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Kritik von Thorsten Wiethake zu 'Illuminati'

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Illuminati
Poster zu "Illuminati"Originaltitel: Angels & Demons
weitere Titel...

Kinostart Deutschland: 13.05.2009

Thriller, Abenteuer

USA 2009, ca. 138 min.

FSK: ab 12, $150 Mio. Budget
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» Auszeichnungen
Kritik von Thorsten Wiethake, veröffentlicht am 05.05.2009
Das Team hinter dem weltweitem Phänomen "The Da Vinci Code - Sakrileg" kehrt zurück mit der Hochspannung erwarteten Verfilmung von "Illuminati", basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Dan Brown, der gerade wieder im Gespräch ist für sein noch nicht veröffentlichtes Buch "The Lost Symbol".

Tom Hanks ("The Green Mile", "Terminal") greift seine Rolle als Harvard-Professor Robert Langdon wieder auf. Erneut findet der Experte für Kunstgeschichte und religiöse Symbolik Hinweise, dass altertümliche Mächte mit weit zurückliegenden Wurzeln vor nichts halt machen, noch nicht einmal vor Mord, um ihre Ziele zu verwirklichen.
An seiner Seite steht diesmal Ayelet Zurer ("München", "8 Blickwinkel"), als die nicht nur hübsche, sondern auch charmant-italienische Wissenschaftlerin Vittoria Vetra. Ihre Miterforschung der Antimaterie, Rekonstruktion des Urknalls und somit der mögliche Ursprung allem Lebens, auch als Gottes-Partikel bezeichnet, spaltet nicht nur Atome und Moleküle, sondern schürt das alte Feuer zwischen Religion und Wissenschaft.

Kurz nachdem überraschend der aktuelle Papst verstorben ist, findet ein altes Ritual statt, durch dass wir 2005 sogar Papst geworden sind: Das Konklave. Hierbei entscheiden Kardinäle in einer geheimen Abstimmung darüber, wer in Zukunft, bis zu seinem Lebensende, der neue Heilige Vater und somit das Oberhaupt der katholischen Kirche werden soll. Doch dieses Vorhaben wird von einer unbekannten Macht überschattet. Ein Schatten, dessen Bedrohung so groß wird, dass er die christliche Welt direkt ins Chaos treiben könnte.
Bis das Konklave erfolgreich beendet ist, gibt es einen päpstlichen Vertreter, der in Position und Macht, dem Papst in nichts nach steht. Carlo Ventresca ist der Camerlengo, den der Papst testamentarisch ernannt hat und wird verkörpert von Ewan McGregor ("Black Hawk Down", "Big Fish"). Eine Rolle, die ihm nicht neu sein dürfte, da er ja bereits durch "Star Wars" Episode 1-3 als Obi-Wan-Kenobi in der Rolle eines geistlichen Führer und Jedi Erfahrung gesammelt hat.
Obwohl die Kirche seit "The Da Vinci Code - Sakrileg" nicht sonderlich gut auf Langdon zu sprechen ist, weil er das umstrittenste Rätsel der Menschheit gelöst hat, schickt diese aus dem Vatikan einen persönlichen Boten, um Professor Langdon um Hilfe zu bitten. Dieser traut verständlicherweise dem Ganzen erst einmal nicht, aber als man ihm ein Ambigramm, einen Schriftzug eines alten Geheimbundes, den Illuminati zeigt, wird sein Interesse geweckt und schon befinden wir uns in Vatikanstadt.
Langdon lernt dort zunächst Inspector Ernesto Olivetti kennen, gespielt von Pierfrancesco Favino. Favrino konnte bisher, bis auf wenige Ausnahmen wie z.B. "Nachts im Museum" oder "Die Chroniken von Narnia - Prinz Kaspian von Narnia", meist nur in italienischen Filmen sein Können zeigen.

Es erfolgt das erste Zusammentreffen zwischen Langdon und der Wissenschaftlerin Vetra. Hier erfährt der Professor, dass es mittlerweile neue Ereignisse im Falle der geheimnisvollen Geschehnisse rund um den Vatikan gibt. Eine Bedrohung deren Ausmaße an Auswirkungen man gar nicht absehen möchte. Aber es bleibt keine Zeit für große Überlegungen und Thesen über "Was wäre wenn?". Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Langdon hat nur ein paar Stunden Zeit herauszufinden, wer oder was hinter allem steckt, wo er oder sie als nächstes zuschlagen und wie sich die größte Katastrophe der neuzeitlichen christlichen Kirche verhindern lässt. Sind die Illuminati tatsächlich zurückgekehrt, um eine uralte, noch nicht beglichene Rechnung einzufordern?

In dieser schnellen Action-Schnitzeljagd, führte auch diesmal Ron Howard ("A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn", "Frost/Nixon") wieder Regie und in der Rolle als Produzenten standen ihm ebenfalls wieder der TV erprobte Brian Grazer ("American Gangster", "24") und erfahrene John Calley ("Hautnah", "Der Jane Austen Club") zur Seite. Wie bereits im letzten Film schrieb Akiva Goldsman ("Cinderella Man", "Hancock") das Drehbuch. Einzig David Koepp ("Krieg der Welten", "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels") stieß neu zum Produktionsteam hinzu.
Für die Musik ist auch diesmal wieder Hans Zimmer ("Fluch der Karibik 1-3", "The Dark Knight") verantwortlich. Die Musik untermalt die Stimmungen und Bilder gut, aber es gibt diesmal kein wirklich heraus stechendes Theme, wie im ersten Film der Reihe. Passt somit aber auch zum Ganzen, da nicht nur die Musik eine gewissen Banalität ausstrahlt.

Das Buch "Illuminati" wurde zwar zeitlich vor "Sakrileg" geschrieben und veröffentlicht, jedoch da mit der Veröffentlichung von Sakrileg, der bis dato noch recht unbekannte Dan Brown heiß diskutiert wurde, war es ein kluger Zug, zuerst dieses Buch zu verfilmen. Als dies bekannt wurde, verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer und die Diskussionen wurden umso mehr angeheizt.
Da, nicht allzu überraschend, "The Da Vinci Code - Sakrileg" zum Kassenschlager wurde, war es keine große Frage, dass man einen weiteren Roman verfilmen würde. Es ist erzählerisch gut gelungen, dass jetzige Abenteuer, entgegen der Buchvorlage, zeitlich auszutauschen. Wenngleich dies auch kein großes Problem gewesen sein sollte, da beide Bücher kaum aufeinander Bezug nehmen und sich entsprechende Anspielungen leicht verändern ließen.
Brown vermag mit seinen verschwörungstheoretischen Ansätzen und verwobenen historischen Fakten einen Bezug zu aktuellen Fragestellungen herzustellen. Gepaart mit einer sehr schnellen Handlung, gelingt es ihm zwar geschickt, einen hohen Unterhaltungswert zu erzeugen, werden die Hintergründe aber nicht dem Podest gerecht, auf das sie immer wieder gestellt werden. Die Schwächen der Brownschen Erzählweise und Theorien zeigen sich besonders im zweiten Film. Es werden zwar immer wieder viele Fakten in den Raum geworfen, die sicherlich auch für sich betrachtet stimmen (könnten) oder logisch sind, aber wer glaubt, dass er/sie ihm ersten Teil mit Fakten überhäuft wurde, sollte sich hier anschnallen. Ein Besuch in diesem Film ist vergleichbar mit dem Besuch eines historischen Museums... in einem Formel-1 Doppelsitzer und als Beifahrerin hat man eine fachlich ausgebildete Historikerin: Man bekommt zwar alle Fakten erklärt, aber bei der hohen Geschwindigkeit, hat man sie bei der nächsten Szene bereits wieder vergessen. Auch das Kurzzeitgedächtnis braucht Zeit, Fakten und Wissen zu verarbeiten. Hier wünscht man sich teilweise, so wie moderne PCs, zwei oder mehr Rechenkerne zur Verfügung zu haben, um die ganze Informationsflut verarbeiten zu können.
Auch fehlt diesmal das Rätselfeeling. Es gibt auch hier ein festes Ziel, aber das verhindern weiterer Opfer, wirkt eher etwas stoisch und nebensächlich. Es fehlt die intime Note, die es dem Zuschauer nahebringt. Ebenso die Handlung zwischen Professor Langdon und Vittoria Vetra. Es fehlt jeglicher persönlicher Touch. Daher verwundert es auch nicht, dass in der zweiten Hälfte des Films, die Italienerin fast zur kompletten Staffage verfällt.
Bei Brown ist die Handlung scheinbar recht kompliziert, aber da es immer nur eine handvoll mögliche Bösewichte gibt, von denen es nie der Offensichtliche ist, gibt es keine Überraschungen.
Obwohl der Anfang des Buches zum Glück nicht übernommen wurde, macht diese extrem vereinfachte Vorgehensweise das Ende nicht mehr als enttäuschend, da man schon nach spätestens knapp einer Stunde, eine deutliche Meinung über den/die Strippenzieher/-in hat. Wem das nicht so geht, musste entweder zu lange an der Snackbar/Toilette anstehen oder ist zu sehr mit seinem/seiner Begleitperson beschäftigt. Außerdem wirkt der Storyfaden am Ende einfach nur "unglaubwürdig", da zu viele Faktoren dies hätten verhindern könnten, als das der große Plan hätte aufgehen können.

Fazit: Im Gegensatz zum ersten Teil vermag man sich hier nur immer kurzzeitig unterhalten fühlen, und aufgrund der im Gegensatz zum ersten Film hier sehr unpersönlichen Geschichte besitzt dieser nur einen viel zu großen historischen Laderaum und viel zu kleinen Erfahrungsschatz. Zu undifferenzierte Charaktere und zu vorhersehbare Elemente, die "The Da Vinci Code - Sakrileg" im direkten Vergleich einfach etwas besser gemacht haben. Auch hier wird nur mit Wasser gekocht, aber mehr als ein lauwarmes und fades Süppchen entstand dabei nicht.

Wertung von Thorsten W.:
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