foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Benjamin Falk zu 'Eine Familie zum Knutschen'

WERBUNG
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 20.09.2017
40%
"Flodder", das ist so ein Ding, das man irgendwie aus der Kindheit mitgenommen hat, zumindest wenn man zu der ähnlichen Zeit groß geworden ist und sich gerne Filme angesehen hat. Niederländische Werke gibt es zwar einige, doch ich würde behaupten, dass man es hier mit einem der bekanntesten Filme aus unserem Nachbarland zu tun hat. Warum, das weiß wohl heute niemand mehr so recht. "Flodder" funktionierte in den 80er Jahren sicherlich gut, war damals respektlos, anarchisch und schlug deshalb wohl auch ein, doch aus heutiger Sicht hat dieser "Schinken" ehrlich gesagt nicht mehr viel zu bieten. Dafür hat die Komödienlandschaft doch zu viele bessere Werke zu Tage gebracht.

Am gelungensten ist dann auch gleich der Name Flodder, der wirklich irgendwie asozial klingt und damit perfekt die Familie beschreibt. Es dreht sich also um die Flodders, die ohne Einleitung gleich ihre Bruchbude verlassen und in ein schickes Wohnviertel ziehen dürfen. Als soziales Experiment so gesehen, aber die Nachbarschaft hat etwas dagegen und nur weil sie die Flodders loswerden wollen, gibt es immer mehr Chaos. Die asoziale Familie hingegen will nur friedlich vor sich hin vegetieren und wehrt sich dann schlichtweg nur. Das ist irgendwie ganz lustig und man muss auch sagen, dass so manch ein Einfall nicht schlecht gelungen ist. Dick Maas, der am ehesten durch seine ernsten Beiträge zum Horrorthriller bekannt geworden ist, hat sich im Drehbuch jedoch nicht genügend ausgetobt. Auf Dauer ist zu wenig los, man wartet auf die Pointen und so manch eine lustige Idee verpufft dann in der Leere. Man kann da noch etwas Sozialkritik hineininterpretieren, muss man aber nicht und teilweise wusste ich einfach nicht, was man mit "Flodder" denn erreichen wollte. Wie bereits erwähnt, wird es damals sicherlich funktioniert haben, doch der derbe Humor erscheint heutzutage harmlos. Da wird zwar mal Inzest gezeigt und alle benehmen sich relativ daneben, doch wenn man mal ehrlich ist, gehört ein solches Benehmen in der heutigen Gesellschaft schon fast zum Standard dazu. Dadurch geht Komik verloren, so traurig das auch sein mag: Die damalige Übertreibung erscheint mir fast als zu normal.

Desweiteren läuft das mit knapp zwei Stunden eindeutig zu lange. Es gibt ja nicht mal eine richtige Einleitung, sondern man startet sofort das Szenario und da ist es kein Wunder, dass sich das auf Dauer etwas verliert. Immer mal gibt es nette Szenen, bei denen man schmunzeln kann, doch so richtig lachen konnte ich eigentlich kaum. Dafür ist der Humor heute schon viel zu ausgelutscht. Es ist ja mal schön, dass eine Komödie es nicht auf Biegen und Brechen versucht, doch hier wäre es vielleicht nicht schlecht gewesen. Na wenigstens haut das Finale noch ein wenig etwas heraus und präsentiert noch etwas Zerstörung und Action. Ansonsten muss man sich mit reichlich nackter Haut und platten Gags zufrieden geben. Die angestrebte Boshaftigkeit funktioniert bei mir persönlich nicht mehr und die damalige Freigabe ab 18 Jahren ist ein schlechter Scherz. Heute sind Komödien ab 12 Jahren viel derber. "Flodder" bleibt im Kern nämlich auch relativ harmlos, ist sogar irgendwie ganz nett. Dafür sorgen auch die Darsteller, die mit dieser Reihe wohl ihren größten Erfolg feiern durften. Man sieht ihnen allen ganz gerne zu und auch die Inszenierung ist okay. Dazu gibt es verschrobene Charaktere, die nicht stören, aber auch gar nicht so markant sind, wie man sie in Erinnerung hatte.

Fazit: "Flodder" ist eine Anarcho-Komödie, an der der Zahn der Zeit doch spürbar genagt hat, denn was früher vielleicht mal lustig war, ist heutzutage ziemlich fad und wäre da nicht der Nostalgie-Bonus, weil ich das aus früherer Zeit kenne, dann würde das für mich gar nicht mehr funktionieren. Doch rein objektiv betrachtet, ist dies einfach keine gute Komödie, weil dafür einfach die guten Gags fehlen. Eine große Story braucht es ja nicht mal unbedingt, doch man hat es nicht geschafft, fast zwei Stunden Laufzeit solide zu füllen. Trotz solider Darsteller und einer guten Inszenierung geht so der Spaß flöten und in meiner Erinnerung war "Flodder" definitiv besser, als das, was ich heute empfunden habe. Schade!

War diese Kritik hilfreich?
3 von 8 Besuchern fanden diese Kritik hilfreich.
 
weitere Kritiken zu diesem Film
Neben obiger Besprechung gibt es noch keine weiteren Kritiken - möchtest Du Deine eigene Meinung loswerden? Hier erfährst Du, wie:
Eigene Kritik schreiben
Weitere Kritiken in der aktuellen Übersicht oder im Archiv
 
 Teil der Serie 'Flodders' 
 Eine Familie zum Knutschen (1986)  
 Eine Familie zum Knutschen in Manhattan (1992)  
 Flodder Forever - Eine Familie zum Knutschen (1995)  
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG
Kurz-Link zu dieser Seite: http://zel.lu/k8LP
foyer | charts | filmnews | kinostarts | kinoprogramm
kritiken | heimkino | directory | background
 
zelluloid.de • ©1998-2017 Denis Hoffmann & Alexander Jachmann
 
SitemapImpressuminfo@zelluloid.de
Hinweise zum DatenschutzNutzungsbedingungen