Ein Mafiafilm mal ganz anders: dieses Mal sind nicht die Mafiosi in der Hauptrolle, sondern eine ihrer Frauen und eine Nachbarin; die eine saß fünf Jahre im Knast, die andere ist ebensolange ein "Gefangener" ihres Mannes und möchte ebenfalls die Freiheit.
Violet (Jennifer Tilly), die Ehefrau eines kleinen Mafiosi, und Corky (Gina Gershon, Showgirls) lernen sich im Aufzug kennen, als Corky - frisch aus dem Gefängnis entlassen - als Hausmeisterin in die Nachbarwohnung einzieht. Violet findet sofort gefallen an der rauh wirkenden Frau, und versucht , da sie scheinbar Frauen attraktiver findet als Männer, sie zu verführen, und schafft dies auch nach recht kurzer Zeit. Nachdem Cesar (Joe Pantoliano) mit einer Tüte voll mit blutverschmierten Geldscheinen (2 Millionen Dollar) nach Hause kommt, und dieses Geld am folgenden Tag gereinigt dem Mafiaboß übergeben will, kommt Violet auf die Idee, gemeinsam mit ihrer Freundin das Geld zu stehlen und zu verschwinden. Corky, die schon einige Erfahrung in der "Umverteiligung von Reichtum" hat, knobelt einen teuflischen Plan aus, nach dem nicht sie verdächtigt werden sollen, das Geld gestohlen zu haben, sondern Cesar.
Ein beeindruckender Film! "Bound" spielt fast nur in den Wohnungen von Violet und Corky, und kommt nahezu ohne Special Effects aus. Lediglich die Kameraführung ist so trickreich, daß man manchmal gar nicht mehr weiß, was man eigentlich gerade sieht. Die Haupt- und Nebenfiguren sind sehr gut charakterisiert; selbst wenn man meint sie schon sehr gut zu kennen und zu wissen, was sie als nächstes tun, reagieren sie doch in Extremsituationen ganz unerwartet. Auch ein Schuß Erotik darf bei einem Film, bei dem es um eine Beziehung zwischen zwei Frauen geht, natürlich nicht fehlen, und es ist auch weit mehr als nur ein Schuß!