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Kritik von Martin Zopick zu 'Julia und die Geister'

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Kritik von Martin Zopick
veröffentlicht am 10.11.2017
85%
In diesem Klassiker begibt sich Fellini mit seiner Ehefrau Giulietta Masina in der Hauptrolle auf einen Selbstfindungstrip. Nur dass sie diesmal hier nicht ihr clowneskes Talent zeigt, sondern sie ist ganz Grande Dame. In Wahrheit aber ist sie eine 'einsame, verlassene Frau', die Anhaltspunkte dafür hat, dass ihr Mann Giorgio (Mario Pisu) sie betrügt. Besagte Gabriella werden wir aber nie sehen. Nach einem irritierenden Beginn, in dem man die beiden Protagonisten nur von Hinten sieht, wird vom Zuschauer volle Konzentration gefordert, wenn der Meister in Rückblenden Szenen aus Julias Kindheit in die Handlung einbindet und sie immer wieder mit visionär anmutenden Traumszenen aus der Welt des Surrealen mischt. Diese Zweigleisigkeit macht aber andererseits auch die Poesie des Films aus. Besonders wenn sich Fellini in seinem Lieblingsgebiet, der Zirkuswelt tummelt.
Dabei gibt es ironische Seitenhiebe auf die Botschaften aus dem Jenseits bei einer Séance (inklusive Kopfzeichen). Julia lächelt leicht. Das vergeht ihr, wenn sie die Fratze des Wahnsinns sieht.
Sie widersteht dem schönsten Mann des Films der 60er Jahre José Luis de Vilallonga, der mit kurzen Verführungsauftritten schon in 'Darling' und 'Tiffany' gescheitert ist, der ihr aber das philosophische Rüstzeug für eine eigenständige Persönlichkeit mitgibt 'Ich selbst bin mir selbst Dach, Fenster und Herd. Meine Worte sind meine Nahrung und meine Gedanken mein Getränk'. Die Geister der Vergangenheit werden auch am Ende noch weiterhin zu Julia sprechen. Nur hat sie die zwei Ängste verloren, die sie bisher so gepeinigt hatten: Verlassen zu werden oder glücklich zu sein. Nach dem fulminanten typisch fellini-mäßigen Finale tritt sie befreit aus der pompösen Villa auf ein weites Feld und atmet durch. Ihre Freundinnen z.B. Sandra Milo oder Sylva Koscina (die Vielfilmerin), bisher für den Small Talk zuständig, sind ihr gleichgültig geworden.
Hohe Filmkunst, anstrengend verkauft. Es reicht bisweilen ein wortloses Staunen.
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