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Kritik von Dirk Hoffmann zu 'Unternehmen Capricorn'

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Kritik von Dirk Hoffmann
veröffentlicht am 17.08.2017
80%
Auch wenn die Verschwörungstheorien um vorgetäuschte Mondlandungen noch zu den harmloseren zählen, gibt es nach wie vor Zweifler an den Apollo-Missionen zwischen 1969 und 1972, zuletzt thematisierte 2016 der Film "Operation Avalanche" die Annahme, dass die Mondlandungen im Filmstudio nachgestellt worden sind. Peter Hyams ("Outland - Planet der Verdammten") inszenierte bereits 1977 mit "Unternehmen Capricorn" einen packenden Sci-Fi-Thriller, der zwar durchaus das bedrückende Klima berücksichtigt, in dem sich die USA nach dem Vietnam-Desaster in den 1970er Jahren befand, vor allem aber spannende Unterhaltung bietet, die jetzt durch Koch Media auch auf Blu-ray zu genießen ist.
Die NASA steht unter erheblichen Druck. Wenn die geplante Marsmission scheitern sollte und damit zig Milliarden Dollar buchstäblich in der Atmosphäre verbrannt werden, droht der bemannten Raumfahrt das Ende. Entsprechend motiviert sind nicht nur die Astronauten Charles Brubaker (James Brolin), John Walker (O.J. Simpson) und Peter Willis (Sam Waterston), sondern vor allem Projektleiter Dr. James Kelloway (Hal Holbrook), die "Capricorn One" erfolgreich zum Mars und zurück zu navigieren. Doch kurz vor dem auch von der politischen Elite gespannt verfolgten Start werden die Astronauten still und heimlich aus der Raumfähre geholt und zu einer abgelegenen Militärbasis geflogen, wo in einer Studiolandschaft die Marslandung simuliert und gefilmt werden soll. Erst als Kelloway den Männern droht, dass ihren Familien etwas zustoßen könnte, wenn sie sich weigern, die Fake-Show mitzumachen, spielen sie das falsche Spiel mit. Währenddessen hat die nun unbemannte "Capricorn One" Kurs auf den Mars genommen. Doch nachdem die gestellten Bilder von der Marslandung übertragen worden sind und die Frauen mit ihren Männern vor laufenden Kameras gesprochen haben, laufen die Dinge aus dem Ruder. Als der Techniker Elliot Whitter (Robert Walden) Kelloway von merkwürdigen Daten berichtet und auch seinem Kumpel, dem Journalisten Robert Caulfield (Elliott Gould), seinem Misstrauen an der Mission Ausdruck verleiht, verschwindet Whitter spurlos. Dann verglüht die Raumfähre beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Zusammen mit seiner Kollegin Judy (Karen Black) recherchiert Caulfield in der Sache und bringt sich damit selbst in Gefahr ...
Peter Hyams gelingt es, das geballte Misstrauen, das die amerikanische Bevölkerung nach Vietnam und Watergate ihrer politischen Elite gegenüber empfand, in einen rasant inszenierten Thriller zu übertragen, der deutlich macht, dass den (politischen wie institutionellen und wirtschaftlichen) Führern im Land jedes Mittel recht ist, um ihre Interessen und Ziele zu verwirklichen. Allerdings konzentriert sich Hyams, der auch das Drehbuch schrieb, weniger auf die Hintergründe der simulierten Marslandung als auf die Konsequenzen, die das Unternehmen vor allem für die Astronauten hat, die nach dem Verglühen der "Capricorn One" eigentlich nicht mehr am Leben sein dürften. Aus dieser Konstellation entwickelt Hyams zwei parallele Handlungsstränge, die im turbulenten Finale geschickt zusammengeführt werden. Während auf der einen Seite die Astronauten in der Wüste um ihr Überleben kämpfen, versucht Caulfield vor allem in Gesprächen mit Brubakers Frau Kay (Brenda Vaccaro) herauszufinden, was die kryptischen Aussagen ihres Mannes vor laufenden Kameras bedeutet haben könnten. Elliott Gould ("Ocean's Eleven", "American History X") erweist sich in der Rolle des skeptischen und eigenwilligen Reporters dabei als charismatischste Figur des ganzen Films. Neben ihm können eigentlich nur noch Hal Holbrook ("The Fog - Nebel des Grauens", "Lincoln") als ehrgeiziger Verfechter des NASA-Programms und James Brolin ("Catch Me If You Can") als Anführer des Astronauten-Trios überzeugen, dazu sorgen Telly "Kojak" Savalas und Karen Black für humorvolle Akzente. Der rhythmisch treibende Score von Jerry Goldsmith ("Das Omen", "Alien") und die effektive Kameraarbeit von Bill Butler ("Der weiße Hai", "Rocky II") runden den durchweg unterhaltsamen Thriller perfekt ab.
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