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Kritik von Benjamin Falk zu 'A Murder Of Crows - Diabolische Versuchung'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 17.05.2017
65%
"A Murder of Crows" klang doch recht interessant und so sah ich mir das Werk mal an. Eigentlich ist hier ein ziemlich gutes Werk entstanden, doch kleinere Schönheitsfehler verhindern leider doch eine höhere Wertung.

Der Anwalt Lawson hat so langsam die Schnauze voll von seinem Job, denn er muss jemanden vertreten, bei dem er sich ganz sicher ist, dass er schuldig ist. Die moralischen Bedenken bringen Lawson dazu, seinen Mandanten zu verraten. Dadurch verliert Lawson seine Zulassung und kann sich die Arbeit als Anwalt abschminken. Stattdessen versucht er sich nun als Autor. Eines Tages lernt er einen freundlichen alten Herren kennen und dieser bittet Lawson ein Buch von ihm zu lesen, welches unveröffentlicht ist. Lawson liest es und befindet es für sehr gut, doch noch am selben Tag bekommt er die Nachricht, dass der alte Mann gestorben ist. Also fasst Lawson einen folgeschweren Entschluss: Er veröffentlicht das Buch unter seinem Namen. Doch er kann nicht wissen, welche Probleme das mit sich bringen soll.
Die Grundidee der Handlung ist wirklich ordentlich. Das klingt logisch, ist es überwiegend auch und auf jeden Fall ist das mal eine andere Herangehensweise an einen Thriller. Nun gibt es jedoch ein paar Probleme. Zunächst empfand ich die Handlung als etwas zu vorhersehbar. Das da etwas nicht stimmt, kann man sich sofort denken und selbst wenn dennoch alles schlüssig aufgelöst wird, fehlt der Überraschungseffekt. Außerdem macht es sich "A Murder of Crows" für meinen Geschmack etwas zu leicht, wirkt nicht immer ganz glaubwürdig und wird an manchen Stellen etwas zu naiv erzählt. Abgesehen von diesen Schwächen, ist das aber ein stimmiges Drehbuch.

Cuba Gooding Jr. spielt die einzige echte Hauptrolle und er macht seine Sache sicherlich ordentlich, aber ehrlich gesagt, durfte man ihn auch schon besser erleben. Mit Tom Berenger verhält es sich genauso. Auch er spielt gut, doch einen bleibenden Eindruck kann er mit seiner Leistung nicht hinterlassen. Ansonsten empfand ich noch Mark Pellegrino als ordentlich und die restlichen paar kleineren Rollen sind ebenfalls solide.
Die Figurenzeichnung ist keine Stärke von "A Murder of Crows", allerdings auch keine echte Schwäche. Die Charaktere sind nicht unbedingt zu belanglos und wirken auch nicht zu unsympathisch, nur trotzdem waren sie mir nicht wirklich wichtig. Entweder man hat dazu einen Draht oder nicht, aber der Film macht es in diesem Punkt eigentlich nicht verkehrt.

Von Regisseur Rowdy Herrington, der auch das Drehbuch schrieb, kenne ich sonst meines Wissens nach nichts. Tatsächlich ist "A Murder of Crows" von der Inszenierung her auch ein wenig schwächer geraten. Das liegt ganz klar daran, dass ein paar Szenen einfach zu plump gestaltet wurden. Was sollte z.B. diese kleine Sexszene? Völlig unnötig und nicht gerade passend. Ansonsten wurde das alles solide gefilmt und sieht ganz gut aus, doch aus rein handwerklicher Sicht konnte mich das Werk nun nicht begeistern.
Dafür gibt es aber eine recht gelungene Atmosphäre, die es nicht verkehrt macht. Das geht noch relativ locker los, wird jedoch schon bald etwas düsterer und dann ist der Thriller voll und ganz in Fahrt. Die kleinen Justiz-Anteile sorgen für ein wenig Abwechslung und auch die kleineren Anspielungen auf Kunst sind gelungen. So entsteht ein ernstzunehmender Thriller mit einer recht dichten Stimmung.

Der Unterhaltungswert macht es auch nicht verkehrt. Den Anfang empfand ich noch nicht als so spektakulär, jedoch findet hier auch noch nicht die eigentliche Story statt. Zwar ist das nicht so unwichtig für das folgende Szenario, aber zeitgleich auch nicht so interessant. Zum Glück geht es bald in eine andere Richtung und nachdem Lawson das Buch dann veröffentlicht hat, wird es deutlich spannender. Von nun an ist ständig etwas los und es gibt nur noch wenige Pausen. Das Ende hat man allerdings nicht so ideal gestaltet und das Happy-End fühlte sich auch total aufgesetzt an. Trotzdem wird man hier bei einer Laufzeit von knapp 100 Minuten solide unterhalten und die Längen halten sich echt in Grenzen.
Viele Effekte braucht der Streifen nicht, aber für seine Freigabe ab 12 besitzt er dann doch noch einen gar nicht so harmlosen Kopfschuss.
Der Score ist solide, mehr aber auch nicht.

Fazit: "A Murder of Crows" macht schon einige Dinge richtig, leider gibt es aber auch ein paar Mängel, die ich als störend empfand. So hat mir die Grundidee der Handlung echt gefallen und gut geschrieben wurde das auf jeden Fall, aber es ist etwas zu vorhersehbar und wird teilweise zu naiv erzählt. Die Darsteller agieren allesamt brauchbar, doch Höchstleistungen darf man hier von niemandem erwarten. Außerdem konnte ich mit den Charakteren einfach nicht so viel anfangen, selbst wenn die Figurenzeichnung eigentlich in Ordnung ist. Die Inszenierung ist an manchen Stellen etwas zu plump, im Großen und Ganzen jedoch solide und die Atmosphäre kann punkten, weil sie doch recht düster und ernst ist. Dem Unterhaltungswert kann ich keine großen Vorwürfe machen, denn nach einem etwas lahmen Start wird das immer interessanter und lediglich das kleine Finale hat mich dann noch leicht enttäuscht. Alles in einem also ein solider Thriller, der mit ein paar tollen Ideen überzeugen kann, doch aus "A Murder of Crows" hätte mehr werden können!

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