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Kritik von Dirk Hoffmann zu 'Dead Zone'

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Kritik von Dirk Hoffmann
veröffentlicht am 09.02.2018
80%
Mit seinen Frühwerken "Parasiten-Mörder" (1975), "Rabid - Der brüllende Tod" (1977), "Die Brut" (1979), "Scanners" (1981) und "Videodrome" (1983) setzte der kanadische Filmemacher David Cronenberg neue Maßstäbe im Body-Horror-Genre. Dass sich ausgerechnet der für seine expliziten Gewaltdarstellungen berüchtigte Regisseur 1983 eines recht zahmen Stephen-King-Buches wie "The Dead Zone" annehmen würde, mochte zwar zunächst überraschen, aber die psychologisch feinsinnige Adaption des Bestsellers trug letztlich dazu bei, dass Cronenberg auch in Zukunft Filme für ein größeres Publikum drehen durfte, ohne seine persönliche Handschrift aufgeben zu müssen. Koch Media veröffentlicht "Stephen Kings Dead Zone" nun erstmals auf Blu-ray.
Obwohl es gerade stark zu regnen anfängt, schlägt der Kleinstadtlehrer Johnny Smith (Christopher Walken) das Angebot aus, bei seiner Freundin und Kollegin Sarah (Brooke Adams) die Nacht zu verbringen. Auf der Heimfahrt kracht er allerdings mit seinem VW Käfer in einen umgestürzten LKW-Anhänger und verbringt die nächsten fünf Jahre im Koma. Als er unerwartet wieder ins Leben zurückkehrt, muss er allerdings nicht nur erfahren, dass Sarah mit einem anderen Mann verheiratet ist, sondern dass er über eine neue Fähigkeit verfügt: Als er die Hand einer Krankenschwester berührt, sieht er, wie ihre Tochter in einem brennenden Haus um Hilfe ruft. Tatsächlich kann das Mädchen rechtzeitig aus den Flammen gerettet werden. Johnnys Fähigkeiten machen bald Schlagzeilen. Als der örtliche Sheriff Bannerman (Tom Skerritt) ihn um seine Mithilfe bei der Aufklärung brutaler Morde an jungen Mädchen bittet, lehnt der zurückgezogen bei seinem Vater lebende und als Privatlehrer arbeitende Smith zunächst ab, doch das schreckliche Schicksal der Opfer lässt ihm dann doch keine Ruhe. Doch kaum hat er den Täter identifiziert, wird Johnny Smith von einer besonders erschütternden Vision heimgesucht. Als er bei einer Wahlkampfveranstaltung dem ambitionierten Politiker Greg Stillson (Martin Sheen) die Hand schüttelt und erkennt, welches Unglück Stillson über die Menschheit bringt, sieht er sich zum Handeln gezwungen ...
Im Gegensatz zu seinen Body-Horror-Werken, mit denen sich Cronenberg seit Mitte der 1970er Jahre einen Namen in Genre-Kreisen machen konnte, zeigt sich der Kanadier mit seiner Adaption von Stephen Kings "The Dead Zone" als gereifter Geschichten-Erzähler, der seinen Protagonisten gekonnt in Szene zu setzen versteht und dessen außergewöhnliche Fähigkeit mit all ihren Schattenseiten psychologisch geschickt aufbereitet. Zwar demonstriert Cronenberg in den schrecklichen Visionen, die Johnny Smith heimsuchen, immer mal wieder seine Kunst, expliziten Horror darzustellen, aber in "The Dead Zone" konzentriert er sich vor allem darauf, die psychischen Befindlichkeiten seines gebrochenen Helden zu zeigen. Wie er Sheriff Bannerman deutlich zu verstehen gibt, empfindet er seine Fähigkeit, bestimmte Ereignisse zu sehen, eben nicht als Gottesgeschenk, sondern als schlechten Scherz, der ihn fünf Jahre seines Lebens, seinen Job und seine Verlobte gekostet hat. Gerade die (komplizierte) Beziehung zu Sarah nimmt auch nach Johnnys Aufwachen aus dem Koma viel Raum in der stringent erzählten Verfilmung an und verdeutlicht, wie sehr Johnny unter seiner Gabe leidet, was durch die trübe Farbgebung und Michael Kamens düsteren Score noch unterstrichen wird. Aber natürlich gebührt auch Christopher Walken ("Die durch die Hölle gehen", "Catch Me If You Can") gebührende Anerkennung für seine engagierte und differenzierte Darstellung.
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