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Kritik von Benjamin Falk zu 'Basic Instinct 2: Neues Spiel für Catherine Tramell'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 10.01.2017
40%
Ein Remake ist eine Neuverfilmung eines bereits existierenden, meist mehrere Jahrzehnte älteren Films.
Den Skandalfilm "Basic Instinct" nach 14 Jahren fortsetzen zu wollen, klingt schon nach keiner besonders guter Idee. "Basic Instinct 2" konnte den Erfolg auch keineswegs wiederholen und das hätte er auch überhaupt nicht verdient gehabt. Man bekommt einen faden Aufguss, der nun wirklich nicht besonders aufregend geraten ist.

Catherine Tramell ist zurück; dieses Mal in London, wo sie mal wieder einen Mann umbringt. Geschieht dieses Mal aber ein wenig anders, doch natürlich sind danach wieder die Polizisten gefragt. Man kann der Frau nicht wirklich etwas anlasten und ein Kriminalpsychologe nimmt sich Catherine an. Es folgt das wiederholte Spiel um Sex und Gewalt, nur ist es dieses Mal alles noch schwachsinniger ausgefallen.
Den Drehbuchautoren kann man dabei absolut kein Lob machen, denn sie haben die Geschichte ziemlich vermurkst. Erst mal fällt negativ auf, dass es sich bei "Basic Instinct 2" weniger um eine Fortsetzung handelt. Es gibt zwar dieselbe Frau in der Hauptrolle zu sehen, ansonsten wirkt das Treiben aber fast eher wie eine Art Remake. Die Story ähnelt sich doch sehr, wurde aber definitiv noch anspruchsloser verpackt. Worum es da eigentlich geht, interessiert den Zuschauer kaum und gute Ideen sind hier eher Mangelware. Von daher konnte ich mit dem Drehbuch auch so gut wie nichts anfangen.

Sharon Stone gibt sich nun große Mühe, ihre Leistung aus dem ersten Teil zu wiederholen, was ihr nicht gänzlich gelingt. Dennoch muss man sagen, dass sie das Hauptargument bleibt, weshalb man sich "Basic Instinct 2" überhaupt ansehen müsste. Stone ist zwar gealtert, spielt das aber noch immer sexy und mimt die Femme fatale erneut ganz ordentlich. David Morrissey macht seine Sache eigentlich auch nicht schlecht und kann soweit überzeugen. Die restlichen Darsteller haben viel weniger zu tun, doch in diesem Punkt besitzt der Film zumindest noch etwas Klasse.
Eine Klasse, die mit der Figurenzeichnung leider ziemlich zerstört wird, denn die Charaktere sind vor allen Dingen langweilig. Man interessiert sich nicht für sie und was im ersten Teil zumindest ansatzweise funktionierte, wirkt in der Fortsetzung viel zu gewollt. Mir waren diese Figuren ziemlich egal und ein Nervenkitzel stellt sich somit von Anfang an ein.

Michael Caton-Jones, der eigentlich ein paar sehenswerte Streifen inszeniert hat, übernahm die undankbare Rolle dieses von Anfang an zum Scheitern verurteilte Projekt zu inszenieren. An seiner Arbeit lässt sich nicht viel aussetzen. "Basic Instinct 2" wirkt nicht billig, besitzt ein paar gut gemachte Szenen und aus handwerklicher Sicht ist das durchaus noch zu gebrauchen. Dass der Rest einfach nicht funktioniert, ist da nicht unbedingt die Schuld des Regisseurs.
Die Atmosphäre ist nämlich ordentlich schlecht. Man versucht so stark den ersten Teil zu kopieren, dass daraus einfach nichts werden konnte. Mal wieder sollen Sexszenen und Freizügigkeit dafür sorgen, dass das Treiben schön dreckig wirkt, wirkt aber in erster Linie aufgesetzt und vor allen Dingen kommt es einem in diesem Werk doch eher sehr kalkuliert vor. Der Thrilleraspekt ist lange Zeit erst gar nicht vorhanden. Man bekommt beim Schauen teilweise eher den Eindruck, hier eine Telenovela zu verfolgen. Stimmung kommt da keine auf und von der bösen, düsteren Art des Erstlings ist man ebenfalls weit entfernt.

Dass sich daraus kein guter Unterhaltungswert entwickeln kann, dürfte jedem klar sein. Bereits der Anfang macht klar, dass es dieses Mal nichts werden wird. Danach verschwendet man erst mal viel Zeit mit Belanglosigkeiten, bis es in der zweiten Hälfte endlich ein wenig an Fahrt gewinnt. Schon der erste Teil litt unter zu wenig Tempo, doch "Basic Instinct 2" macht es da tatsächlich noch deutlich schlechter. Die Laufzeit ist mit fast zwei Stunden leider immer noch zu lang und Spannung will so gar nicht aufkommen. Selbst wenn vereinzelte Szenen okay geraten sind, war ich am Ende doch froh, als das Treiben vorbei war.
Effekte gibt es nicht viele zu sehen und an Gewalt hat man auch eingespart. Die Erotikszenen sind zwar noch immer freizügig, wirken aber nicht mehr so gut, wie im ersten Teil.
Der Score ist immerhin noch als solide zu bezeichnen.

Fazit: "Basic Instinct 2" ist nicht qualvoll schlecht, aber es hätte diese unnötige Fortsetzung auch keineswegs gebraucht. Man spürt als Zuschauer regelrecht, dass hier einfach nur schnelles Geld verdient werden sollte. Bei der Handlung hat man sich nämlich überhaupt keine Mühe gegeben und eigentlich kopiert man nur den ersten Teil, anstatt ihn fortzusetzen. Die Darsteller machen dabei noch eine einigermaßen solide Figur und die Inszenierung ist auch nicht so schlecht, doch die Figurenzeichnung funktioniert gar nicht und Atmosphäre kommt hier ebenfalls keine auf. Deshalb ist der Film auch ziemlich langweilig und es stört einfach, wie gewollt das Geschehen wirkt. Selbst wenn mir "Basic Instinct" nicht so gut gefiel, hätte er eine Fortsetzung wie "Basic Instinct 2" absolut nicht gebraucht!

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 Teil der Serie 'Basic Instinct' 
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 Basic Instinct 2: Neues Spiel für Catherine Tramell (2006)  
 
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