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Kritik von Elke König zu 'Stürmische Leidenschaft'

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Kritik von Elke König
veröffentlicht am 01.10.2017
75%
Inhaltsangabe:

Anfang des 19. Jahrhunderts: Bei schlechtem Wetter klopft ein Fremder (Paul Geoffrey) an ein großes Haus. Obwohl er unfreundlich von den Hausbewohnern empfangen wird, sieht er sich zum Bleiben gezwungen. Er stellt sich als Lockwood, den neuen Pächter von Trushcross Grange vor und die (einzige) junge Frau (Juliette Binoche) im Haus gibt ihm ein lange unbenutztes Zimmer. Loockwood jedoch hat eine beängstigende Begegnung am Fenster des Zimmers und die Erzählerin beginnt von einer Geschichte voller Demütigung, Gewalt und Rache zu berichten:

Vor langer Zeit brachte der alte Earnshaw (John Woodvine) ein Findelkind mit nach Wuthering Heights. Er nannte ihn Heathcliff und behandelte ihn genauso wie seine zwei anderen Kinder Cathy (Juliette Binoche) und Hindley (Jeremy Northam). Doch kaum verstarb der Hausherr, wurde Heathcliff (erwachsen: Ralph Fiennes) sein Status aberkannt und er konnte sich als Stallknecht verdingen. Einzig seine Liebe zu Cathy konnte ihn einigermaßen bändigen. Obwohl Heathcliff einen wilden Eindruck macht, erwidert Cathy seine Liebe.

Eines Tages verletzt sich Cathy auf dem Grundstück der Lintons und sie bleibt drei Wochen zur Genesung auf Trushcross Grange. Der junge Erbe Edgar (Simon Shepherd) wirbt um Cathys Hand und zu Heathcliffs Entsetzen nimmt sie auch noch an. Er verschwindet spurlos und hinterlässt bei Cathy eine große Lücke. Hendley Earnshaw verfällt dem Alkohol und dem Glückspiel, da er seine Frau im Kindbett verloren hat. Einzig Nelly (Janet McTeer), die Haushälterin von Wuthering Heights, begleitet Cathy in ihr neues Leben auf Trushcross Grange.

Eines Tages kehrt Heathcliff zurück: elegant gekleidet und offensichtlich reich. Schon gleich bei der ersten Aufwartung auf Trushcross Grange gibt er Cathy zu verstehen, dass er der neue Hausherr von Wuthering Heights ist, da er Hendley alle Schuldscheine abgekauft hat. Seine Absichten sind klar: Er will noch immer Cathy, aber er kann sie nicht haben und so setzt er seinen perfiden Racheplan nach und nach um ...

Mein Fazit:

Es ist schon eine Weile her, dass ich das Buch gelesen habe. Und erst durch den Film wurde mir wieder richtig bewusst, worum es in dem Buch eigentlich ging. Einige Rezensionen, die ich im Vorfeld des Films gelesen hatte, verkündeten eine werkgetreue Verfilmung und so ließ ich mich auf die düstere Atmosphäre von Wuthering Heights ein.

Der Film stammt aus dem Jahre 1992. Und leider merkt man es dem Film auch an. Die Qualität der Bilder ist auch nicht wirklich mit der heutigen zu vergleichen und unterstreicht damit die düstere Atmosphäre der Geschichte um Cathy Earnshaw/ Catherine Linton und Heathcliff. Das Setting und die Kulisse entsprechen durchaus den Vorstellungen, die man durch das Buch entwickelt hat. Eine karge und lieblose Gegend und inmitten dessen steht das Haus von Wuthering Heights. Es sieht nicht gerade einladend aus, ist jedoch von unverwüstlicher Natur. Nichts scheint dieses Gebäude zum Einstürzen zu bringen; es ist fest verankert mit der mit der rauen Gegend Yorkshires. Egal, welche Szenen sich auch im Haus abspielen, und es gibt viele brutale und demütigende davon, das Haus erscheint wie ein Fels in der Brandung.

Heathcliff wird von Ralph Fiennes gespielt. Er sollte eigentlich das personifizierte Böse darstellen, aber ich konnte es dem Mann nicht immer abkaufen. Dafür war er mir nicht tiefgründig genug. Er machte durchaus einen geheimnisvollen und wilden Eindruck, aber eben nicht wirklich böse. Durch seine Handlungen wurde es zwar herausgearbeitet, aber manchmal wurden die vermeintlichen Liebesgeschichten und Intrigen-Spiele nicht richtig deutlich. Da wurde wohl ein gutes Stück der Geschichte weggelassen. Juliette Binoche als junge Frau(en) gefiel mir da noch besser, aber ich fand ihre Perücke einfach nur fürchterlich. Das hat überhaupt nicht in das Bild gepasst und wirkte auch nicht natürlich.

Alle anderen Figuren haben auf mich einen soliden Eindruck gemacht und untermalten diese düstere Geschichte durchaus.

Insgesamt gesehen ist es ein unterhaltsamer Film, der sich stark an das Buch anlehnt, aber ich habe das Gefühl, das einiges - wesentliches - weggelassen wurde, um Heathcliffs Bösartigkeit zu unterstreichen. 75% ist er mir wert und ich empfehle den Film ausdrücklich nur dann, wenn man vorher das Buch gelesen hat.

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