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Kritik von Benjamin Falk zu 'King of the Hill'

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Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 05.10.2017
75%
Kritik zu Season 1
Eine Staffel (engl. Season) einer TV-Serie besteht meist aus 10-24 einzelnen Episoden, die dann oft durch eine längere Drehpause getrennt sind.
Höre ich den Namen Mike Judge, dann denke ich sofort an Beavis and Butt-Head, aber der Mann stand noch hinter einer anderen erfolgreichen Zeichentrickserie, nämlich hinter "King of the Hill". Ich habe es mir nun zum ersten Mal angesehen und war doch etwas überrascht über den hier vorherrschenden Ton, denn gerade wenn man bedenkt, dass Judge diesen brachialen Blödsinn Beavis and Butt-Head gemacht hat, dann wirkt "King of the Hill" dagegen nahezu friedlich schön.

Im Mittelpunkt steht die Familie Hill. Das sind Vater Hank, Mutter Peggy, ihre Nichte Luanne und der Sohn Bobby, die in einer Kleinstadt in Texas leben. Im Vordergrund stehen dabei ganz alltägliche Probleme oder Situationen, wie etwa der Einzug von neuen Nachbarn gegenüber oder das der Sohn ins Teenageralter kommt und mal das Rauchen ausprobieren will. "King of the Hill" nimmt sich dabei die amerikanische Gesellschaft genau vor, wie etwa dann, wenn man total prüde ist und nicht mal das Wort Penis aussprechen kann. Oder aber auch nicht offen gegenüber neuen Kulturen ist. Viele Themen scheinen wie aus dem echten Leben gegriffen und werden überraschend authentisch vermittelt. Da kommen echte Werte zum Einsatz und damit habe ich nicht zwangsläufig gerechnet. Die Serie verzichtet überwiegend auf Übertreibungen und gibt sich stets bodenständig, was gerade im Zeichentrickbereich eine erfrischende Abwechslung ist. Die Story ist somit sehr unspektakulär, aber man hat sich genügend kleine Handlungen einfallen lassen, um die Serie stets interessant zu halten.

Am ehesten überraschte mich dann der Humor, denn dieser ist keineswegs so böse, bescheuert oder grenzdebil, wie man das aus Beavis and Butt-Head kennt. Zwar darf es auch in "King of the Hill" mal etwas böser werden, wie z.B. dann wenn der Opa zu Besuch kommt und mit derbem Humor geizt man in solchen Momenten nicht, allerdings wird dies gleichzeitig auch stets mit einer gewissen Moral dargeboten. Im Kern hat man es hier mit einer echt liebevollen Komödie zu tun, die auch das Familienleben schön darstellt und oftmals auf der Suche nach Harmonie ist. Damit habe ich nicht unbedingt gerechnet, es hat mir aber erstaunlich gut gefallen. Man muss lediglich anmerken, dass die Gagdichte somit nicht besonders hoch ist, weil "King of the Hill" auch gar nicht auf der Jagd nach zahlreichen Witzen ist. Somit reicht es in manchen Episoden auch mal nur für ein paar Schmunzler. Das ist etwas schade, jedoch nicht weiter schlimm, weil der Fokus eben auf etwas anderes gerichtet ist.

Dazu zählt ganz klar auch die Figurenzeichnung. Hier hat man ganze Arbeit geleistet, trifft die amerikanischen Charaktere teilweise echt sehr gut. Außerdem ist diese Zeichnung völlig liebevoll geraten. Da wird sich über niemanden so richtig lustig gemacht, so verschroben sie teilweise auch sind. Anfangs ist die Anzahl der Figuren noch recht überschaubar, doch es wird mit der Zeit mehr. So kommen z.B. die asiatischen Nachbarn mitten in der Staffel hinzu. Ansonsten hat man als Sidekicks Bill, Dale und Boomhauer eingebaut, die allesamt mit verschiedenen amerikanischen Klischees dienen können. Das ist schon amüsant ausgefallen und das Spiel mit Klischees ist allgemein gelungen. Allerdings verkommt es niemals zum Selbstzweck und im Kern bleibt stets die Menschlichkeit, was "King of the Hill" dann eben auch so sympathisch macht. Schön ist auch, dass die deutsche Synchronisation sich hören lassen kann. Sogar ein paar Gastauftritte gibt es, wie etwa von Willie Nelson und Dennis Hopper, was ich lustig fand.

Die erste Staffel ist noch verhältnismäßig kurz ausgefallen und besitzt somit nur 12 Episoden, die recht flott vergehen. Anfangs muss man sich ein bisschen warmschauen, doch hat man sich an "King of the Hill" erst mal gewöhnt, dann guckt man auch gerne weiter. Die kleinen Alltagsgeschichten werden charmant verpackt und auch optisch gibt es nichts zu bemängeln. Natürlich muss man diesen Zeichenstil mögen; er wirkt nicht so billig, ist optisch aber angelehnt an Beavis and Butt-Head. Sicherlich gibt es visuell Beeindruckenderes, aber es ist schöner, altmodischer Zeichentrick, der nicht ganz so abstrakt ausfällt und ich habe mir das gerne angesehen. Abgerundet wird das Ganze noch von einem passenden Soundtrack und auch das kleine Intro hat mir gut gefallen.

Fazit: "King of the Hill" ist eine erstaunlich warmherzige und schöne Zeichentrickserie geworden, die nicht unbedingt die höchste Gagdichte vorweisen kann, dies aber scheinbar auch gar nicht möchte und sich eher ernsthaft mit den Figuren beschäftigt, als möglichst viele dumme Witze zu verbreiten. Die Figurenzeichnung ist wirklich gut gelungen, die Handlung mit ihren alltäglichen Situationen konnte bei mir ebenfalls punkten und die Serie ist einfach überraschend harmonisch. Auf etwas bösen Witz muss man dennoch nicht verzichten, auch der Umgang mit Klischees wirkt treffsicher. Das ist handwerklich solide gemacht, unterhält nach einer kleinen Eingewöhnungsphase gut und war mir von vorne bis hinten sympathisch. Werde ich auf jeden Fall weiter schauen!

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