Rußland, Herbst 1942: die Deutschen stehen kurz vor dem Einmarsch
ins wichtigste Ölfördergebiet der Russen. Die letzte Barrikade stellt
Stalingrad, eine kleine Stadt an der Wolga dar, aber die verteidigenden Truppen
sind demoralisiert. Um wieder Moral in die Köpfe der Soldaten zu bringen,
braucht die rote Armee einen Helden.
Die Aussichten für die Russen, den Krieg gegen die deutschen Truppen zu
gewinnen, sind nicht sonderlich gut. Schon weit sind die Nazis nach Osten
vorgedrungen; jetzt stehen sie kurz vor dem wichtigsten Ölfördergebiet des
Landes kurz hinter Stalingrad. Sollten Hitlers Armeen es schaffen, diese
wichtige Rohstoffquelle zu besetzen, haben die Russen den Krieg so gut wie
verloren.
Die Moral der russischen Soldaten ist auch nicht gerade sehr förderlich für
einen Sieg ihres Landes: jeweils zwei Mann müssen sich eine Waffe teilen, und
im Kampf haben sie eigentlich nur die Wahl, durch wessen Kugeln sie sterben.
Kämpfen sie, werden sie von der deutschen Übermacht getötet, kämpfen sie nicht,
werden sie von ihren eigenen Offizieren wegen Fahnenflucht hingerichtet.
Um die Moral zu stärken, hat Offizier Danilov (Joseph Fiennes) eine
Idee. Dafür braucht er will einen Helden, den er durch seine Armeezeitung im
ganzen Land feiern lassen will, um somit der Bevölkerung neuen Mut zu geben.
Der Soldat Vassili Zaitsev (Jude Law) ist wie geschaffen für diese Figur:
er stammt aus bescheidenen Verhältnissen, hat aber im Alleingang schon viele
feindliche Soldaten getötet, da er ein hervorragender Scharfschütze ist.
Doch die Deutschen riechen den Braten und schicken mit Major König
(Ed Harris) ihren besten Mann als Gegner nach Stalingrad.
In den ersten Minuten des Filmes wollte Regisseur Jean-Jacques Annaud wohl
die Anfangssequenz aus "Der Soldat James Ryan" überbieten, was ihm allerdings
nicht ganz gelungen ist. Es werden zwar gut inszenierte Bilder eines
Luftangriffes auf russische Fähren gezeigt, die beklemmende Atmosphäre wie
beim Einmarsch der Alliierten in die Normandie erreicht er allerdings nicht.
Der Zweikampf der beiden Hauptfiguren Zatisev und König ist gut umgesetzt, auch
wenn hinter ihnen der Zweite Weltkrieg kaum noch wichtig erscheint - alles hängt
vom Duell dieser beiden Männer ab. Etwas zäh ist die eingeflickte
Liebesgeschichte zwischen dem russischen Scharfschützen und einer Soldatin, hier
wäre weniger sicherlich mehr gewesen.