournalist und Report des OJRF (Österreichischer Jungen Rundfunk). Durch einen kleineren Zwischenfall in Mailand, den der eine oder andere bereits aus dem Trailer kennen dürfte, verliert Brüno alsbald seinen Job. Doch Brüno fackelt nicht lange: "Aber dann realisierte ich, dass die Modewelt künstlich und oberflächlich ist. Also ging ich nach Los Angeles, um die grösste Celebrity der Welt zu werden."

Leichter gesagt als getan, denn auf dem Weg zum A-Promi gibt es viele Hürden zu überwinden. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf: Brüno interviewt unter anderem Prominente, veranstaltet Castings, adoptiert Kinder aus Afrika, tritt in Talkshows auf und will sich schliesslich - mit absehbarem Ergebnis - zum Hetero umwandeln lassen.

Was Brüno ausmacht sind in erster Linie die herrlichen Reaktionen seiner Umwelt oder seines Gegenübers. So lässt Cohen seine Figur regelmässig herrlich subversive Interviews führen. So lässt sich Paula Abdul ohne grosses Nachfragen dazu überreden, auf dem Rücken eines Mexikaners ("Mexican Chair People") über ihr humanitäres Engagement zu plaudern. Und auch ein professioneller "Gay Converter", der Brüno seine Homosexualität mit Gottes Hilfe austreiben soll, beschäftigt sich seriös mit dem Thema, ob das Spielen einer Klarinette als konvertierter Hetero noch im grünen Bereich liegen würde.

Erwähnt sei an dieser Stelle noch die umstrittene Szene, in der Brüno mit weissen Handschuhen und gespielt hoher Stimme ein Interview mit Latoya Jackson führt und es tatsächlich schafft, die Handynummer deren Bruders Michael zu ergattern. Die Szene wurde nach dem plötzlichen Tod von Michael Jackson gestrichen und ist somit nicht in der finalen Version zu sehen. Ob und inwiefern die fehlende Szene zu einem späteren Zeitpunkt zu sehen sein wird, steht derzeit noch in den Sternen.

Sacha Baron Cohen setzt bei "Brüno" auf hohe Intensität und verzichtet auf eine übermässig prominente Rahmengeschichte. Mehr oder minder zweckmässig werden die einzelnen Szenen, lose verknüpft durch Brünos Streben nach Bekanntheit und Ruhm, aneinandergereiht und werden mit einer wunderbaren Szene, die vor allem durch ihre prominente Besetzung zu glänzen vermag, abgeschlossen.

Ganz klar: Brüno will polarisieren und schafft das auch. So werden die meisten Zuschauer "Brüno" entweder hassen oder lieben. Wer sich bereits für "Borat" begeistern konnte, der wird auch in "Brüno" gute Unterhaltung ohne viele Schnörkel finden. Wer aber allzu zartbesaitet ist, speziell im Hinblick auf homoerotische Darstellungen, wird mit "Brüno" kaum warm werden - in wahrsten Sinne des Wortes.

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