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Kritik von Martin Zopick zu 'Uhrwerk Orange'

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Kritik von Martin Zopick
veröffentlicht am 09.09.2017
90%
Dieser Klassiker aus dem Jahre 1971 beginnt mit einer Gewaltorgie. Alex (Malcolm McDowell) der Anführer der Gang ist durchaus furchteinflößend - nicht nur wegen seiner provokativen Maske und dem Make-up. Neben diesem Schocker bleibt Beethovens 9. als Antipode in Erinnerung. Später wird der Score noch durch Edward Elgars 'Pomp and Circumstance', der heimlichen Nationalhymne der Briten, ergänzt.
Ein interessanter Nebenaspekt der Haupthandlung sind die Machtkämpfe innerhalb der Gang, wobei Alex seine Freunde, die er 'Droogs' nennt, bis aufs Blut zur Unterordnung zwingt. Doch sie verlassen ihn und er wird verhaftet.
Im zweiten Akt des Dramas wird Alex einer Aversionstherapie zur Resozialisierung unterzogen. Er wird ausgewählt, weil er 'energisch, dynamisch, extrovertiert, jung, böse und frech ist'. Provokationen und verführerische Sexangebote schlagen fehl. Alex kann einfach nicht. Er ist nicht mehr frei. Aber das Ziel wird erreicht: aus einem schlechten Menschen wird ein Guter.
Alex wird verprügelt und die Polizisten, die ihm helfen sollen, sind seine 'Droogs' von früher. Er rettet sich an den Ort seines früheren Verbrechens. Hier quält ihn der Bewohner mit Beethovens 9. Das Unrecht, das früher von ihm ausgegangen war, fällt nun auf ihn zurück. Und jetzt wird's politisch.
Kann man das Programm mit der Gehirnwäsche, wenn es fehlt schlägt, der Regierung anlasten? Es geht um die Verteidigung der individuellen Freiheit. Aber der umgepolte Mensch ist nicht mehr frei. Ein inszeniertes Foto für die Presse beschließt den Plot und lässt den Zuschauer bei aller thematischen Ambivalenz im Regen stehen. Eine Diskussion ist angesagt über die Frage: Ist angepasst und unauffällig aber unfrei besser als unangepasst, auffällig aber frei? Kubrick beantwortet die Frage nicht, er stellt sie nur: 'Sollte der Mensch zu einem Objekt werden wie eine wie ein Uhrwerk aufgezogene Orange? ('volkstümliche Surrealistik').
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