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Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann zu 'Erin Brockovich'

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Erin Brockovich
Poster zu "Erin Brockovich"Gewinner OscarKinostart Deutschland: 06.04.2000

Drama, Gericht

USA 2000, ca. 137 min.

FSK: ab 6, $51 Mio. Budget
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Kritik von Alexander "Heinz" Jachmann, veröffentlicht am 21.04.2000
Erin Brockovich, alleinerziehende Mutter dreier kleiner Kinder, hat es nun wirklich nicht leicht: sie ist nicht mehr die Jüngste, hat aber keine Ausbildung und Berufserfahrung vorzuweisen, weshalb niemand ihr einen Job geben will. Trotzdem schafft sie es über Umwege, eine Arbeitsstelle in einem Anwaltsbüro zu ergattern, und bringt dort einen der größten Prozesse der amerikanischen Rechtsgeschichte ins Rollen.

Ob das alles nur an ihrem großen Mundwerk liegt? Auf jeden Fall hat Erin Brockovich (Julia Roberts) einige Probleme: ihr Ex-Mann hat sie sitzen lassen; wahrscheinlich waren ihre ständigen spitzen Sprüche nicht mehr zu ertragen, und nun steht sie mit ihren drei kleinen Kindern ganz alleine da. Und wer stellt schon eine nicht mehr ganz so junge Frau ohne Lehre und Berufserfahrung ein? Wie es aussieht, niemand, und obwohl sie sich wirklich redlich bemüht, hat die ehemalige Schönheitskönigin bald nur noch 19 Dollar auf der Bank.
Ein unverschuldeter Autounfall, bei dem sie sich verletzt hat, scheint in dieser Situation wie ein Silberstreif am Horizont, und auch ihr Anwalt Ed Masry (Albert Finney) ist der Ansicht, daß man den Fall eigentlich nur gewinnen kann, aber wieder kommt Erin ihr Mundwerk in die Quere: sie beschimpft ihren Gegner vor Gericht, und verliert daher den Fall, weil ein solches Benehmen bei den Geschworenen nicht eben den besten Eindruck hinterläßt.
Immerhin hat sie einen neuen Babysitter, denn George (Aaron Eckhart), der neue Nachbar drängt sich geradezu auf, die Kinder zu hüten, obwohl ihm als gestandenem Harleyfahrer das eigentlich weniger zuzutrauen scheint. Und auch eine Arbeitsstelle hat sie bald gefunden, und zwar ausgerechnet bei dem Anwalt, der in ihren Augen den Fall gründlich verbockt hat. Ob aus Schuldgefühl oder aus Angst vor weiteren Attacken aus dem frechen Mundwerk Erins angetrieben gibt er ihr einen kleinen Job in seinem Archiv, wo sie bald auf einen interessanten Fall stößt, der ohne sie wohl unentdeckt geblieben wäre: bei einem Kaufangebot einer großen Gasfirma findet Erin Unterlagen, die ihr nicht so ganz sauber erscheinen. Irgendwie scheinen die Menschen, die in der Nähe der Fabrik wohnen, sehr viel öfter unter schweren Erkrankungen zu leiden als der Durchschnitt, und tatsächlich findet sie bald heraus, daß das Grundwasser rund um das Fabrikgelände mit giftigen Chemikalien verseucht ist.

Es ist wirklich erfrischend, dieser Erin Brockovich zuzusehen, deren Geschichte auf wahren Tatsachen beruhen soll. Auch wenn, oder gerade weil sie sich recht einfach und immer wieder auch in einem sehr rauhen Ton mit ihrer Umgebung unterhält, hat sie doch ein größeres Gerechtigkeitsempfinden als die meisten anderen Menschen, sogar mehr als viele Anwälte. Zwischen Erin und ihrem Arbeitgeber entwickelt sich eine richtig schöne Haßliebe, und die beiden Rollen sind sowohl von der Story her betrachtet als auch schauspielerisch herausragend: exzellent gezeichnet und von Julia Roberts und Albert Finney klasse gespielt.
Trotz der gut ausgearbeiteten Story bleibt es am Ende doch Julia Roberts alleine, die sich in diesem Film profilieren kann, denn anders als in ihren letzten Filmen spielt sie hier endlich mal wieder eine ganz normale Frau, so wie damals in "Pretty Woman", und es hängt auch ganz alleine an ihr, ob die Zuschauer die Rolle, die sie verkörpert, lieben oder nicht. Gerade bei dieser rauhen Erin Brockovich könnte das nämlich auch ganz schnell daneben gehen, aber sie schafft es, die Sympathien zu ernten, die dieser Frau zustehen - man muß sich nur die Zeit nehmen, sie richtig kennenzulernen, auch als Zuschauer.

Wertung von Heinz:
 85%
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