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Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann zu 'Nurse Betty'

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Partner von Fantastic Zero
Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann
veröffentlicht am 06.04.2001
90%
Eine Soap oder Sop-Opera (engl. für Seifenoper) ist eine endlose Fernsehserie, die meist mehrmals wöchentlich ausgestrahlt wird. Sie wird meist billig produziert und dient hauptsächlich dazu, ein werbefreundliches Umfeld zu schaffen.
Viel zu lachen hat Betty Sizemore nicht gerade: ihr Mann ist gelinde ausgedrückt ein Arschloch, und auch ihr Job als Kellnerin macht sie nicht glücklich. Da sie auch keine Freunde hat ist eine Soap Opera das einzige was ihr vom Leben bleibt. Nach dem plötzlichen Ableben ihres Gatten ist sie aber plötzlich ein ganz neuer Mensch.

Daß Betty Sizemore (Renée Zellweger) nicht viel Spaß an ihrem Leben hat sieht man auch, wenn man sie gar nicht kennt. Sie arbeitet als Kellnerin in einer kleinen Kneipe, verbringt aber, dort wie auch daheim, ihre Zeit am liebsten vor dem Fernsehgerät, wo sie sich die Seifenoper "A Reason To Love" ansieht. In dieser Welt würde Betty wohl gerne leben, denn im realen Leben hat sie keine Freunde, und ihr Mann Del (Aaron Eckhart), der sie hinter ihrem Rücken betrügt, vergisst nicht nur ihren Geburtstag, sondern behandelt sie auch sonst wie ein Stück Vieh. Auch davon daß er nebenbei kleine, illegale Geschäfte macht weiß sie nichts.
Doch mit seinen krummen Geschäften hat sich Del die falschen Gegenspieler ausgesucht, denn eines Tages hat er es mit echten Gangstern zu tun. Nachdem ein Gespräch in der heimischen Küche zwischen den Gangstern und Bettys Lebensgefährten ausartet und sie Augenzeuge des grausamen Mordes an Del wird, flüchtet sie sich komplett in ihre Traumwelt. Schon als die Polizei, die von der Nachbarin gerufen wurde, kurz später auftaucht, ist Betty gut gelaunt dabei, ihre Koffer zu packen, um sich auf die Suche nach ihrem Traummann zu machen. Dieser Traummann mit den Namen Dr. David Ravell (Greg Kinnear) ist Arzt - und arbeitet in dem Krankenhaus, in dem Bettys Lieblingsserie spielt. Natürlich ist er nicht wirklich ein Arzt, sondern ein Schauspieler ...

Eine absolut beeindruckende Leistung vor allem von Renée Zellweger, neben der sogar die beiden Killer, gespielt von den erfahrenen Morgan Freeman und Chris Rock, wie blutige Anfänger wirken. Es ist unglaublich, wie viele Gesichter diese Frau hat, und alle sind hundertprozentig glaubwürdig. Beim Golden Globe wurde sie daher auch zurecht mit dem Preis für die beste weibliche Hauptrolle ausgezeichnet; warum sie allerdings bei der Oscarverleihung noch nicht einmal nominiert wurde, ist mir ehrlichgesagt ein Rätsel.
Trotz des Themas "Frau wird von Killern verfolgt" spielt sich die eigentliche Dramatik des Filmes nicht etwa mit Pistolen und anderen Schußwaffen ab, sondern einzig und alleine in der Person der Kellnerin/Krankenschwester Betty und ihrem "Doppelleben", von dem sie ja gar nichts weiß.

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